Kann HRV-Biofeedback die Effektivität von Psychotherapie fördern?

Diese Frage stellt der amerikanische Psychotherapeut Richard M. Zwolinski auf seinem Blog „Therapy Soup“ Dr. Eric Chamberlin, einem Experten für Mind-Body-Medizin. Chamberlin beantworte diese Frage eindeutig: “ Psychotherapie kann sehr kraftvoll sein, allerdings sind die Fortschritte oft nicht gleichmäßig. Dies liegt oft daran, dass Klienten nicht in der richtigen Stimmung oder Geisteshaltung sind, um sich voll auf die Behandlung einzulassen und davon zu profitieren. So kann es sein, dass eine Person so von ihrer Angst beherrscht wird, dass sie sich nicht richtig konzentrieren kann. Oder dass sie bei einem Gespräch über emotional sehr aufgeladene Themen von diesen überwältigt wird und sich verschließt. Es war meine Hoffnung, dass mittels der HRV das Nervensystem so  ausgeglichen werden kann, das es möglich ist, ‚den Zug in der Spur zu halten‘ und auf Lösungen für die Probleme hin zu arbeiten, die die Klienten zur Therapie führten. Es funktioniert.“

Die Arbeit mit der HRV hat eine enorme Hebelwirkung

Seine Klienten lässt Chamberlin bereits vor einer Sitzung – im Wartezimmer oder auf der Fahrt in seine Praxis – mit HRV-Biofeedback arbeiten, um in den inneren Ausgleich zu kommen und sich auf die Arbeit in der Sitzung vorzubereiten. Bei Bedarf setzt er es auch in einer Sitzung ein, falls ein Klient innerlich wegdriftet. Und der Einsatz von HRV-Biofeedback in den Stunden und Tagen nach einer Sitzung hilft den Klienten, die Erfahrung der Sitzung „zu verdauen“ und Veränderungen umzusetzen.

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Die Wirkung der HRV in der Psychotherapie wurde auch wissenschaftlich bestätigt

Es gibt mittlerweile einige Studien, die die positiven Effekte von HRV-Biofeedback bei psychischen Problemen nachgewiesen haben. Hier zwei Beispiele:

1. Klare Verbesserung von Angstsymptomen beim Einsatz von HRV-Biofeedback in der Musiktherapie.

„The therapy outcome was positive, with marked symptom improvements. RFB appeared to have functioned as an adaptive intervention, modulating the emotional difficulty of the sessions according to the therapy phase and the client’s current needs.“

Weiterlesen: The effect of resonance frequency breathing when used as a preparatory exercise in music psychotherapy: A single-case experimental study of a client with anxiety disorder

2. HRV-Biofeedback ist ein hilfreiches Werkzeug bei der Aggressionsbewältigung.

„The results support the hypothesis (…) that the consistent use of biofeedback as an intervention can be a beneficial tool for the management of anger. The results imply that biofeedback intervention can also be useful in reducing the number and severity of domestic violence cases as well as other anger-related criminal offenses.“

Weiterlesen: Biofeedback Intervention for Anger Management: A Case Study

 

Aus all diesen Gründen ist der Wissenschaftler Paul Lehrer der Meinung, „Biofeedback ist ein wichtiger aber häufig ignorierter Bestandteil von Psychotherapie“, und erklärt uns, wie und warum HRV Biofeedback wirkt.

