Auf den Spuren der Wissenschaft zur Globalen Kohärenz

Interview mit Mae-Wan Ho, PhD

Das Interview wurde von David Riley geführt, Chefredakteur von „Alternative Therapien in Gesundheit und Medizin“ kurz (ATHM), zusammen mit Rollin McCraty,PhD, Forschungsdirektor am Institut für HeartMath, Boulder Creek, Kalifornien und Suzanne Snyder, Managerin und Herausgeberin von ATHM. Das Original ist hier nachzulesen.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Georg Folie für die Übersetzung!


Mae-Wan Ho, ist vor allem für ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Physik der Organismen und nachhaltigen Systeme bekannt; Sie ist auch eine Kritikerin der gentechnischen Biotechnologie und des Neo-Darwinismus. Sie ist Regisseurin und Mitbegründerin des Instituts für Wissenschaft in der Gesellschaft (www.isis.org.uk) und Chefredakteurin und Art Direktorin des vierteljährlich erscheinenden Trendmagazins: Wissenschaft in der Gesellschaft.
Sie ist Autorin oder Mitautorin von mehr als 170 wissenschaftlichen Publikationen, mehr als 500 populärwissenschaftlichen Artikeln und mehr als einem Dutzend Büchern, einschließlich: The Rainbow and the Worm: The Physics of Organisms (3. Ausgabe, 2008); Genetic engineering: dream or nightmare? Food Futures Now (2008); und Green Energies, 100% erneuerbare Energien bis 2050(2009).


ATHM (Frau Snyder):
Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihren Hintergrund und Ihre Ausbildung?

Dr. Ho:
Ich wurde in Hongkong geboren. Ich begann mit einer chinesischen Schule und wechselte dann in eine italienische Klosterschule, im Grunde eine englisch
Schule für Mädchen, geführt von italienischen Nonnen. Ich wurde westlichen Ideen erst spät im Leben, wahrscheinlich als ich 10 oder 11 Jahre alt war,
ausgesetzt. Ich hatte Glück, da ich in der Schule ziemlich gut war, ließen mich die Nonnen tun was ich wollte. Ich musste Ihnen nicht zuhören, wenn ich nicht wollte. So entkam ich der schlimmsten reduktionistischen westlichen Bildung, da all diese Ideen, die nicht passten, einfach von mir abperlten.
Ich denke, das erklärt, warum ich in jedem Bereich, in den ich gehe, immer wieder im Widerspruch zu der konventionellen Theorie stehe.

ATHM (Frau Snyder):
Wie lange haben Sie die Klosterschule besucht?

Dr. Ho:
Ich war dort bis ich an die Universität ging. Ich lernte Biologie und dann Biochemie als Doktorand an der Hongkong University. Und wieder hatte ich während des ganzen Studiums nichts Nützliches gelernt. Vielleicht übertreibe ich jetzt ein wenig.
Ich brachte mir die Dinge selbst bei, von denen ich gerne etwas erfahren wollte. Nachdem ich die Universität beendet hatte, promovierte ich und wurde habilitiert, dann begann ich das Feld zu wechseln, da ich die Art von Forschung nicht mochte, die ich machte. Ich mochte die Ideen nicht. Ich habe mich gegen den Neodarwinismus und den reduktionistischen Weg aufgelehnt, Dinge in Stücken zu betrachten.
Ich war in die Biochemie gegangen, da mich einiges, was ich von einem meiner Professoren gehört hatte, begeisterte. Er zitierte Albert St Györgyi – den Vater der Biochemie – der sagte, dass das Leben zwischen zwei Energieniveaus eines Elektrons stattfindet. Ich dachte, das ist pure Poesie. Und das brachte mich dazu wissen zu wollen: „Was ist Leben?“ Das war die Hauptfrage, die ich beantworten wollte.
Also ging ich in die Biochemie und dachte, ich würde dort die Antwort finden. Aber es war sehr langweilig, da es in der Biochemie nur darum ging, alles zu zerkleinern, alles zermahlen, trennen und zu reinigen und das ist immer noch so, wirklich! Nichts davon hat dir wirklich gesagt, was das Leben ist.
Die Biologie studierte Tote, ausgestopfte Exemplare. Dort war Nichts, was die Fragen beantwortet: „Was ist die biologische Organisation? Was hält Organismen am Leben? Was ist Leben?“
Ich verabscheute besonders den Neodarwinismus, weil es die am meisten Geist betäubende, hirnlose Theorie ist, die Alles erklären können will und alles, allein durch „selektiven Vorteil“. Alles drehte sich um Wettbewerb und selektiven Vorteil. Es war so Geist tötend.
Ich habe viel Zeit damit verbracht, den Neo-Darwinismus zu kritisieren, bis ich dessen überdrüssig wurde. Was der Neodarwinismus auslässt, ist die ganze Chemie, Physik und Mathematik, sie brauchen keine Physiologie oder Entwicklungsbiologie, wenn alles in Bezug auf den selektiven Vorteil erklärt werden kann und es ein Gen für jede einzelne Eigenschaft, real oder imaginär, gibt.
Schließlich traf ich einige bemerkenswerte Leute und lernte viel von Ihnen und änderte schließlich mein Forschungsgebiet völlig. Ich bin
nicht wirklich eine Biophysikerin; Ich schrieb ein Buch mit dem Titel „Die Physik von Organismen“, was etwas völlig anders war, als das was Menschen in der Biophysik tun. So kam ich zum Studium der Quantenkohärenz und verschiedener anderer Dinge.

ATHM (Frau Snyder):
Haben Sie während oder nach der Ausbildung das Forschungsfeld gewechselt?

Dr. Ho:
Es war nach der Ausbildung. Es war fast ein kompletter Bruch mit meiner vorherigen Ausbildung. Im ersten Jahr der Universität mussten wir alles machen. Wir mussten alle möglichen Arten von Chemie, einschließlich Thermodynamik lernen. Thermodynamik war die erste Stunde am Morgen. Es war eine riesige Klasse. Ich kam immer zu spät. Der Dozent sprach sehr schnell, sehr leise, schrieb Sachen mit der einen Hand an die Tafel und rieb sie mit der anderen ab. Also habe ich gar nichts verstanden.
Ich musste die Thermodynamik neu erlernen, aber das kam später.
Die erste Person, die mich zu beeinflussen begann, war Fritz Popp. Ein Quantenphysiker, der Lichtemissionen von lebenden Organismen untersucht. Als ich ihn zum ersten Mal traf, verstand ich kein einziges Wort von dem was er sagte, aber er erwähnte etwas Namens „Quantenkohärenz“. Ich hatte das Gefühl, dass dies etwas sehr Wichtiges war, und ich entschied mich, so viel wie möglich darüber herauszufinden.

ATHM (Frau Snyder):
Von Wem sind Sie sonst noch beeinflusst worden?