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Photo by Eduard Militaru on Unsplash

Die Herzratenvariabilität – ein Maß für die körperliche und mentale Regulationsfähigkeit

Der menschliche Körper ist ein komplexes Zusammenspiel von Gehirn, Organen, Geweben, Zellen und Stoffwechsel und muss sich dauernd an neue Umstände anpassen. Mit Schwitzen und Fieber hilft er sich bspw. bei der Regelung der Temperatur. Die Regulation der Körpertemperatur dient dazu, den Organismus im Winter zu wärmen oder im Sommer zu kühlen. Auch wenn unwillkommene Erreger wie Grippeviren vorhanden sind, wird die Körpertemperatur sofort erhöht: Fieber regt nämlich die weißen Blutkörperchen an, damit diese die Bakterien oder Viren besser fressen können. Fieber ist also ein Vorgang der gezielten inneren Anpassung. Dies ist ein Beispiel für eine vorübergehende Störung. Bleibt eine Störung aber dauerhaft bestehen oder kommen weitere Störungen hinzu, ist die Regulationsfähigkeit des Körpers gefährdet. Dabei können Störungen sowohl auf rein körperlicher Ebene stattfinden wie auch auf der psychischen Ebene.

Eine therapeutische Intervention kann immer nur dann wirken, wenn der menschliche Körper zur Regulation fähig ist. Die Regulationsfähigkeit des Organismus ist gebunden an ein regulierendes und regulierbares Grundsystem. Damit also eine Intervention auch Veränderungen bewirken kann und regulierend in den Organismus eingreifen kann, ist sie an die Fähigkeit des Systems gebunden, „mitmachen“ zu können.

 

HRV ist die Messgröße für die Regulationsfähigkeit des Organismus

Aber woher wissen Sie, ob ein(e) Patient*in in der Lage ist zu regulieren und Ihre Intervention zu „verarbeiten“? Seit einigen Jahren haben Wissenschaftler gezeigt, dass die Herzratenvariabilität (HRV) ein geeignetes Messinstrument ist, um verschiedenste Aspekte von Selbstregulation zu messen, wie z.B.:

  • Körperliche Gesundheit (Kim et al., 2015; Huikuri et al., 1999; Grieco, Colberg, Somma, Thompson, & Vinik, 2014)
  • Mentale Gesundheit (Cicchetti et al., 2014; Bradley et al., 2010; Scott & Weems, 2014; Bosch, Riese, Ormel, Verhulst, & Oldehinkel, 2009); s. auch hier
  • Selbstkontrolle (Geisler & Kubiak, 2009)
  • Aggressivität (Gower & Crick, 2011)
  • Sucht und riskantes Verhalten (Quintana, Guastella, MGregor, Hickie, & Kemp, 2013; Kniffin et al., 2014; Buckman, White, & Bates, 2010)
  • Fähigkeit zu sozialer Interaktion (Shahrestani, Stewart, Quintana, Hickie, & Guastella, 2014; Movius & Allen, 2005)
  • Emotionsregulation/-kontrolle (Hastings et al., 2008; Pu, Schmeichel, & Demaree, 2010; Guy, Souders, Bradstreet, DeLussey, & Herrington, 2014; Davis, Quiñones-Camacho, & Buss, 2016)
  • Exekutive und/oder kognitive Funktionen (Thayer, Hansen, Saus-Rose, & Johnsen, 2009; Marcovitch et al., 2010)

Außerdem sind HRV-Messungen auch eine ideale Therapiekontrolle für Interventionen jeglicher Art.

HeartMath hat mit dem emWave Pro Plus ein sehr kostengünstiges System entwickelt, mit dem Sie nicht nur die HRV Ihrer Patien*innen messen können. Im emWave Pro Plus sind auch die HRV-Biofeedback-Funktionen des emWave Pro enthalten, um die Variabilität des Herzens zu trainieren und damit direkt die Regulationsfähigkeit des Organismus zu verbessern.

 

 

 

Photo by Raka Rachgo on Unsplash

 

 

Stress schädigt das Herz durch verstärkte Aktivität der Amygdala

Schon lange ist bekannt, dass psychischer Stress das Herz schädigen kann. Als Ursache wurden bisher Veränderungen des autonomen Nervensystems und des endokrinen und inflammatorischen Systems identifiziert. Jetzt konnten Wissenschaftler aus den USA zeigen, dass eine stressbedingt verstärkte Aktivität der Amygdala für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko mitverantwortlich ist. Hier geht es zur Studie.