Dr. Ho:
Eine andere Person, deren Arbeit mich beeinflusst hat, war Herbert Fröhlich. Fröhlich war ein Festkörperphysiker. Er war sehr interessiert an der Frage, warum Organismen unter anderem so empfindlich auf elektromagnetische Felder und Mikrowellen von sehr geringer Intensität reagieren. Er hatte eine Theorie der kohärenten Anregungen, die mit der Theorie der Quantenkohärenz in Verbindung stand, da er den Organismus fast wie einen Festkörper betrachtete.
Seine Idee war, dass die lebende Zelle nicht wie eine Tüte Wasser mit gelösten Enzymen in verdünnten Lösungen ist. Wenn man es sich genau ansieht, ist die ganze Zelle mit Molekülen und Organellen voll gestopft, und es ähnelt mehr einem festen Zustand. In einem solchen System, wenn Sie es mit Energie aufpumpen, wie mit einem Laser, könnten Sie in kohärente Zustände geraten. Das war leichter zu verstehen. Mit Hilfe meines Mannes, Peter Saunders, der Mathematiker ist, begann ich zu verstehen, worüber Fröhlich sprach. Dann ging ich zu Fritz Popp und arbeitete mit ihm, dabei habe ich viel über wirklich tiefe Quantentheorie gelernt. Er war ein sehr guter Lehrer und am Ende lernte ich Dinge von ihm, die er vielleicht nicht unterrichten wollte. Ich stehe wirklich in seiner Schuld. Die Zusammenarbeit mit ihm war sehr erhellend.
Nachdem ich von ihm die Quantentheorie gelernt hatte, begann ich zurückzugehen und all meine Thermodynamik neu zu erlernen. Ich hatte noch einen wundervollen Lehrer namens Kenneth Denbigh. Er war bekannt für eine Reihe von ausgezeichneten Lehrbüchern zur Nichtgleichgewichtsthermodynamik.
Das Wichtigste für mich war ein kleines Buch namens „The Thermodynamics of Steady State“ Ich hatte das Glück, in ständiger Verbindung mit ihm zu stehen, er war damals im Ruhestand. Er war ein sehr großzügiger Lehrer, so habe ich seine Arbeit, mit seinem Segen, fortgeführt. Er blieb bis zuletzt mein Freund.
Eine andere Person, die mich beeinflusste war Erwin Schrödinger, der das Buch: „Was ist Leben?“ schrieb. Natürlich bin ich nicht alt genug, um mit Ihm direkt interagiert zu haben.
Das sind einige der Einflüsse, die mich dazu brachten, mein Buch zu schreiben, „Der Regenbogen und der Wurm: Die Physik der Organismen“, welches zuerst 1993 veröffentlicht wurde. Dabei wurde das erste Mal Quantenkohärenz ernsthaft angewandt, um lebendige Organisation zu erklären.
Die abschließende Theorie wurde in der zweiten Ausgabe veröffentlicht, im Jahr 1998. Die erste Ausgabe war mehr oder weniger eine Abwandlung von Schrödingers: „Was ist Leben?“ Das Bemerkenswerte an Schrödingers Buch ist, dass er es geschrieben hat, bevor es die Festkörperphysik gab, bevor der erste Transistor erfunden wurde. Die meisten Leute kennen das Buch, weil es die DNA als das genetische Material voraussagte. Aber das war nur die eine Hälfte aus dem Buch, die andere Hälfte handelte von der Kohärenz, das war der Pfad, dem ich folgte. Etwa um 1996 hatte ich plötzlich einen Einblick in eine Theorie des Organismus, – der Thermodynamik lebender Organismen. Das wurde in der 1998er Ausgabe des Buches näher ausgeleuchtet. Der Umfang des Buches wurde erweitert und in einer dritten Ausgabe im Jahr 2008 aktualisiert.
Als das Buch erstmals 1993 veröffentlicht wurde, sagte ich, dass die Quantenkohärenz für die biologische Organisation verantwortlich sei, aber niemand hat es wirklich geglaubt, obwohl ich aus meiner Sicht, eine Kombination aus guten theoretischen Argumenten, zusammen mit experimentellen Beweisen erbrachte. Nicht einmal meine besten Freunde haben es geglaubt.
Jetzt, im Jahr 2010, ist eines der Dinge, das Biologen am meisten bewegt, die Quantenkohärenz bei der Photosynthese. Photosynthese ist der Prozess, bei dem grüne Pflanzen und andere Organismen Licht ernten. Sie erhalten Energie von der Sonne zum Wachsen und für all die anderen Dinge, welche lebendig sein ausmachen. Mit sehr hoch entwickelten Instrumenten haben Wissenschaftler entdeckt, dass die sehr schnellen Reaktionen Quantenkohärenz beinhalten. Sie sind erstaunt, dass Quantenkohärenz überhaupt existieren kann und auch noch für hunderte von Femtosekunden bestehen bleibt. Eine Femtosekunde ist 10-15 Sekunden. Und dies geschieht über eine Entfernung von Nanometern (10-12 m). Wissenschaftler sind begeistert darüber, was traurig ist, da der gesamte Organismus quantenkohärent ist.

ATHM (Dr. McCraty):
Quantenmechanik ist wichtig für die Erklärung der Biochemie der Moleküle. Wie Sie schon sagten, viele Wissenschaftler behandeln die Moleküle wie ein klassisches Billard-Modell. Aber wie diese nicht lebenden Chemikalien auf magische Weise zu einem lebenden System werden, ist immer noch ein Mysterium. Sie sagen, dass Kohärenz die definierende Eigenschaft eines lebendigen Systems ist?

Dr. Ho:
Wir haben in meinem Labor eine bildgebende Technik entdeckt, mittels welcher alle Organismen wie ein Flüssigkristall-Display aussehen. Wir legen diese kleinen Organismen unter ein Mikroskop, unter ein Polarisationslichtmikroskop, dass Geowissenschaftler verwenden, um Bergkristalle zu betrachten. Das Mikroskop hat zwei senkrechte Polarisatoren, also ist das Bild völlig dunkel, da kein Licht durchkommt, es sei denn, man hat diese Bergkristalle welche „doppelbrechend“ sind. Diese haben eine bestimmte Art von kristalliner Ordnung, welche die Lichtrichtung ändern, so dass sie nun hell und bunt erscheinen. Diese Kristalle haben eine besondere atomare Ordnung. Flüssigkristalle machen dasselbe; sie sind auch doppelbrechend. Sie haben spezielle molekulare Ausrichtungen und können auch hell und bunt erscheinen, aber man benötigt spezielle Einstellungen, um das herauszuarbeiten, da die Doppelbrechung schwächer als in Bergkristallen ausgeprägt ist, das Prinzip ist aber dasselbe.
In einem lebenden Organismus ist jedoch nichts Statisches, und das hat uns am Anfang Kopfzerbrechen bereitet: Wie können lebende Organismen aussehen wie Flüssigkristalle? Sie bewegen sich die ganze Zeit, es kann also keine statische molekulare Ordnung geben, um diese brillanten Farben zu erzeugen. Deshalb habe ich mein Buch „The Rainbow and the Worm: The Physics of Organisms“ getauft. Der „Wurm“ war nicht wirklich ein Wurm; es war eine Drosophila Larve, eine kleine Fruchtfliegenlarve, die aus einem Ei schlüpft.
Als wir diese erstaunliche Entdeckung machten, was eine der stärksten ästhetischen Erfahrungen war, die ich in meinem Leben machte, war ich eigentlich auf der Suche nach etwas Anderem. Ich war auf der Suche nach einer Molekülordnung im Ei, welche subtiler ist, wie ein Vormuster des Körperplans, das im Laufe der Entwicklung erscheint. Das war es, was wir suchten. Und wir haben es gefunden, aber es war nicht annähernd so aufregend wie der sich bewegende Organismus, der wie ein sich bewegender Flüssigkristall aussah.
Die Erklärung ist, dass sich alle Moleküle kohärent bewegen und die molekularen Bewegungen langsamer sind als die Schwingungen des Lichts. In jedem Augenblick sieht das Licht diese molekulare Ordnung und gibt deshalb diesen Flüssigkristalleffekt wieder. Das ist wirklich der beste Beweis dafür, dass molekulare Kohärenz im gesamten Organismus existiert.
Das mit den lebenden Organismen assoziierte Wasser – etwa 70 Gew.% und 99% nach Anzahl der Moleküle – ist in dieser Hinsicht wichtig, weil das Wasser für eine Menge der flüssigen Kristallinität verantwortlich ist und auch für die Flexibilität der Proteine und andere Makromoleküle, damit sie sich kohärent bewegen können.
Der quantenkohärente Organismus ist nicht nur eine theoretische Übung. Wenn Sie nur die konventionelle Quantentheorie an Organismen anwenden, funktioniert es nicht. Die konventionelle Quantenmechanik musste erweitert werden, und das habe ich in meinem Buch getan. Die Analogie, welche ich verwende, ist eine Art Multimode-Laser, der aufgeladen wird, sodass er in vielen verschiedenen Frequenzen kohärent ist, einer ganzen Bandbreite von Frequenzen. Die Bandbreite der Frequenzen in einem Organismus ist einfach fantastisch.
In meinem Buch sage ich, dass es so ist wie 70 Verdoppelungen einer Oktave. Ich benutze die Analogie des Quantenjazz, um diese Quantenkohärenz auszudrücken, die einmalig für Organismen ist. Es erstreckt sich über weite Bereiche von Raum- und Zeitskalen, vom kleinsten Atom oder subatomaren Teilchen, zum gesamten Organismus und darüber hinaus. Organismen kommunizieren mit anderen Organismen; Sie sind auf natürliche Rhythmen abgestimmt, also haben sie tages- Rhythmen, jährliche Rhythmen und so weiter. Auf der anderen Seite haben sie extrem schnelle Reaktionen, die in Femtosekunden oder zehntel Femptosecunden stattfinden, bis hin zu jährlichen Rhythmen.
Wenn Sie sich vorstellen können, dass all diese Rhythmen koordiniert sind. Es gibt Hinweise, dass sie tatsächlich über all diese Skalen koordiniert sind. Natürlich können Sie niemals ein nicht lebendiges Beispiel dafür finden. Sie finden Teile davon in Festkörpersystemen, welche kohärent in einigen Frequenzen werden können. Sie finden Teile davon in, sagen wir, einer eingestellten Radiofrequenz. Wenn ein Radio abgestimmt ist, können Sie das Signal empfangen auf das es abgestimmt ist. Der Organismus ist auf alle Frequenzen gleichzeitig abgestimmt.
Wenn Sie auf den Herzschlag schauen, ist dieser tatsächlich eine Reflexion von allen Frequenzen im Körper, wodurch es oberflächlich sehr unregelmäßig erscheint. Aber wenn Sie den Herzschlag mit den richtigen mathematischen Werkzeugen analysieren, können Sie genau die Art von Multimode Quantenkohärenz Eigenschaft, die das Leben ausmachen extrahieren.
Das ist faszinierend.