Ihr Gehirn und insbesondere auch Ihre Amygdala hören auf Ihr Herz

Das Gehirn ist auf die neurologischen Informationen des Herzens angewiesen. Ja, das Herz sendet mehr Signale ans Gehirn (mehr neurale Informationen) als das Gehirn ans Herz. Ihr Herzrhythmusmuster teilt dem Gehirn mit, was der Körper fühlt; das Gehirn interpretiert diese Informationen und entscheidet, was zu tun ist. Das Herz kommuniziert Informationen über den Vagusnerv an den Thalamus und die Amygdala, zwei wichtige Gehirnzentren.

Amygdala – Speicher emotionaler Erinnerungen

In der Amygdala werden emotionale Erinnerungen verarbeitet. Sie vergleicht die vom Herzen und den Sinnen (Sehen, Hören, Berührung, Geschmack und Geruch) eingehenden Informationen mit bereits gespeicherten emotionalen Erinnerungen. Die Amygdala sucht nach Mustern, die zu früheren Erfahrungen passen. Wenn sie ein Herzrhythmusmuster  oder Sinneseindrücke empfängt, diese mit einer früheren Erfahrung in Verbindung bringen kann, deckt sie auf,  wenn es eine Deckungsgleichheit zwischen einem früheren und einem aktuellen Muster gibt. Die Zellen im Zentrum der Amygdala arbeiten sogar synchron mit dem Herzschlag. War die frühere Erfahrungen stressig, so löst die Amygdala – alarmiert durch die aktuelle „gleiche“ Erfahrung – eine Stressreaktion aus, und damit die negativen Emotionen, die mit der früheren Erfahrung einhergingen. Daher reagieren sie bspw. negativ auf einen Namen in ihrer Mailbox oder Ihrem Telefondisplay, weil Ihre Amygdala die unangenehme Erinnerung  an diesen Menschen gespeichert hat.

Mit HeartMath aus dem Stress aussteigen

Mit den Techniken von HeartMath ändern Sie Ihren Herzrhythmus und somit die Informationen, die das Herz an die Amygdala sendet.  Damit durchbrechen Sie die Stressreaktion sofort.

Im letzten ist es unsere eigene Entscheidung, ob wir eine Stressreaktion ausleben oder uns davon befreien wollen.  Ist es nicht besser, insbesondere auch für unser Herz, unsere Gesundheit im allgemeinen, unser Wohlbefinden und auch für unsere Umwelt, wenn wir unsere emotionale Energie darauf verwenden uns selbst zu regulieren statt nur zu reagieren. Sie alle werden es Ihnen danken.

HeartMath Coaching bei Trennungsschmerz

Eines Tages kam eine Frau zu mir, welche mir von Ihrem Trennungsschmerz erzählte, der so stark war, dass sie wusste: «Ich brauche Unterstützung». Sie beschrieb mir ihre innere Unruhe und die Angst welche sie in sich spürte, obschon sie diese nicht greifen konnte. Als Lösung schlug ich ihr die Selbstregulationstechnik von HeartMath vor. Denn ohne Beruhigung der inneren Alarmsysteme können wir nicht an Lösungen arbeiten. Sie willigte ein und so instruierte ich ihr die herzfokussierte Atmung. Nach der Durchführung dieser Technik, welche bloß ein paar Minuten in Anspruch nimmt, fühlte sie sich leichter, erlangte mehr innere Ruhe und wir konnten damit beginnen, das Problem an der Wurzel anzugehen.