ATHM (Dr. McCraty):
Es scheint, dass es keinen Konsens zur Definition eines lebenden Systems gibt. Glauben Sie, dass Kohärenz in eine genaue Definition lebendiger Systeme einbezogen werden muss?

Dr. Ho:
Ja, ich würde Organismen definieren als „Selbstorganisierende Quantenkohärente Systeme“.
Das Problem beinhaltet somit auch die Definition von Quantenkohärenz, speziell jener von Organismen.
Im Moment gibt es Teile einer Definition, die passen. Die Phasenkorrelation ist wichtig für die Quantenkohärenz im Allgemeinen. Zum Beispiel in der
Herzschlagdaten-Zeitreihe: wenn Sie die Daten umsortieren, so dass Datenpunkte in zufälliger Ordnung zu liegen kommen, geht die Kohärenz verloren, da die Phasenkorrelation verloren geht.
In meinem Buch erwähne ich die Faktorisierbarkeit, die ein bisschen technisch ist. Ein Organismus ist voll von Aktivitäten über alle Zeit und Raum Skalen. In einem vollständig kohärenten System sind die Aktivitäten alle korreliert, jedoch erscheint jede dieser Aktivitäten, als ob sie
unabhängig von allen anderen ist. Das ist wirklich kontra intuitiv. Sie sind so perfekt korreliert, dass die Kreuzkorrelationen nur den Multiplikation der Selbstkorrelationen entsprechen. Es ist also analog zur klassischen Situation, in der die gemeinsamen Wahrscheinlichkeiten von zwei unabhängigen Ereignissen nur die Multiplikation zweier unabhängiger Wahrscheinlichkeiten entspricht.
Dieses Kriterium der Quantenkohärenz kommt von der Arbeit des Quantenphysikers Roy Glauber, der den Nobelpreis in Quantenoptik 2005 gewann. Glaubers Arbeit gehört zu den wunderbaren Dingen, die mich Fritz Popp lehrte. Ich benutze gern das Bild des Quantenjazz, um es zu vermitteln. Stellen Sie sich eine riesige Jazzband vor, die Musik macht, von sehr kleinen Instrumenten bis zu sehr großen, sehr schnell bis sehr langsam spielenden, mit einer musikalischen Bandbreite über 70 Oktaven. Sie improvisieren von Moment zu Moment, spontan und frei und doch im Einklang mit dem Ganzen. Das ist die ultimative Quantenkohärenz. Man kann verschiedene Grade (Ordnungen) der Quantenkohärenz haben. Ein vollständiger quantenkohärenter Zustand wäre die Quantenkohärenz von N-ter Ordnung, wobei N eine sehr große Zahl ist. Dieser Zustand wird nur sehr selten erreicht, vielleicht ein- oder zweimal im Leben, für einige von uns oder vielleicht auch nie. Sie bekommen eine Ahnung davon, wenn Sie eine ästhetische Erfahrung machen, eine ganz besondere ästhetische Erfahrung, wie eine, die ich hatte als ich zum ersten Mal auf den Regenbogenwurm traf. Manche Leute würden es eine mystische Erfahrung nennen. Ich bin weder eine Mystikerin noch eine religiöse Person, aber ich liebe Kunst. Ich widme mich der Kunst genauso wie der Wissenschaft. Das ist es, was das Leben für mich so erfüllend macht.
Sie können niedrigere Kohärenzgrade haben als das, was ich gerade Beschrieben habe – die Alltagskohärenz -, die das Leben am Laufen hält.
Wenn Sie ein vollständig quantenkohärentes System haben, werden Sie niemals altern und Sie werden niemals sterben. Aber wir altern und wir sterben. Das ist Inkohärenz in unterschiedlichem Maße. In meinem Buch schlage ich vor, Zeit als Ansammlung von Inkohärenz zu betrachten.
Wenn Sie Inkohärenz anhäufen, altern Sie. Ich denke eine glückliche kohärente Person altert langsamer als jemand voller Angst und Streben. Es ist faszinierend darüber nachzudenken. Ich sage nicht, dass Quantentheorie alles und jedes bis in alle Ewigkeit erklärt. Aber es gibt uns einen Einblick, wie wir über diese Dinge nachdenken können. Konventionelle Quantentheorie ist nicht genug. Quantenkohärenz hat praktische Konsequenzen. Bitte erforsche sie. Bitte mach etwas damit, denn es wird unser ganzes Bild verändern wie wir Gesundheit und Krankheit betrachten. Das ist es, was fehlt.
Ich habe keinen Zweifel, dass zumindest einige der esoterischen Dinge die Menschen den Quanteneffekten zuschreiben, real sind, etwa Telepathie, Fernheilung usw. Aber wir können nicht die Grenzen vom sehr Konventionellen, über die Quantenkohärenz von Organismen, zur vollständigen Quantenkohärenz des Universums verschieben. Ich glaube, das Universum ist quantenkohärent. Quantenkohärenz ist überall. Und wenn wir wissen, wie wir uns darauf einschwingen können, können wir es sehen, wenn wir es ignorieren. Wenn wir sehr reduktionistisch und mechanisch in unserem Denken und Tun sind, werden wir es nicht erkennen.

ATHM (Dr. McCraty):
Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Aus einem sehr einfachen Grund, wenn wir Kohärenz in den Rhythmen der biologischen Systeme oder im Mensch messen, gibt es da energetische Teile, die Dinge, die wir nicht messen oder anfassen können – Dinge wie unsere Gedanken und Emotionen zum Beispiel. Ich betrachte diese als energetische Systeme, nicht auf eine esoterische Art und Weise. Das sind die Dinge, die wir nicht messen können. Aber wenn wir emotional inkohärenter werden, wütender und irritiert zum Beispiel, spiegelt sich dies sofort in einer Inkohärenz der Rhythmen im Körpersystem wieder. Ich denke, das passt sehr gut zu dem, was Sie gesagt haben: Akkumulierende Inkohärenz altert das System.

Dr. Ho:
Stimmt, das Herz ist sehr wichtig, es koordiniert die gesamten Aktivitäten, aber noch wichtiger, es kommuniziert mit allem.

ATHM (Dr. McCraty):
Richtig und es wird von Allem beeinflusst.

Dr. Ho:
Es ist wie eine Symphonie. Ich bin im Herzen ein Taoist. Und Quantenkohärenz und Taoismus sind eins, da kohärentes Handeln müheloses Handeln ist. Sobald ich diese Physik von Organismen gefunden hatte, wollte ich es nie mehr loslassen, weil ich merkte, dass ich meinen Weg zurück finden musste, um mein komplettes Selbst zurück zu gewinnen.
Westliche Bildung neigt dazu, zu teilen. Es teilt dich auf in den Beobachter und das Beobachtete, den Kontroller und den Kontrollierten und Gott weiß was noch. Das Leben ist nicht so. Das Leben ist spontan und frei, und alles funktioniert durch Interkommunikation. Es ist eine perfekte soziale Anarchie, weil jeder Spieler so viel Kontrolle hat, wie er oder sie feinfühlig und empfänglich ist. Das ist das Ideal einer glücklichen Person, einer gesunden Person.

ATHM (Dr. McCraty):
In einem Artikel, den ich für diese Ausgabe geschrieben habe, habe ich versucht, unsere Vorstellungen von Kohärenz auf die soziale Ebene zu erweitern, worüber wir gerade erst anfangen zu reden. Die meisten Leute waren schon einmal auf einem Konzert, bei dem etwas Magisches passiert ist, oder einem Sportereignis, bei dem ein Team in eine bestimmte Art von Flow gerät, in der die Spieler agieren, als wären sie eins, und dies hebt das Niveau Aller.

Dr. Ho:
Und wenn Sie eine Gruppe von Leuten haben, die zusammen musizieren und in einen kohärenten Zustand gelangen, ist es so wundervoll.
Es ist einfach das Schönste. Sie können es im Publikum fühlen.
Ich bin kein Musiker, aber ich kann fühlen, wie glücklich die Musiker sind wenn sie in diesem Zustand sind.

ATHM (Dr. Riley):
Ist Nachhaltigkeit ein Merkmal der Kohärenz?

Dr. Ho:
Ja. Wenn Sie die Thermodynamik eines nachhaltigen Systems betrachten, basiert es tatsächlich auf diesem Null-Entropie-Ideal. Da alle Aktivitäten in dem quantenkohärenten System miteinander verknüpft sind, sind sie korreliert, die Entropie ist Null; Das System hat effektiv nur einen einzigen Freiheitsgrad.

ATHM (Dr. Riley):
Zunehmende Entropie ist charakteristisch für Inkohärenz.

Dr. Ho:
Ja. Wenn Sie ein ideales nachhaltiges System haben, ist es eine Kreislaufwirtschaft. Um es thermodynamisch auszudrücken, wenn Sie eine geschlossen Kreis haben, dann akkumulieren sie weder, noch erzeugen sie Entropie. Natürlich ist der Organismus ein offenes System, und was sie finden ist, dass wenn es keine Entropie im Inneren anhäuft, die Entropie nach außen verlagert wird, aber sogar diese verlagerte Entropie – der Abfall- ist minimal. Das ist das Ideal der Nachhaltigkeit, und dies ist auch durch das natürliche Ökosysteme angenähert, welches für tausende von Jahren funktioniert. Wenn wir es neu erschaffen wollen, dann müssen wir lernen es wie die Natur zu machen, Kreislaufwirtschaft der Natur, deshalb ist Recycling sinnvoll.

ATHM (Dr. Riley):
Somit sind unsere aktuellen Finanzkrisen eine Widerspiegelung sozialer Inkohärenz?

Dr. Ho:
Es ist interessant: Die Leute sagen: „Energie ist wie Geld.“
Das ist in der Tat der größte Trugschluss. Ein kohärentes System, ein nachhaltiges System, arbeitet durch guten Willen und durch fairen Austausch. Es lebt vom fairen Handel – man muss einen realistischen Ausgleich für die Ressourcen erbringen. Sie müssen die Ressourcen vollständig kompensieren. Wenn du zu wenig bezahlst, müssen die Leute viel härter arbeiten und die natürlichen Ressourcen werden über Gebühr ausgebeutet und deshalb verarmt die Umwelt. Und da wir von unserer Umwelt abhängig sind, sind wir jetzt auch ärmer als vorher.
Wenn Sie zu viel Geld generieren, was passiert dann? Das ist wie mehr Entropie, da dadurch künstlich die Kaufkraft einiger Leute aufgebläht wird und diese neigen dazu, viel zu viel zu konsumieren. Da fairer Austausch sich wie Energie verhält, wir uns aber unfairen Austausch auf dem Finanzmarkt gönnen, ist das mehr wie Entropie, bloße Entropie. Deshalb neigt es dazu, das natürliche Ökosystem zu verwüsten und macht uns dadurch alle effektiv ärmer.
Wenn man sich das konventionelle System anschaut, da es auf unendlichem Wachstum basiert, schließt es den Zyklus nicht. Es ist wie ein Hurrikan. Es schluckt alles auf seinem Weg und hinterlässt Zerstörung, und deshalb ist es ein Auf und Abzyklus, die dem System innewohnt. Es gibt mehr
Informationen dazu auf der Website des Instituts für Wissenschaft in der Gesellschaft.

ATHM (Frau Snyder):
An was arbeiten Sie gerade?

Dr. Ho:
Ich arbeite an viel zu vielen Dingen, unter anderem versuche ich ernsthaft zu malen. Wir veröffentlichen eine Zeitschrift am Institut für Wissenschaft in der Gesellschaft, in der wir sowohl unabhängige Kunst als auch unabhängige Wissenschaft fördern. Wir engagieren uns in zahlreichen Kampagnen, um Politiker davon zu überzeugen, nachhaltig zu sein, nicht genetisch veränderte Lebensmittel zu erzeugen und solche Dinge. Vielleicht sollten Sie mich fragen, an was ich gerade nicht arbeite!

ATHM (Frau Snyder):
In einem ihrer Bücher sagen Sie: „Wissenschaft ist das Streben nach dem intimsten Verständnis der Natur. Es ist keine Industrie, um bestehende Theorien zu validieren und Schüler in die richtigen Ideologien zu indoktrinieren.“ Bezogen auf diese Aussage, denken Sie die Wissenschaft bewegt sich in die richtige Richtung?

Dr. Ho:
Ein Teil davon bewegt sich in die richtige Richtung, weshalb ich so begierig darauf bin, die Literatur zu betrachten, um zu sehen, ob es Forscher gibt die sich zum Beispiel der Quantenkohärenz nähern. Es gibt viel Forschung über das Wasser, und ich erwähnte einige Forschungen in der Photosynthese. Sie entdecken, langsam, die Quantenkohärenz in lebenden Systemen. In der Physik bewegt sich die Quantenoptik ebenfalls in eine sehr interessante Richtung.
Quantencomputer und Hochtemperatur-Superleitfähigkeit – diese Dinge drohen die Biologie zu verändern. Biologie ist noch das mechanischste. Medizin ist das Schlimmste. Medizin ist weit zurück. Ein Thema das mir sehr am Herzen liegt sind all diese Medikamente, die nicht gut für uns sind. Ich verwende ziemlich viel Zeit damit, meinen Mann vor seinen Ärzten zu beschützen und sie davon abzuhalten, ihm mehr Medikamente für seine Beschwerden zu geben. Diese Drogen verursachen mehr Nebenwirkungen als alles andere, da die Medizin immer noch auf den gleichen mechanistischen Idee basiert.
Molekulargenetik hat es noch schlimmer gemacht. Aber diecGenetik drängt in diese organische, nicht-mechanistische Richtung. Ich habe ein Buch mit dem Namen „ Living with the Fluid Genome“ vor einiger Zeit geschrieben. Es handelte davon, weshalb Gentechnik so schlecht ist, weil es nicht realisiert, dass Quantenkohärenz, diese Ganzheit im lebenden Organismus, an sich eine natürliche Gentechnik ist, von der Sie nur eine Ahnung davon im flüssigem Genom bekommen können. Das Genom reagiert auf die Umgebung. Einige Reaktionen können dazu führen, dass die Gene sich selbst verändern. Und nun deckt ironischerweise diese mechanistische Stoßrichtung in der Molekulargenetik viel mehr über das flüssige Genom auf.

ATHM (Dr. Riley):
Würden Sie sagen, dass einige der Ideen, die aus dem Bereich der Genomik kommen, das Prinzip der Kohärenz bestätigen?

Dr. Ho:
Ja, und sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Die „Vererbung von erworbenen Eigenschaften“ war unter anderem eine Hypothese von Jean-Baptiste Lamarck, ein französische Naturforscher. Ein Lamarckian oder ein Neo-Lamarckian genannt zu werden war eine echte Beleidigung. Ich war ein NeoLamarckian in den 1980er Jahren. Nun, wenn Sie die Molekülmechanismen betrachten, gibt es kein klareres Beispiel für den Lamarckismus bei der Arbeit. Es ist wirklich die Vererbung von erworbenen Eigenschaften. Erfahrung verändert Gene, und diese Einflüsse können an die nächste Generation weitergegeben werden. Das alles kommt aus der molekulargenetischen Forschung, Genomik. Wir nennen es jetzt Epigenomik.

ATHM (Dr. Riley):
Ich würde gerne zu etwas zurückkehren, was Sie vorher gesagt haben. Sie haben über den Reduktionismus in der Biologie gesprochen. Für mich ist die Medizin viel schlimmer. Würden Sie mir zustimmen, dass die Dinge, von einem systembiologischen Ansatz aus zu betrachten, in die richtige Richtung zielen würde, anstatt nur aus dem Reduktionismus der Medizin?