Nach einiger Zeit kamen wir zum springenden Punkt, dass es für sie schwierig bis unmöglich war, mit den jeweiligen Partnern in der Kommunikation zu bleiben, sobald es etwas schwieriger wurde. Wir erarbeiteten Klarheit darüber, dass eine Beziehung ohne Kommunikation schwierig bis unmöglich wird. Wir verliessen bald die Problemebene und suchten nach Lösungen in der aktuellen Situation, in der jetzigen Zeit. Es wurde klar, dass trotz der Trennung noch alltägliche Dinge mit ihrem Ex-Partner zu bereden sind. Sie konnte sich kaum vorstellen, wie sie dieses Gespräch führen sollte. Wir nahmen den Druck aus der Situation indem ich sagte, dass sie dies nicht sofort machen müsse, es sei wichtig zu Kräften zu kommen und Zuversicht zu gewinnen. Wir beendeten die Sitzung mit einer herzfokussierten Atmung und dem Hinweis, dass sie diese Technik von jetzt an täglich bis zu 3x praktizieren sollte.

Zwei Tage später klingelte mein Telefon. Meine Kundin war am anderen Ende und meinte, sie wäre zuhause gewesen und hätte plötzlich ein Verlangen gespürt, die Situation zu beenden. Sie sei jetzt vor der Wohnungstüre ihres Ex-Partners und sie zögere zu klingeln… Wir besprachen die Situation und wägten die verschiedenen Möglichkeiten ab. Angst vor einem unangenehmen Ausgang wurde erkennbar. Wir definierten die Minimumziele, welche sie an diesem heutigen Tag erreichen wollte. Damit schwand der Druck und Kraft kehrte zurück. Ich teilte ihr noch mit, dass die herzfokussierte Atmung immer helfe, wenn man sich unwohl fühle und auch, wenn man sich blockiert fühlt; man müsse sich nur daran erinnern.

Wir verblieben, dass es ihre einzige Aufgabe war, im Gespräch zu bleiben und so oft wie möglich die herzfokussierte Atmung anzuwenden – dies kann man immer in Redepausen tun oder man zieht sich für einen Moment zurück (ein Toilettengang biete sich da immer sehr gut an).

Am selben Abend hörte ich nichts mehr von ihr. Ich war natürlich selbst auch sehr gespannt und übte mich ebenfalls in Zuversicht für einen positiven Ausgang meiner Kundin. Am nächsten Tag meldete sie sich. Sie war sogar etwas euphorisch. Erzählte mir, dass das Gespräch super gelaufen sei. Ihr Ex-Partner sei ziemlich verdattert gewesen, denn sie hätten drei Stunden diskutiert und die herzfokussierte Atmung hätte ihr sehr geholfen. Er habe gesagt: «Was ist denn mit dir passiert, das gab es ja noch nie…»

Ich hatte selbst nicht damit gerechnet, dass meine Intervention so rasch fruchtet und schon gar nicht, dass man so schnell in eine Lösungssituation kommen kann. Besonders nicht mit dieser Vorgeschichte. Das Problem der Kommunikationsblockade (kortikale Inhibition genannt) bestand ja nicht erst seit kurzem, sondern das Problem ist schon zu einem veritablen System gewachsen. Das Ausbrechen aus einem erprobten und gelebten System (in der Neurowissenschaft «Datenautobahn» genannt) ist immer mit sehr viel Aufwand verbunden. Umso schöner, dass so schnell so gute Ergebnisse erzielt werden konnten. Diese schnelle Wirkkraft bestätigt sich bei mir in den häufigsten Fällen der Coachings. Dies überzeugt mich regelmäßig von Neuem. Ich bedanke mich bei meiner Kundin für diese tolle Erfahrung und freue mich auf viele neue Lösungen in der Arbeit mit HeartMath.

-Yves NATER, HeartMath Coach und Trainer

 

Links zu Yves Nater:

https://twitter.com/Emotionsmanager

https://www.xing.com/profile/Yves_Nater

http://emotionsmanager.ch/

 

Bildreferenz: Xavier Sotomayor

Das kleine Gehirn im Herzen

Dr. J. Andrew Armour hat bereits 1991 den Begriff Herzgehirn eingeführt. Dieses „Herzgehirn“ besitzt, wie auch das eigentliche Gehirn, ein komplexes Netzwerk von Neuronen, Neurotransmittern, Proteinen und Helferzellen. Das Herzgehirn kann unabhängig vom Kopfgehirn agieren und verfügt über ausgeprägte sensorische Fähigkeiten.