Dr. Ho:
Es hängt davon ab, was Sie unter Systembiologie verstehen. Es scheint mir, dass für manche Menschen „Systembiologie“ bedeutet, alles in einen Computer zu werfen und hoffen, dass es Sinn macht. Einige nützliche Informationen kamen aus der Analyse des Genoms, aber sie sind weit davon entfernt, einen Sinn zu ergeben, und eine menge Informationen sind auf der Suche nach einer Systemtheorie.
Das gegenwärtige medizinische Denken besteht darin, Krankheiten durch Moleküle zu definieren. Sie haben einzelne Molekülkrankheiten; Sie haben Einzelmolekül-Interventionen. In der Tat gibt es viele Fehldiagnosen, eine Menge ignorieren das System als Ganzes. Es gab so einen Hype der Gentherapie und ehrlich gesagt, haben sie mehr Kummer als Nutzen verursacht.
Sie können ein Molekül nicht einfach in ein System schieben, da die Moleküle in einem ganzen Netzwerk agieren und diese müssen sich mit dem Ganzen ändern. Sie müssen Quantenjazz mit dem ganzen Organismus machen, mit all den anderen Molekülen und mit dem ganzen System, an jedem einzelnen Ort im Körper. Zum Beispiel in Ihrem Körper, Sie haben Billionen, Dutzende Billionen von Zellen. Und jede einzelne Zelle im Körper ist in jedem Moment anders. Wie können Sie da behaupten, dass sie Krankheiten heilen, indem Sie sich auf ein einzelnes Molekül konzentrieren, dass mittels eines viralen Trägers, in jeder Zelle und für immer überexprimiert wird?
Schädliche Nebenwirkungen werden mit diesen sogenannten Biologika, biologischen Medikamenten, die sie auf den Markt drängen, schlimmer, weshalb ich sagte, dass ich viel Zeit damit verbracht habe, mein Mann von seinen Ärzten zu schützen.

ATHM (Dr. Riley):
Können Sie uns ein Beispiel für diese Biologischen Medikamente geben, von denen Sie sprechen?

Dr. Ho:
Es gibt eine ganze Reihe von ihnen. Und die schlimmsten sind die Antikörper. Ein Beispiel dafür war die Londoner Drogenversuch-Katastrophe im Jahr 2006. Es beteiligten sich sechs junge gesunde Freiwillige in London, England, welche nach der Injektion mit einer Testdroge, welche Autoimmun-erkrankungen und Leukämie bekämpfen sollte, schwer krank wurden. Wir haben den Vorfall gründlich in unserer Zeitschrift „Wissenschaft in der Gesellschaft“ beleuchtet. Alle sechs erlitten multiples Organversagen und wurden auf die Intensivstation gebracht. Die Regulierungsbehörde für Medikamente und Gesundheitswesen, die die Genehmigung für den Versuch gab, zog sofort die Genehmigung zurück, und eine internationale Warnung wurde ausgegeben, um zu verhindern, dass das Medikament im Ausland getestet wird. Das Medikament, TGN1412, war ein monoklonaler Antikörper. Sie können nähere Details dazu unter folgendem Link erfahren: http://www.i-sis.org.uk/LDTC.php.
Der Name einer Droge gibt ihnen keinen direkten Bezug zu dem, was sie wirklich ist, also müssen sie sich die Droge ansehen, und dann müssen sie folgendes herausfinden: „Ist es ein Protein? Ist es ein monoklonaler Antikörper? Oder ist es etwas anderes? “ Ein weiteres Beispiel sind die jüngsten Schweinegrippe-Impfstoffe: Praktisch alle sind potenziell gefährlich, gefährlicher als die Schweinegrippe selbst.

ATHM (Dr. McCraty):
Wie beschreiben oder definieren Sie Kohärenz für einen Laien in einer Weise, die nicht die Kreuzkohärenz einbezieht, aber die Kohärenz im Kontext der globalen Kohärenz umfasst? Ob es nun auf der Ebene des einzelnen Menschen oder der menschlichen Interaktion mit einem äußeren System oder sogar innerhalb des Kosmos ist?

Dr. Ho:
Ich würde es mit Quanten-Jazz beschreiben, was jeder verstehen kann. Was Sie in Kreuzkorrelationen entdecken, ist eine Art der Kohärenz, aber es ist nicht die perfekte Quantenkohärenz. Wir haben keine Theorie dazu, zumindest keine vollständige formale Theorie von Quantenkohärenz des Organismus. Wir haben gute Theorien der Quantenkohärenz von Lasern oder von festen Systemen oder von nicht lebenden Systemen. Wir haben sehr gute Theorien darüber, aber wir haben keine formale Theorie des Organismus, die man in eine Gleichung schreiben könnte. Vielleicht werden wir es nie haben. Ich weiß es nicht. Aber da sind wir.

ATHM (Dr. McCraty):
Als Sie von der Arbeit in der Photosynthese sprachen, erwähnten Sie, dass die Wissenschaftler alle aufgeregt darüber sind, dass Kohärenz über einige Femtosekunden besteht, aber ihre Messungen an den Larven, zeigten globale Kohärenz über Minuten.

Dr. Ho:
Ich bin mir sicher, wenn wir Sie unter ein Polarisationsmikroskop stellen würden, dann wären auch Sie wie Flüssigkristallin.

ATHM (Dr. McCraty):
Nun, genau hier ist ein Beispiel für Kohärenz. Es besteht über Minuten bis Stunden.

Dr. Ho:
Lange Kohärenzzeiten bedeuten nichts. Übrigens, Fritz Popp ist immer noch in der Lichtemissionsbiophotonen-Forschung beteiligt. Ein paar von meinen Freunde in Catania, mit denen ich auch arbeite, darunter Franco Musumeci, ich traf Sie alle in Fritz Popps Labor. Wir haben viele Beweise für die Kohärenz über großer Reichweite gefunden, wie in meinem Buch beschrieben, aber es neigt dazu, verworfen zu werden, weil die Leute es nicht verstehen und weil man keine Gleichung aufschreiben kann. Aber ich habe keine Zweifel, dass das Leben quantenkohärent ist. Organismen sind Quantenjazz-Spieler, welche das Leben ins Sein tanzen.

 

 

 

 

 

 

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  • Selbstwirksamkeit motiviert – und das dauerhaft

Mit HeartMath arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Bereichen

Nicht-medizinisch: Coaches, Trainer, Berater, Personaler, Manager und Führungskräfte, Change Manager, Projektleiter, Mediatoren, BGM-Verantwortliche

Medizinisch: Ärzte, Psychologen,Heilpraktiker, Therapeuten

 

Arbeiten Sie in einem dieser Berufe oder planen Sie eine berufliche Neuorientierung? Dann erfahren Sie in diesem Webinar-Mitschnitt, wie Sie sämtliche Vorteile der HeartMath-Methode für Ihre Kunden / Klienten / Patienten / Mitarbeiter und damit auch für Ihren persönlichen Erfolg nutzen können.

 

 

 

Mehr erfahren: Unser Ausbildungsprogramm.

A walk in the park …

Gehen Sie doch öfter mal in einem Park oder im Wald spazieren! Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

Ja, Bewegung ist wichtig. Aber ist es auch wichtig, wo wir uns bewegen?

Japanische Wissenschaftler wollten das etwas genauer wissen und ließen 17 männliche Studenten während 15 Minuten in einem Park und zum Vergleich in der Stadt spazieren gehen. Während des Spaziergangs wurden verschiedene Parameter gemessen, im Anschluss an den Spaziergang füllten die Studenten drei verschiedene Fragebögen aus.

Im Vergleich zur Stadt war die Herzfrequenz beim Spazieren im Park signifikant niedriger (-4%). Die Aktivität des Parasympathikus, der inneren Bremse, stieg im Park deutlich (+17%). Stress und Anspannung werden also nicht nur durch Bewegung alleine abgebaut, sondern auch durch die Umgebung, in der wir uns bewegen. Die Teilnehmer haben dies auch subjektiv deutlich wahrgenommen: Nach dem Spaziergang im Park fühlten sie sich wohler, entspannter und lebendiger, Ängste und andere unangenehme Emotionen wurden weniger.

 

Auch wenn die meisten von uns in Städten leben und aufwachsen, haben sich unsere physiologischen Funktionen in der Evolution in einer natürlichen Umgebung entwickelt. Deshalb käme es nicht von ungefähr, so die Wissenschaftler, dass Menschen dazu tendierten, natürliche Umgebungen zu suchen. Diese wirken sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Intuitiv, und auch nachgewiesenermaßen.

 

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Photo by Annie Spratt on Unsplash

Innere Fitness im Vertrieb

Wir Menschen sind emotionale Wesen, die eben auch Gedanken, Vernunft und Verstand haben. Aber wir bleiben auch im Berufsalltag emotionale Wesen. Statt dies zu verdrängen – „bleiben Sie mal sachlich“ -, ist es von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg im Beruf, Emotionen ganz bewusst einzubeziehen. Ein Bereich, in dem Emotionen eine ganz wesentliche Rolle spielen, ist der Verkauf. Und nicht nur die Emotionen der Kunden. Im Mittelpunkt müssen die Emotionen des Verkäufers/Vertrieblers stehen. Wir nennen dies „innere Fitness“.

 

Für Verkäufer ist die Steuerung von Emotionen eine notwendige Kernkompetenz

Auch in schwierigen Kundensituationen müssen sie authentisch und positiv agieren können. Doch leider gelingt es kaum jemand, sich nur durch „anders Denken“ in einen bestimmten emotionalen Zustand zu versetzen. Denn Emotionale Selbstregulation benötigt den Körper. Warum? Das erfahren Sie in dieser Webinaraufzeichnung.

 

Inhalte des Webinars:

  • Die fundamentale Rolle von Emotionen im Vertrieb.
  • Warum Emotionen keine reine Kopfsache sind sondern körperliches Geschehen und wir deshalb positiv fühlen und nicht nur positiv denken müssen.
  • Weshalb „Surface-Acting“ auf Dauer erschöpft und wahre Authentizität „Real Acting“ erfordert.
  • Wie die Herzfrequenzvariabilität als zuverlässiges physiologisches Maß für die Fähigkeit zur (emotionalen) Selbstregulation dient.
  • Wie Sie mit einfachen Atem- und Fokussierungsübungen innere Balance und Gelassenheit finden und Resilienz steigern und so trotz hoher Beanspruchung auf positive Weise bestmögliche Leistung erbringen und damit erfolgreicher werden.
  • Wie Biofeedback ein besseres Bewusstsein für Emotionen schafft, die so dringend notwendige Motivation und das „Dranbleiben“ fördert und wie Sie moderne Biofeedback-Systeme sinnvoll in den Arbeitsalltag integrieren.
  • Weshalb wir noch viel mehr unsere persönliche Energie statt unsere Zeit managen müssen.

Mehr erfahren: Unser Angebot „Innere Fitness im Vertrieb“.

Geschwindigkeitsrausch – So entkommen Sie der Hektik-Falle

Es ist zwar schon eine ganze Weile her, doch ich erinnere mich noch so, als wäre es gestern gewesen. Es war meine siebte oder achte Fahrstunde – die Doppelstunde – und das hieß: ab auf die Autobahn! Ich hatte das Glück, meinen Führerschein auf einem Golf GTI zu machen. Mein Fahrlehrer animierte mich, mal so richtig Gas zu geben. Ein herrliches Gefühl, mit noch nicht einmal 18 Jahren mit hoher Geschwindigkeit über die Autobahn zu jagen. „An der nächsten Ausfahrt raus, wir kehren um.“ Mein Fahrlehrer mahnte mich auf der Ausfahrtspur: „Pass deine Geschwindigkeit an!“ „Hab‘ ich doch“, war meine ernst gemeinte Antwort. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, nur noch mit den jetzt vorgeschriebenen 80 km/h unterwegs zu sein. „Schau auf den Tacho und brems auf 80 runter!“ Mein Fahrlehrer wurde etwas lauter, und ich verstand auch warum. Der Tacho zeigte knapp 120 km/h. Ich wollte es nicht glauben, bremste aber hart. Bei der nächsten Möglichkeit sollte ich dann rechts ran fahren. Mein Fahrlehrer erklärte mir in aller Ruhe, was passiert war. „Geschwindigkeitsrausch“ fing er an „ist eine große Gefahr.“ Was er mir dann im Detail erklärt hat, weiß ich nicht mehr genau. Aber sicherlich kennen Sie alle dieses Phänomen. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben sich ebenfalls damit beschäftigt. Bereits in den sechziger Jahren fand der Brite G. G. Denton heraus, dass Fahrer, die aufgefordert wurden, ihre Fahrgeschwindigkeit zu halbieren, diese nur etwa um 30 % verringerten. Besonders deutlich dabei waren Fehlschätzungen von Änderungen einer längere Zeit lang gefahrenen Geschwindigkeit. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Untersuchung aus dem Jahr 1981: Auf die Frage nach der Restgeschwindigkeit nach Bremsmanövern aus verschieden hohen Geschwindigkeiten wurden die Restgeschwindigkeiten im Schnitt um ca. 37% unterschätzt. Mehr über dieses Thema finden Sie hier. Doch das Risiko von Geschwindigkeitsrausch gibt es nicht nur beim Autofahren.

Auch für das Herz gibt es einen „Tacho“

Ich leite regelmäßig Seminare in Unternehmen. Und je häufiger ich mit Führungskräften und Mitarbeitern an Schlüsselpositionen zusammenkomme, desto mehr erhärtet sich mein Eindruck: Viele von ihnen sind ebenfalls in einer Art Geschwindigkeitsrausch, auch wenn für die meisten dieser Rausch kein angenehmer ist. Sie sind mit einer so hohen Taktung unterwegs, im Multitasking und im schnellen Aufgabenwechsel gefangen, dass es Ihnen oft schwer fällt, meinen kurzen und einfachen Achtsamkeits- und Fokussierungsübungen zu folgen. Das Hamsterrad, in dem sie sich befinden, dreht sich immer schneller. Doch sie sind sich dieser Tatsache oft nicht wirklich bewusst. Zumindest nicht so bewusst, dass sie ab und zu auch mal so richtig auf die Bremse treten. Nicht nur im Jahresurlaub. Wobei sogar dieser häufig nach dem Motto „höher, schneller, weiter“ abläuft. Wir brauchen also auch einen Tacho, auf den wir ganz bewusst schauen und prüfen können,  ob unsere Geschwindigkeit angemessen ist.

Die Natur hat auch daran gedacht. Unser wichtigster Taktgeber ist auch gleichzeitig unser Tacho – unser Herz. Doch die Hauptinformation ist nicht die Drehzahl, also die Herzfrequenz, sondern die Herzratenvariabilität (HRV). Die HRV gibt Infos über den Zustand unseres Autonomen Nervensystems und zeigt uns an, ob wir mit angemessener oder überhöhter Taktung unterwegs sind, also ob wir uns uns in Balance befinden oder nicht. Und Sie zeigt uns an, wie gut wir beim Bremsen zu innerer Balance finden.

HRV-Biofeedback – Feinfühligkeit in Hightech umgesetzt

Traditionelle Chinesische Ärzte sind in der Lage, per Pulsdiagnostik – mit ihren Fingern am Handgelenk des Patienten – zu spüren, ob unser Herz harmonisch beschleunigt und wieder abbremst oder ob dies in einer sehr chaotischen Weise passiert. HeartMath hat Möglichkeiten entwickelt, die diese Feinfühligkeit in Hightech umsetzen: in sensible Biofeedbacksysteme. Viele Menschen haben sich diesen erst zögernd genähert, um sie später dann mit Überzeugung und Begeisterung täglich zu nutzen. Auf unserer Website finden Sie ausführliche Informationen zu unseren modernen Biofeedbacksystemen, sei es mit Inner Balance fürs Smartphone oder Tablet oder mit emWave2 bzw. emWave Pro. Dort können Sie diese auch ganz bequem gleich online bestellen.

 

 

Photo by Samuele Errico Piccarini on Unsplash

Mit Herzratenvariabilitäts(HRV)-Messungen Resilienz und Überlastung objektiv messen

Optimale Leistungsfähigkeit erfordert ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Regeneration. Doch wie gut gelingt es tatsächlich, aus dem Belastungsmodus in einen Regenrationsmodus zu schalten? Häufig besteht eine Lücke zwischen eigener Wahrnehmung und der Realität, was zu einer trügerischen Sicherheit führen kann. Diese Lücke schließt eine HRV-Messung.

Veränderung braucht Bewusstsein!

Wissen Sie, was Sie und Ihre Mitarbeiter tatsächlich belastet? Wo Sie Energie verlieren? Wie gut oder schlecht es um Ihre Erholungsfähigkeit bestellt ist? Wie gut Sie im Schlaf tatsächlich regenerieren? Eine HRV-Messung ist ein objektiver Spiegel unbewusster Körperprozesse und dient als Standortbestimmung und Startpunkt für ein persönliches Veränderungsmanagement.