Dr. Armour hat dem HeartMath Institute freundlicherweise einige Bilder zur Verfügung gestellt, die mit einem hoch auflösenden Mikroskop aufgenommen wurden.


Die erste Aufnahme zeigt die enge Verbindungen zwischen den intrinsischen Ganglien im menschlichen Herz. DIe hellblauen feinen Strukturen im linken Bild sind multiple Axone, die die einzelnen Ganglien miteinander verbinden. Das rechte Bild ist eine vergrößerte Aufnahme eines Ganglions. Der Ausschnitt entspricht dem Rechteck im linken Bild.


Dieses Bild eines stark vergrößerten intrinsischen Herzganglions wurde mit einem Konfokalmikroskop aufgenommen, das in der Lage ist, eine Schicht nach der anderen zu fotografieren und daraus eine 3D-Aufnahme zu erstellen. Ganglien bestehen aus Gruppen von Nervenzellen (Soma) und befinden sich außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. Jede einzelne der kleineren kreisförmigen Strukturen ist der Zellkörper eines individuellen Neurons.


Hier sehen Sie einen Querschnitt durch ein intrinsisches Herzganglion. Im Zentrum befinden sich massenhaft Dendriten ( Zellfortsätze von Nervenzellen), die die einzelnen Neuronen miteinander Verbinden. Dieses Dendritenfeld ist eine ideale Struktur für unabhängige Informationsverarbeitung.


Die intrinsischen Herzganglien sind über das Herz verteilt. Insbesondere findet man diese an den Anschlüssen der großen Gefäße.


Afferente Neuronen senden Informationen zu anderen Neuronen. Diese sensorischen afferenten Neuronen erkennen lokale mechanische oder biochemische Veränderungen im Gewebe des Herzens. Diese Informationen werden an das restliche intrinsische Nervensystem des Herzens weitergeleitet, und von da aus häufig zum Kopfgehirn.

 

Mehr Erfolg im Sport – mit Biofeedback

Treffsicherheit ist bei Ballsportarten das A und O. Und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, ist auch bei vielen anderen Sportarten eine wichtige Grundvoraussetzung. Welche Möglichkeiten gibt es also – neben dem Einüben der eigentlichen Technik wie schießen oder werfen etc. – um die Performance zu steigern? Wissenschaftler aus Indien sind einen besonderen Weg gegangen, um die Konzentrationsfähigkeit und die Motorik von Sportlern zu verbessern. Weiterlesen →

Drei Tipps für mehr Herzkohärenz

Schon fünf Minuten bewusstes Fühlen einer angenehmen Emotion wie Wertschätzung wirken sich positiv auf unser Immunsystem aus. Denn positive Emotionen verstärken die Kohärenz in unserem Herzrhythmus. Dies hat das HeartMath Institute in einer Studie ermittelt, die bereits 1995 im Journal of Advancement in Medicine veröffentlicht wurde.

Und mit diesen drei einfachen Tipps können Sie mehr Wertschätzung in Ihr Leben bringen:

1. Sammeln Sie die Kraft positiver Gefühle.

Wählen Sie ein paar Fotos, die in ihnen ein Gefühl von Wertschätzung erzeugen. Platzieren Sie diese Fotos an Orten, an denen Sie sie über den Tag verteilt immer wieder sehen: in ihrem Auto, auf ihrem Schreibtisch, am Spiegel im Badezimmer, am Kühlschrank.

Wenn Sie dann auf eines der Fotos schauen, dann halten sie einen Moment inne und verbinden Sie sich ganz bewusst mit dem Gefühl der Wertschätzung.

2. Erinnerungshilfen

Damit Sie sich das bewusste Fühlen von Wertschätzung richtig angewöhnen, ist es wichtig, sich regelmäßig darin zu üben. Kleben Sie dazu bspw. ein Post-it an Ihren Bildschirm, in Ihren Kalender oder an ein anderes Gebrauchsobjekt, das Sie regelmäßig nutzen. Sie können sich auch regelmäßige Erinnerungen in den Kalender Ihres Smartphones einplanen oder gar über den App Store einen Achtsamkeits-Timer (z.B. Glocke der Achtsamkeit [Android] oder Klangschalentimer [iOS]) herunterladen. Je häufiger Sie für einen kurzen Moment innehalten und ganz bewusst Wertschätzung empfinden, desto besser wird Ihre Herzkohärenz. Und allmählich wird Wertschätzung zu einer festen Größe in Ihrem Leben.

Überlegen Sie sich in diesen kurzen Momenten, was Sie heute erlebt haben, das sie wertschätzen können. Oder Sie wertschätzen sich selbst dafür, dass Sie sich an Ihren Plan halten. Durch die regelmäßige Übung verbessern Sie auch Ihr Bewusstsein dafür, was alles Gutes in Ihrem Leben passiert.

3. Führen Sie ein Dankbarkeits-Tagebuch

Nehmen Sie sich am Ende des Tages etwas Zeit, um einige Dinge aufzuschreiben, für die sie dankbar sind. Es können so einfache Dinge sein wie bspw. die Freundlichkeit eines Menschen, der Ihnen heute die Tür aufgehalten hat etc.

Wenn Sie regelmäßig in Ihr Dankbarkeitstagebuch schreiben, hilft Ihnen das, Ihr Leben mehr aus einer Perspektive von Dankbarkeit zu sehen. Nachdem Sie Ihre kleine Liste angefertigt haben, nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um sich ganz bewusst mit einem Gefühl von Wertschätzung oder Dankbarkeit für diese Punkte auf Ihrer Liste zu verbinden. Je regelmäßiger Sie diese Übung machen, desto mehr werden sie davon profitieren.

Zum Weiterlesen:

Produktivität – mal anders betrachtet

Sie sind Profi in Ihrem Job und wissen genau, was Sie zu tun haben. Und doch geht immer wieder das Thema um „Wie kann ich (noch) produktiver sein?“. Ist das denn überhaupt möglich, oder verlangt da jemand von Ihnen, zu einer Maschine zu werden? Produktiver sein heißt aber auch – für einen selbst – Ziele direkter zu erreichen, überflüssige Belastungen zu vermeiden und negative Emotionen nicht aufkommen zu lassen – sondern positive Gefühle zu erzeugen.

Produktivität braucht positive Emotionen

Gefühle und Emotionen sind ja Kernthemen von HeartMath. Deswegen ist es umso erfreulicher, dass Wissenschaftler uns ein weiteres Argument dafür liefern, weshalb es so wichtig ist, Emotionsregulation als Kernkompetenz zu entwickeln. Steffanie Wilk von der Ohio State University hat herausgefunden, dass die Stimmung von Mitarbeitern zu Arbeitsbeginn in aller Regel ausschlaggebend dafür war, wie sich diese den ganzen Tag über fühlten. Und diese Stimmung hatte einen eindeutigen Einfluss auf ihre Leistungsfähigkeit, also wie viel die Mitarbeiter arbeiteten und wie gut sie ihre Arbeit erledigten.

Ob sie nun zu Hause arbeiten oder in einem Büro oder eine Fabrikgebäude, ob sie selbstständig sind oder angestellt – Ihre Gefühlslage am Morgen wird sich ziemlich sicher darauf auswirken, wie gut es ihnen gelingt, ihr Tagespensum zu schaffen, sowohl in Hinsicht auf Qualität wie auch auf die Arbeitsmenge. Wäre es also nicht ein gutes Investment in ihre Produktivität, wenn sie sich morgens etwas Zeit nehmen, um ihre Stimmung positiv zu beeinflussen? Wir empfehlen Ihnen dazu die Technik Quick Coherence.