HRV-Messungen sind Eye-Opener und Wake-Up-Call für tatsächliche Belastung und Resilienzreserven

In diesem Webinar-Mitschnitt lernen Sie ein wissenschaftlich fundiertes Werkzeug kennen, mit dem Stressoren, Ressourcen, Regenerations- und Erholungsfähigkeit bestimmt werden können. Wer die körperliche und mentale Belastbarkeit realistisch einschätzen kann, geht bewusster mit den eigenen Ressourcen um und bleibt auf Dauer in der Lage, sein volles Leistungspotenzial abzurufen.

Inhalte des Webinars:

  • Wissenschaftliche Grundlagen der Herzratenvariabilität (HRV)
  • Fragen, die eine HRV-Messung objektiv beantworten kann
  • Unterschiede von HRV-Kurzzeitmessung und 24h-HRV-Messung
  • Wie können HRV-Messungen ein Bewusstsein schaffen für echte Stressquellen, Energieverlust und tatsächliche Regeneration
  • Warum Schlafdauer als Kriterium nicht ausreicht und wie eine gute „Schlafarchitektur“ aussieht
  • Warum Freizeitsport nicht immer ausgleichend wirkt, sondern auch zu einer zusätzlichen Belastung werden kann
  • Warum die Herzratenvariabilität ein zuverlässiges Maß für die psychische und körperliche Resilienz ist
  • Ablauf und Organisation von HRV-Messungen, persönlich und in Unternehmen

 

Hier können Sie sich die Aufzeichnung des Webinars ansehen und anhören: 

 

Unser Angebot: 24h-HRV-Messung für Unternehmen

Kann HRV-Biofeedback die Effektivität von Psychotherapie fördern?

Diese Frage stellt der amerikanische Psychotherapeut Richard M. Zwolinski auf seinem Blog „Therapy Soup“ Dr. Eric Chamberlin, einem Experten für Mind-Body-Medizin. Chamberlin beantworte diese Frage eindeutig: “ Psychotherapie kann sehr kraftvoll sein, allerdings sind die Fortschritte oft nicht gleichmäßig. Dies liegt oft daran, dass Klienten nicht in der richtigen Stimmung oder Geisteshaltung sind, um sich voll auf die Behandlung einzulassen und davon zu profitieren. So kann es sein, dass eine Person so von ihrer Angst beherrscht wird, dass sie sich nicht richtig konzentrieren kann. Oder dass sie bei einem Gespräch über emotional sehr aufgeladene Themen von diesen überwältigt wird und sich verschließt. Es war meine Hoffnung, dass mittels der HRV das Nervensystem so  ausgeglichen werden kann, das es möglich ist, ‚den Zug in der Spur zu halten‘ und auf Lösungen für die Probleme hin zu arbeiten, die die Klienten zur Therapie führten. Es funktioniert.“

Die Arbeit mit der HRV hat eine enorme Hebelwirkung

Seine Klienten lässt Chamberlin bereits vor einer Sitzung – im Wartezimmer oder auf der Fahrt in seine Praxis – mit HRV-Biofeedback arbeiten, um in den inneren Ausgleich zu kommen und sich auf die Arbeit in der Sitzung vorzubereiten. Bei Bedarf setzt er es auch in einer Sitzung ein, falls ein Klient innerlich wegdriftet. Und der Einsatz von HRV-Biofeedback in den Stunden und Tagen nach einer Sitzung hilft den Klienten, die Erfahrung der Sitzung „zu verdauen“ und Veränderungen umzusetzen.

Weiterlesen:

Die Wirkung der HRV in der Psychotherapie wurde auch wissenschaftlich bestätigt

Es gibt mittlerweile einige Studien, die die positiven Effekte von HRV-Biofeedback bei psychischen Problemen nachgewiesen haben. Hier zwei Beispiele:

1. Klare Verbesserung von Angstsymptomen beim Einsatz von HRV-Biofeedback in der Musiktherapie.

„The therapy outcome was positive, with marked symptom improvements. RFB appeared to have functioned as an adaptive intervention, modulating the emotional difficulty of the sessions according to the therapy phase and the client’s current needs.“

Weiterlesen: The effect of resonance frequency breathing when used as a preparatory exercise in music psychotherapy: A single-case experimental study of a client with anxiety disorder

2. HRV-Biofeedback ist ein hilfreiches Werkzeug bei der Aggressionsbewältigung.

„The results support the hypothesis (…) that the consistent use of biofeedback as an intervention can be a beneficial tool for the management of anger. The results imply that biofeedback intervention can also be useful in reducing the number and severity of domestic violence cases as well as other anger-related criminal offenses.“

Weiterlesen: Biofeedback Intervention for Anger Management: A Case Study

 

Aus all diesen Gründen ist der Wissenschaftler Paul Lehrer der Meinung, „Biofeedback ist ein wichtiger aber häufig ignorierter Bestandteil von Psychotherapie“, und erklärt uns, wie und warum HRV Biofeedback wirkt.

Weiterlesen:

 

Photo by Eduard Militaru on Unsplash

Die Herzratenvariabilität – ein Maß für die körperliche und mentale Regulationsfähigkeit

Der menschliche Körper ist ein komplexes Zusammenspiel von Gehirn, Organen, Geweben, Zellen und Stoffwechsel und muss sich dauernd an neue Umstände anpassen. Mit Schwitzen und Fieber hilft er sich bspw. bei der Regelung der Temperatur. Die Regulation der Körpertemperatur dient dazu, den Organismus im Winter zu wärmen oder im Sommer zu kühlen. Auch wenn unwillkommene Erreger wie Grippeviren vorhanden sind, wird die Körpertemperatur sofort erhöht: Fieber regt nämlich die weißen Blutkörperchen an, damit diese die Bakterien oder Viren besser fressen können. Fieber ist also ein Vorgang der gezielten inneren Anpassung. Dies ist ein Beispiel für eine vorübergehende Störung. Bleibt eine Störung aber dauerhaft bestehen oder kommen weitere Störungen hinzu, ist die Regulationsfähigkeit des Körpers gefährdet. Dabei können Störungen sowohl auf rein körperlicher Ebene stattfinden wie auch auf der psychischen Ebene.

Eine therapeutische Intervention kann immer nur dann wirken, wenn der menschliche Körper zur Regulation fähig ist. Die Regulationsfähigkeit des Organismus ist gebunden an ein regulierendes und regulierbares Grundsystem. Damit also eine Intervention auch Veränderungen bewirken kann und regulierend in den Organismus eingreifen kann, ist sie an die Fähigkeit des Systems gebunden, „mitmachen“ zu können.

 

HRV ist die Messgröße für die Regulationsfähigkeit des Organismus

Aber woher wissen Sie, ob ein(e) Patient*in in der Lage ist zu regulieren und Ihre Intervention zu „verarbeiten“? Seit einigen Jahren haben Wissenschaftler gezeigt, dass die Herzratenvariabilität (HRV) ein geeignetes Messinstrument ist, um verschiedenste Aspekte von Selbstregulation zu messen, wie z.B.:

  • Körperliche Gesundheit (Kim et al., 2015; Huikuri et al., 1999; Grieco, Colberg, Somma, Thompson, & Vinik, 2014)
  • Mentale Gesundheit (Cicchetti et al., 2014; Bradley et al., 2010; Scott & Weems, 2014; Bosch, Riese, Ormel, Verhulst, & Oldehinkel, 2009); s. auch hier
  • Selbstkontrolle (Geisler & Kubiak, 2009)
  • Aggressivität (Gower & Crick, 2011)
  • Sucht und riskantes Verhalten (Quintana, Guastella, MGregor, Hickie, & Kemp, 2013; Kniffin et al., 2014; Buckman, White, & Bates, 2010)
  • Fähigkeit zu sozialer Interaktion (Shahrestani, Stewart, Quintana, Hickie, & Guastella, 2014; Movius & Allen, 2005)
  • Emotionsregulation/-kontrolle (Hastings et al., 2008; Pu, Schmeichel, & Demaree, 2010; Guy, Souders, Bradstreet, DeLussey, & Herrington, 2014; Davis, Quiñones-Camacho, & Buss, 2016)
  • Exekutive und/oder kognitive Funktionen (Thayer, Hansen, Saus-Rose, & Johnsen, 2009; Marcovitch et al., 2010)

Außerdem sind HRV-Messungen auch eine ideale Therapiekontrolle für Interventionen jeglicher Art.

HeartMath hat mit dem emWave Pro Plus ein sehr kostengünstiges System entwickelt, mit dem Sie nicht nur die HRV Ihrer Patien*innen messen können. Im emWave Pro Plus sind auch die HRV-Biofeedback-Funktionen des emWave Pro enthalten, um die Variabilität des Herzens zu trainieren und damit direkt die Regulationsfähigkeit des Organismus zu verbessern.

 

 

 

Photo by Raka Rachgo on Unsplash

 

 

Stress schädigt das Herz durch verstärkte Aktivität der Amygdala

Schon lange ist bekannt, dass psychischer Stress das Herz schädigen kann. Als Ursache wurden bisher Veränderungen des autonomen Nervensystems und des endokrinen und inflammatorischen Systems identifiziert. Jetzt konnten Wissenschaftler aus den USA zeigen, dass eine stressbedingt verstärkte Aktivität der Amygdala für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko mitverantwortlich ist. Hier geht es zur Studie.

Ihr Gehirn und insbesondere auch Ihre Amygdala hören auf Ihr Herz

Das Gehirn ist auf die neurologischen Informationen des Herzens angewiesen. Ja, das Herz sendet mehr Signale ans Gehirn (mehr neurale Informationen) als das Gehirn ans Herz. Ihr Herzrhythmusmuster teilt dem Gehirn mit, was der Körper fühlt; das Gehirn interpretiert diese Informationen und entscheidet, was zu tun ist. Das Herz kommuniziert Informationen über den Vagusnerv an den Thalamus und die Amygdala, zwei wichtige Gehirnzentren.

Amygdala – Speicher emotionaler Erinnerungen

In der Amygdala werden emotionale Erinnerungen verarbeitet. Sie vergleicht die vom Herzen und den Sinnen (Sehen, Hören, Berührung, Geschmack und Geruch) eingehenden Informationen mit bereits gespeicherten emotionalen Erinnerungen. Die Amygdala sucht nach Mustern, die zu früheren Erfahrungen passen. Wenn sie ein Herzrhythmusmuster  oder Sinneseindrücke empfängt, diese mit einer früheren Erfahrung in Verbindung bringen kann, deckt sie auf,  wenn es eine Deckungsgleichheit zwischen einem früheren und einem aktuellen Muster gibt. Die Zellen im Zentrum der Amygdala arbeiten sogar synchron mit dem Herzschlag. War die frühere Erfahrungen stressig, so löst die Amygdala – alarmiert durch die aktuelle „gleiche“ Erfahrung – eine Stressreaktion aus, und damit die negativen Emotionen, die mit der früheren Erfahrung einhergingen. Daher reagieren sie bspw. negativ auf einen Namen in ihrer Mailbox oder Ihrem Telefondisplay, weil Ihre Amygdala die unangenehme Erinnerung  an diesen Menschen gespeichert hat.

Mit HeartMath aus dem Stress aussteigen

Mit den Techniken von HeartMath ändern Sie Ihren Herzrhythmus und somit die Informationen, die das Herz an die Amygdala sendet.  Damit durchbrechen Sie die Stressreaktion sofort.

Im letzten ist es unsere eigene Entscheidung, ob wir eine Stressreaktion ausleben oder uns davon befreien wollen.  Ist es nicht besser, insbesondere auch für unser Herz, unsere Gesundheit im allgemeinen, unser Wohlbefinden und auch für unsere Umwelt, wenn wir unsere emotionale Energie darauf verwenden uns selbst zu regulieren statt nur zu reagieren. Sie alle werden es Ihnen danken.

HeartMath Coaching bei Trennungsschmerz

Eines Tages kam eine Frau zu mir, welche mir von Ihrem Trennungsschmerz erzählte, der so stark war, dass sie wusste: «Ich brauche Unterstützung». Sie beschrieb mir ihre innere Unruhe und die Angst welche sie in sich spürte, obschon sie diese nicht greifen konnte. Als Lösung schlug ich ihr die Selbstregulationstechnik von HeartMath vor. Denn ohne Beruhigung der inneren Alarmsysteme können wir nicht an Lösungen arbeiten. Sie willigte ein und so instruierte ich ihr die herzfokussierte Atmung. Nach der Durchführung dieser Technik, welche bloß ein paar Minuten in Anspruch nimmt, fühlte sie sich leichter, erlangte mehr innere Ruhe und wir konnten damit beginnen, das Problem an der Wurzel anzugehen.

Nach einiger Zeit kamen wir zum springenden Punkt, dass es für sie schwierig bis unmöglich war, mit den jeweiligen Partnern in der Kommunikation zu bleiben, sobald es etwas schwieriger wurde. Wir erarbeiteten Klarheit darüber, dass eine Beziehung ohne Kommunikation schwierig bis unmöglich wird. Wir verliessen bald die Problemebene und suchten nach Lösungen in der aktuellen Situation, in der jetzigen Zeit. Es wurde klar, dass trotz der Trennung noch alltägliche Dinge mit ihrem Ex-Partner zu bereden sind. Sie konnte sich kaum vorstellen, wie sie dieses Gespräch führen sollte. Wir nahmen den Druck aus der Situation indem ich sagte, dass sie dies nicht sofort machen müsse, es sei wichtig zu Kräften zu kommen und Zuversicht zu gewinnen. Wir beendeten die Sitzung mit einer herzfokussierten Atmung und dem Hinweis, dass sie diese Technik von jetzt an täglich bis zu 3x praktizieren sollte.

Zwei Tage später klingelte mein Telefon. Meine Kundin war am anderen Ende und meinte, sie wäre zuhause gewesen und hätte plötzlich ein Verlangen gespürt, die Situation zu beenden. Sie sei jetzt vor der Wohnungstüre ihres Ex-Partners und sie zögere zu klingeln… Wir besprachen die Situation und wägten die verschiedenen Möglichkeiten ab. Angst vor einem unangenehmen Ausgang wurde erkennbar. Wir definierten die Minimumziele, welche sie an diesem heutigen Tag erreichen wollte. Damit schwand der Druck und Kraft kehrte zurück. Ich teilte ihr noch mit, dass die herzfokussierte Atmung immer helfe, wenn man sich unwohl fühle und auch, wenn man sich blockiert fühlt; man müsse sich nur daran erinnern.

Wir verblieben, dass es ihre einzige Aufgabe war, im Gespräch zu bleiben und so oft wie möglich die herzfokussierte Atmung anzuwenden – dies kann man immer in Redepausen tun oder man zieht sich für einen Moment zurück (ein Toilettengang biete sich da immer sehr gut an).

Am selben Abend hörte ich nichts mehr von ihr. Ich war natürlich selbst auch sehr gespannt und übte mich ebenfalls in Zuversicht für einen positiven Ausgang meiner Kundin. Am nächsten Tag meldete sie sich. Sie war sogar etwas euphorisch. Erzählte mir, dass das Gespräch super gelaufen sei. Ihr Ex-Partner sei ziemlich verdattert gewesen, denn sie hätten drei Stunden diskutiert und die herzfokussierte Atmung hätte ihr sehr geholfen. Er habe gesagt: «Was ist denn mit dir passiert, das gab es ja noch nie…»

Ich hatte selbst nicht damit gerechnet, dass meine Intervention so rasch fruchtet und schon gar nicht, dass man so schnell in eine Lösungssituation kommen kann. Besonders nicht mit dieser Vorgeschichte. Das Problem der Kommunikationsblockade (kortikale Inhibition genannt) bestand ja nicht erst seit kurzem, sondern das Problem ist schon zu einem veritablen System gewachsen. Das Ausbrechen aus einem erprobten und gelebten System (in der Neurowissenschaft «Datenautobahn» genannt) ist immer mit sehr viel Aufwand verbunden. Umso schöner, dass so schnell so gute Ergebnisse erzielt werden konnten. Diese schnelle Wirkkraft bestätigt sich bei mir in den häufigsten Fällen der Coachings. Dies überzeugt mich regelmäßig von Neuem. Ich bedanke mich bei meiner Kundin für diese tolle Erfahrung und freue mich auf viele neue Lösungen in der Arbeit mit HeartMath.

-Yves NATER, HeartMath Coach und Trainer

 

Links zu Yves Nater:

https://twitter.com/Emotionsmanager

https://www.xing.com/profile/Yves_Nater

http://emotionsmanager.ch/

 

Bildreferenz: Xavier Sotomayor