Quick Coherence (Schnelle Kohärenz)

Schritt 1: Herzatmung. Richten Sie dazu Ihre Aufmerksamkeit auf die Mitte Ihres Brustkorbs. Stellen Sie sich vor, dass Sie durch Ihre Herzregion ein- und ausatmen. Dies fördert die Kohärenz. Atmen Sie etwas langsamer und tiefer als sonst, 5 Sekunden ein und aus, oder in einem anderen angenehmen Rhythmus.

Schritt 2: Herzgefühl. Rufen Sie ganz bewusst ein angenehmes Gefühl auf, z.B. Ihre Wertschätzung für jemanden oder etwas Wichtiges in Ihrem Leben. Oder fragen Sie sich: „Worauf freue ich mich heute?“ und spüren Sie diese (Vor)Freude ganz bewusst.

Die Ergebnisse dieser Studie haben auch für Führungskräfte eine hohe Relevanz.

Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sollte sich damit beschäftigen, wie sie die Grundstimmung in ihrem Team positiv beeinflussen.

Zum Weiterlesen:

Die HeartMath-Methode in der Arztpraxis – Erfahrungen aus erster Hand

Eine ausgeprägte Herzratenvariabilität (HRV) ist Zeichen einer gut funktionierenden Selbstregulation – körperlich und emotional. Diese Fähigkeit zur Selbstregulation ist ein Schlüsselfaktor für eine gute Gesundheit und die Genesung von Krankheiten.

Mittlerweile gibt es in der internationalen Datenbank PubMed mehrere Tausend Beiträge über den Zusammenhang von HRV und Gesundheit. Wissenschaftler erkennen immer mehr die fundamentale Bedeutung der HRV. HeartMath hat dazu entscheidende Beiträge geleistet und insbesondere die Verbindung von Emotionen und dem Herzschlagmuster aufgezeigt. Deshalb ist es so wichtig, bei der Behandlung nahezu aller Krankheiten auch die Emotionen zu berücksichtigen, denn Emotionen und Gefühle haben einen großen Einfluss auf den gesamten Körper. Wie die HeartMath Methode erfolgreich in der Praxis eines Allgemeinarztes eingesetzt werden kann und welchen Nutzen Patienten daraus ziehen, erfahren Sie in diesem Webinar vom 1. Juni 2016.

Bert Raderschatt ist Facharzt für Allgemeinmedizin und leitet die Praxis für Integrative Medizin in Großenkneten (Landkreis Oldenburg). Er ist HeartMath Coach und wendet die HeartMath Methode bereits seit einigen Jahren erfolgreich in seiner Praxis an.

 

 

Hier können Sie sich die Aufzeichnung des Webinars  ansehen und anhören: 

 

Herz und Gehirn in Einklang bringen – für geistige Fitness und mentale Stärke

Geistige Fitness ist ein brandaktuelles Thema. Und das aus gutem Grund. In unserer schnelllebigen, sich rasch wandelnden Zeit ist unser geistiges Potenzial mindestens genauso wichtig wie körperliche und emotionale Gesundheit. Körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, Stressmanagement, emotionales und soziales Wohlbefinden sowie kognitive Beschäftigung sind die Basis, um die geistige Gesundheit zu optimieren und kognitive Funktionen zu erhalten. Ein wesentlicher Baustein, mit dem sich jedoch die wenigsten Programme beschäftigen, ist die Beziehung zwischen unserem Herzrhythmus, unseren Emotionen und unseren kognitiven Fähigkeiten.

Mehr über die Herz-Gehirn-Kommunikation und wie Sie diese für geistige Klarheit und mentale Stärke nutzen können, erfahren Sie in diesem Webinarmitschnitt: