Die Herzratenvariabilität – ein Maß für die körperliche und mentale Regulationsfähigkeit

Der menschliche Körper ist ein komplexes Zusammenspiel von Gehirn, Organen, Geweben, Zellen und Stoffwechsel und muss sich dauernd an neue Umstände anpassen. Mit Schwitzen und Fieber hilft er sich bspw. bei der Regelung der Temperatur. Die Regulation der Körpertemperatur dient dazu, den Organismus im Winter zu wärmen oder im Sommer zu kühlen. Auch wenn unwillkommene Erreger wie Grippeviren vorhanden sind, wird die Körpertemperatur sofort erhöht: Fieber regt nämlich die weißen Blutkörperchen an, damit diese die Bakterien oder Viren besser fressen können. Fieber ist also ein Vorgang der gezielten inneren Anpassung. Dies ist ein Beispiel für eine vorübergehende Störung. Bleibt eine Störung aber dauerhaft bestehen oder kommen weitere Störungen hinzu, ist die Regulationsfähigkeit des Körpers gefährdet. Dabei können Störungen sowohl auf rein körperlicher Ebene stattfinden wie auch auf der psychischen Ebene.

Eine therapeutische Intervention kann immer nur dann wirken, wenn der menschliche Körper zur Regulation fähig ist. Die Regulationsfähigkeit des Organismus ist gebunden an ein regulierendes und regulierbares Grundsystem. Damit also eine Intervention auch Veränderungen bewirken kann und regulierend in den Organismus eingreifen kann, ist sie an die Fähigkeit des Systems gebunden, „mitmachen“ zu können.

 

HRV ist die Messgröße für die Regulationsfähigkeit des Organismus

Aber woher wissen Sie, ob ein(e) Patient*in in der Lage ist zu regulieren und Ihre Intervention zu „verarbeiten“? Seit einigen Jahren haben Wissenschaftler gezeigt, dass die Herzratenvariabilität (HRV) ein geeignetes Messinstrument ist, um verschiedenste Aspekte von Selbstregulation zu messen, wie z.B.:

  • Körperliche Gesundheit (Kim et al., 2015; Huikuri et al., 1999; Grieco, Colberg, Somma, Thompson, & Vinik, 2014)
  • Mentale Gesundheit (Cicchetti et al., 2014; Bradley et al., 2010; Scott & Weems, 2014; Bosch, Riese, Ormel, Verhulst, & Oldehinkel, 2009); s. auch hier
  • Selbstkontrolle (Geisler & Kubiak, 2009)
  • Aggressivität (Gower & Crick, 2011)
  • Sucht und riskantes Verhalten (Quintana, Guastella, MGregor, Hickie, & Kemp, 2013; Kniffin et al., 2014; Buckman, White, & Bates, 2010)
  • Fähigkeit zu sozialer Interaktion (Shahrestani, Stewart, Quintana, Hickie, & Guastella, 2014; Movius & Allen, 2005)
  • Emotionsregulation/-kontrolle (Hastings et al., 2008; Pu, Schmeichel, & Demaree, 2010; Guy, Souders, Bradstreet, DeLussey, & Herrington, 2014; Davis, Quiñones-Camacho, & Buss, 2016)
  • Exekutive und/oder kognitive Funktionen (Thayer, Hansen, Saus-Rose, & Johnsen, 2009; Marcovitch et al., 2010)

Außerdem sind HRV-Messungen auch eine ideale Therapiekontrolle für Interventionen jeglicher Art.

HeartMath hat mit dem emWave Pro Plus ein sehr kostengünstiges System entwickelt, mit dem Sie nicht nur die HRV Ihrer Patien*innen messen können. Im emWave Pro Plus sind auch die HRV-Biofeedback-Funktionen des emWave Pro enthalten, um die Variabilität des Herzens zu trainieren und damit direkt die Regulationsfähigkeit des Organismus zu verbessern.

 

 

 

Photo by Raka Rachgo on Unsplash

 

 

Das kleine Gehirn im Herzen

Dr. J. Andrew Armour hat bereits 1991 den Begriff Herzgehirn eingeführt. Dieses „Herzgehirn“ besitzt, wie auch das eigentliche Gehirn, ein komplexes Netzwerk von Neuronen, Neurotransmittern, Proteinen und Helferzellen. Das Herzgehirn kann unabhängig vom Kopfgehirn agieren und verfügt über ausgeprägte sensorische Fähigkeiten.

Dr. Armour hat dem HeartMath Institute freundlicherweise einige Bilder zur Verfügung gestellt, die mit einem hoch auflösenden Mikroskop aufgenommen wurden.


Die erste Aufnahme zeigt die enge Verbindungen zwischen den intrinsischen Ganglien im menschlichen Herz. DIe hellblauen feinen Strukturen im linken Bild sind multiple Axone, die die einzelnen Ganglien miteinander verbinden. Das rechte Bild ist eine vergrößerte Aufnahme eines Ganglions. Der Ausschnitt entspricht dem Rechteck im linken Bild.


Dieses Bild eines stark vergrößerten intrinsischen Herzganglions wurde mit einem Konfokalmikroskop aufgenommen, das in der Lage ist, eine Schicht nach der anderen zu fotografieren und daraus eine 3D-Aufnahme zu erstellen. Ganglien bestehen aus Gruppen von Nervenzellen (Soma) und befinden sich außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. Jede einzelne der kleineren kreisförmigen Strukturen ist der Zellkörper eines individuellen Neurons.


Hier sehen Sie einen Querschnitt durch ein intrinsisches Herzganglion. Im Zentrum befinden sich massenhaft Dendriten ( Zellfortsätze von Nervenzellen), die die einzelnen Neuronen miteinander Verbinden. Dieses Dendritenfeld ist eine ideale Struktur für unabhängige Informationsverarbeitung.


Die intrinsischen Herzganglien sind über das Herz verteilt. Insbesondere findet man diese an den Anschlüssen der großen Gefäße.


Afferente Neuronen senden Informationen zu anderen Neuronen. Diese sensorischen afferenten Neuronen erkennen lokale mechanische oder biochemische Veränderungen im Gewebe des Herzens. Diese Informationen werden an das restliche intrinsische Nervensystem des Herzens weitergeleitet, und von da aus häufig zum Kopfgehirn.

 

Mehr Erfolg im Sport – mit Biofeedback

Treffsicherheit ist bei Ballsportarten das A und O. Und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, ist auch bei vielen anderen Sportarten eine wichtige Grundvoraussetzung. Welche Möglichkeiten gibt es also – neben dem Einüben der eigentlichen Technik wie schießen oder werfen etc. – um die Performance zu steigern? Wissenschaftler aus Indien sind einen besonderen Weg gegangen, um die Konzentrationsfähigkeit und die Motorik von Sportlern zu verbessern. Weiterlesen →

Produktivität – mal anders betrachtet

Sie sind Profi in Ihrem Job und wissen genau, was Sie zu tun haben. Und doch geht immer wieder das Thema um „Wie kann ich (noch) produktiver sein?“. Ist das denn überhaupt möglich, oder verlangt da jemand von Ihnen, zu einer Maschine zu werden? Produktiver sein heißt aber auch – für einen selbst – Ziele direkter zu erreichen, überflüssige Belastungen zu vermeiden und negative Emotionen nicht aufkommen zu lassen – sondern positive Gefühle zu erzeugen.

Produktivität braucht positive Emotionen

Gefühle und Emotionen sind ja Kernthemen von HeartMath. Deswegen ist es umso erfreulicher, dass Wissenschaftler uns ein weiteres Argument dafür liefern, weshalb es so wichtig ist, Emotionsregulation als Kernkompetenz zu entwickeln. Steffanie Wilk von der Ohio State University hat herausgefunden, dass die Stimmung von Mitarbeitern zu Arbeitsbeginn in aller Regel ausschlaggebend dafür war, wie sich diese den ganzen Tag über fühlten. Und diese Stimmung hatte einen eindeutigen Einfluss auf ihre Leistungsfähigkeit, also wie viel die Mitarbeiter arbeiteten und wie gut sie ihre Arbeit erledigten.

Ob sie nun zu Hause arbeiten oder in einem Büro oder eine Fabrikgebäude, ob sie selbstständig sind oder angestellt – Ihre Gefühlslage am Morgen wird sich ziemlich sicher darauf auswirken, wie gut es ihnen gelingt, ihr Tagespensum zu schaffen, sowohl in Hinsicht auf Qualität wie auch auf die Arbeitsmenge. Wäre es also nicht ein gutes Investment in ihre Produktivität, wenn sie sich morgens etwas Zeit nehmen, um ihre Stimmung positiv zu beeinflussen? Wir empfehlen Ihnen dazu die Technik Quick Coherence.

Quick Coherence (Schnelle Kohärenz)

Schritt 1: Herzatmung. Richten Sie dazu Ihre Aufmerksamkeit auf die Mitte Ihres Brustkorbs. Stellen Sie sich vor, dass Sie durch Ihre Herzregion ein- und ausatmen. Dies fördert die Kohärenz. Atmen Sie etwas langsamer und tiefer als sonst, 5 Sekunden ein und aus, oder in einem anderen angenehmen Rhythmus.

Schritt 2: Herzgefühl. Rufen Sie ganz bewusst ein angenehmes Gefühl auf, z.B. Ihre Wertschätzung für jemanden oder etwas Wichtiges in Ihrem Leben. Oder fragen Sie sich: „Worauf freue ich mich heute?“ und spüren Sie diese (Vor)Freude ganz bewusst.

Die Ergebnisse dieser Studie haben auch für Führungskräfte eine hohe Relevanz.

Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sollte sich damit beschäftigen, wie sie die Grundstimmung in ihrem Team positiv beeinflussen.

Zum Weiterlesen:

Schlafen Sie genug? Sicher?

Wenn ich in Seminaren das Thema „Schlaf“ anspreche, bekomme ich immer wieder folgenden Teilnehmer-Beitrag, im vollen Brustton der Überzeugung: „Mir reichen sechs Stunden Schlaf pro Nacht“. Sicher gibt es Menschen, denen sechs Stunden Schlaf genügen, um sich wohl zu fühlen und beste Leistungen zu erbringen. Eine Studie, die bereits im Jahr 2003 in der Zeitschrift Sleep erschien, sollte uns jedoch nachdenklich machen und uns motivieren, über unseren Schlaf nachzudenken.

48 Teilnehmer an dieser Studie wurden in ein Schlaf-Labor eingeladen. Während zwei Wochen wurde für unterschiedliche Teilnehmer-Gruppen der nächtliche Schlaf auf vier, sechs oder acht Stunden begrenzt. Und eine Gruppe musste sogar während drei aufeinanderfolgenden Tagen und Nächten ganz auf Schlaf verzichten. Während der Zeit im Schlaflabor wurden die Teilnehmer alle zwei Stunden während ihrer Wachphase auf ihre mentale Leistungsfähigkeit und Ihre Reaktionszeit getestet. Außerdem mussten Sie Fragen hinsichtlich ihrer Stimmung und verschiedener körperlicher Symptome beantworten, insbesondere auch, wie schläfrig sie sich fühlten.

Sechs Stunden Schlaf sind auf Dauer nicht genug

Die Teilnehmer, die jede Nacht acht Stunden schliefen, zeigten im Durchschnitt die besten Leistungen. Bei denen, die nur vier Stunden schlafen durften, wurden die Ergebnisse von Tag zu Tag schlechter. Die Gruppe mit sechs Stunden Schlaf konnte bis zum zehnten Tag ihr Leistungsniveau halten. Am Ende der Testphase ließen ihre Leistungen jedoch rasant nach und sanken auf das schwache Niveau der Gruppe, die überhaupt nicht schlafen durfte. Wer also zwei Wochen lang nur sechs Stunden pro Nacht schläft, dessen Leistungen sind nicht besser, als wenn er zwei Nächte durchgemacht hätte. Doch damit nicht genug. Die Sechs-Stunden-Schlaf-Gruppe beurteilte ihre Müdigkeit auch dann nur als sehr moderat, als ihre mentale Leistungsfähigkeit bereits stark nachließ. Das erinnert mich an die Geschichte vom „Frosch im Kochtopf“. Demnach täte ein Frosch, den man in kochendes Wasser wirft, alles, um dem Inferno zu entkommen. Setzte man ihn aber in lauwarmes Wasser und erhöhte langsam die Temperatur, dann kochte er bei lebendigem Leibe, ohne dass er Anstrengungen machte zu fliehen. Vielleicht ist dies nur eine „Geschichte“. Sie dient m.E. jedoch sehr gut als Bild dafür, was bei etwas zu wenig Schlaf passiert: wir merken nicht wirklich, dass wir Schlafmangel anhäufen und unsere Leistungsfähigkeit darunter leidet. Es ist ein schleichender Prozess.

Wissen Sie, wie viel Sie schlafen?

Wenn wir verschiedenen Studien glauben, dann überschätzen wir unsere Schlafdauer. Dies zeigen bspw. eine Untersuchung der University of Chicago sowie eine Studie, die in der Zeitschrift Epidemology veröffentlicht wurde. Im Rahmen der CARDIA Sleep Study, die in 2008 in Epidemology erschien, fanden die Forscher heraus, dass im Durchschnitt das nächtliche Schlafpensum 0,8 Stunden höher eingeschätzt wurde als es tatsächlich war. Demnach scheinen wir nicht wirklich zu wissen, ob wir genug schlafen, insbesondere dann nicht, wenn wir mäßigen Schlafmangel haben. Hier gilt es, an unserer Selbst-Achtsamkeit zu arbeiten.

Müdigkeit wird allzu häufig nicht wahrgenommen

Ich mache in Seminaren auch regelmäßig die Erfahrung, dass Teilnehmer nach einer zwei- bis dreiminütigen Herzkohärenz-Übung berichten, dass sie davon müde werden. Da diese Übung nicht wirklich anstrengend und ermüdend ist, muss es einen anderen Grund für diese Wahrnehmung geben. Dieser liegt wohl in der Reaktion unseres autonomen Nervensystems, also des Teils unseres Nervensystems, der nahezu alle Körperfunktionen ohne unser bewusstes Zutun reguliert. Das autonome Nervensystem besteht aus zwei Ästen, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Während ersterer grob gesagt für Aktivität zuständig ist und auch bei Stress die Kampf- oder Fluchtreaktion steuert, hat der Parasymphatikus die Aufgabe, für Erholung zu sorgen und Energie zu Verfügung zu stellen. Häufig werden die beiden deshalb auch mit „Gaspedal“ und „Bremse“ im menschlichen Organismus verglichen. Und da der Sympathikus durch die Kampf- oder Fluchtreaktion unser Überleben sichern soll, hat er stets Vorrang. Wenn wir also über einen längeren Zeitraum gestresst sind, unter Druck stehen oder sonstigen Belastungen ausgeliefert sind, dann führt das zu einer erhöhten Erregung des Sympathikus bei gleichzeitig reduzierter Aktivität des Parasympathikus. Das Spannungsverhältnis ist zugunsten des Sympathikus verschoben.

Herzkohärenzübungen haben einen regulierenden Effekt auf das autonome Nervensystem. Ein überaktiver Sympathikus wird runterreguliert, der Parasympathikus aktiviert. Die Regulationsfähigkeit des autonomen Nervensystems wird somit verbessert. Und durch die erhöhte Regulationsfähigkeit sind wir wieder besser in der Lage, unsere wahren Bedürfnisse zu spüren. Oder anders ausgedrückt: wenn der im Stress inaktive Parasympathikus wieder agieren darf, dann macht er uns schnell deutlich, dass wir zu wenig schlafen. Die Müdigkeit nach der Herzkohärenzübung ist also nicht durch diese entstanden, sie macht es uns nur bewusst.

Ich brauche…

Übrigens: sind Ihnen in Phasen starker Beanspruchung kompensatorische Handlungen bei Ihnen aufgefallen? David Servan-Schreiber berichtet in seinem Buch „Die neue Medizin der Emotionen“ von Assistenzärzten in einem Krankenhaus, in dem er in den USA gearbeitet hatte. Diese Assistenzärzte standen unter Stress, weil ihre Arbeitstage schier endlos waren. Sie waren erschöpft vom Nachtdienst, der jeden vierten Tag fällig war, und kompensierten das durch viel zu viel Essen. Wenn also ihr Körper ihnen signalisierte, „ich brauche eine Pause und ein wenig Schlaf“, dann hörten sie nur, „ich brauche“, und reagierten auf diesen Wunsch mit dem einzigen, das sofort verfügbar ist: dem Fastfood, das in jedem amerikanischen Krankenhaus rund um die Uhr zu kriegen ist.

 

Auch finnische Spezialeinheiten trainieren ihre Resilienz mit HeartMath-Techniken und Biofeedback

Polizeibeamte in Spezialeinheiten müssen in der Lage sein, in schwierigen und bisweilen gar lebensbedrohlichen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und auch unter enormem Druck richtige Entscheidungen zu fällen. Die Grundvoraussetzung hierfür ist Resilienz, also die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke. Im Rahmen einer Studie, die von einer kanadischen und einer finnischen Universität  gemeinsam durchgeführt wurde, durchliefen finnische Spezialkräfte an der Polizeifachhochschule in Tampere ein Resilienztraining. Ein wichtiger Teil dieses Trainings bestand aus HeartMath-Techniken und der Nutzung der Biofeedback-Systeme von HeartMath.

Bei der Befragung der niederländischen Polizeibeamten kam eindeutig heraus, dass die Verbindung von einfachen und überall anwendbaren Techniken und Training mit Biofeedback äußerst nützlich ist. Dies wurde auch von den finnischen Spezialkräften bestätigt:

„Results from the brief surveys related to the SWAT team officers’ satisfaction in participating in the training were as follows: Most of the participants (61.11%) were very or highly satisfied with the stress reduction techniques. In terms of the technology used over the training sessions, most participants (72.23%) reported that the devices used were very helpful or highly helpful for them to facilitate their stress reduction processes. Similarly, the majority of the participants (72.22%) agreed or strongly agreed that the technology used over the training is capable of helping individuals manage stress in their daily lives. In terms of knowledge dissemination, participants reported that they were confident (72.22%) or highly confident that they would recommend the techniques of the resilience training program to their peers. Similarly, most of the participants stated that it is important (83.33%) or vitally important to provide this resilience training to their peers.“

Hier können Sie die Studienergebnisse im Detail nachlesen.

Ihr Herz – die „Willenskraft-Reserve“ Ihres Körpers

Für viele von Ihnen ist es nicht neu, für manche vielleicht schon: Unser Herz ist kein Metronom. Im Gegenteil: Die Herzfrequenz ist Schwankungen unterworfen, auch wenn wir uns überhaupt nicht bewegen und nur ganz ruhig sitzen oder liegen. Diese Schwankungen sind im Millisekundenbereich und haben nichts mit Herzrhythmusstörungen zu tun. Aber keine Angst: sie sind tatsächlich Ausdruck von Gesundheit. Wir nennen diese Veränderlichkeit Herzfrequenzvariabilität (HFV) oder, in Anlehnung an die angelsächsische Schreibweise, Herzratenvariabilität (HRV).

HRV_Muster

Herzratenvariabilität – ein physiologisches Maß für die Fähigkeit zur Selbstregulation

Je länger das Phänomen der Herzratenvariabilität (HRV) intensiv erforscht wird, desto klarer wird, dass diese ein wichtiger Indikator für die Regulationsfähigkeit des Menschen ist. Diverse Studien konnten klar zeigen, dass Menschen mit höherer HRV Ablenkungen leichter ignorieren, Bedürfnisbefriedigung besser aufschieben und mit belastenden Situationen erfolgreicher umgehen können. Sie geben selbst bei schwierigen Aufgaben nicht so schnell auf, auch wenn sie zunächst Rückschläge erleben oder kritische Kommentare ernten. Außerdem verfügen Menschen mit einer ausgeprägten HRV über eine deutlich höhere Willenskraft. Deshalb sieht der renommierte Gesundheitspsychologe Prof. Dr. Julian F. Thayer von der Ohio State University in Columbus (USA) in der HRV ein physiologisches Maß für die Fähigkeit zur Selbstregulation. Insofern ist auch verständlich, dass Angst, Zorn, Depression und Einsamkeit mit einer geringen HRV einhergehen, da in diesen Fällen die Selbstregulation an ihre Grenzen gestoßen ist. Eine niedrige HrV wird jedoch auch mit Gesundheitsprobleme in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Fettleibigkeit, Arthritis und verschiedenen Krebserkrankungen.

Selbstregulation – einer der wichtigsten Aspekte von Resilienz

Resilienz ist die Fähigkeit, sich auf Stress, Herausforderungen oder Widrigkeiten vorzubereiten, darauf angemessen zu reagieren und sich davon wieder zu erholen. Häufig wird im Zusammenhang mit Resilienz auch von Widerstandskraft gesprochen. Resilienten Menschen gelingt es also gut, das eigene Verhalten zu steuern und dadurch flexibel und angemessen auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Sie verfügen über eine hohe Selbstregulationsfähigkeit.

Höhere HRV = höhere Resilienz

Wenn also Selbstregulation ein wichtiger Aspekt von Resilienz ist, und die Fähigkeit zur Selbstregulation ganz eng mit der Herzratenvariabilität verknüpft ist, dann haben wir mit dem Training der Herzratenvariabilität  einen effektiven Hebel, um unsere Resilienz nachhaltig zu steigern. Mit dem von HeartMath entwickelten Herzkohärenztraining können wir unsere HRV ganz einfach trainieren und dadurch steigern.

Herzfokussiertes Atmen – ein kraftvolles und effektives Werkzeug zur Selbstregulation

Richten Sie dazu Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Herzgegend. Stellen Sie sich vor, wie Ihr Atem durch Ihr Herz oder Ihren Brustkorb ein- und ausströmt. Atmen Sie dabei etwas langsamer und tiefer als gewöhnlich.

Vorschlag:  5 Sek. einatmen, 5 Sek. ausatmen (oder in einem anderen angenehmen Rhythmus).

Wenn Sie Herzfokussiertes Atmen praktizieren, verändert Sich das Muster in Ihrem Herzschlag, von inkohärent zu kohärent. Das sieht dann so aus:

inkohaerent_kohaerent

IBT_HandUnd Sie können die Veränderungen in Ihrem Herzschlagmuster sogar auf Ihrem iPhone sehen – mit dem Inner Balance Trainer von HeartMath.

 

„When the going gets tough, the tough get going“, so lautet ein Englisches Sprichwort. Etwas abgewandelt könnte dieses Sprichwort lauten: „When the going gets tough, the tough start breathing.“

Und was bringt es?

Herzratenvariabilität in Ruhe. Vor und nach 4 Monaten Anwendung von HeartMath Techniken.

HRV_Verbesserung

 

Je größer die Bandbreite, in der die Herzfrequenz variiert, desto größer die HRV. Die blauen Kurven stellen eine wesentlich höhere HRV dar als die roten Kurven. Die Anwendung der HeartMath Techniken hat sich also direkt positiv auf die Herzratenvariabilität ausgewirkt. In dieser Studie steigerten die 77 Abiturienten der Studiengruppe jedoch nicht nur ihre HRV; sie reduzierten auch ihre Prüfungsangst im Vergleich zu den 59 Abiturienten in der Kontrollgruppe nachhaltig, konnten besser mit schwierigen Situationen umgehen und verbesserten ihre Prüfungsleistung:

„Notwithstanding the above limitations, which should be addressed in future research, the data from this study present a pattern of consistent results showing that: (1) students who received the intervention program appear to have learned how to better self-regulate their emotions and intentionally shift into the psychophysiological coherence state under stressful conditions; and (2) the students most in need of help in managing their stress—the high test anxiety/low test-performing subgroup—appear to have internalized the benefits of the program’s emotion self-regulation tools, to the extent that they exhibited an emotional profile of significantly reduced negative affect and test anxiety, and a shift to healthier, more coherent baseline pattern of physiological activity. Finally, there is suggestive evidence from the matched-pairs analysis that reduced test anxiety and increased psychophysiological coherence appear to be directly associated with improved test performance.“

 

Zum Weiterlesen

Studien, Studien, Studien – eine Übersicht

Studienübersicht zu HeartMath, Herzkohärenz und Herzintelligenz

Es gibt immer mehr Studien über die Wirkung von HeartMath auf das körperliche und emotionale Wohlbefinden, auf die Gesundheit sowie auf die Leistungsfähigkeit und die persönliche Resilienz. Und regelmäßig kommen neue Studien dazu, viele davon stammen von unabhängigen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Eine breite Auswahl haben wir für Sie in der Folge zusammengestellt.

Diabetes

Herz-Kreislauf-Erkrankungen & Krebs

Bluthochdruck

Stress in Organisationen

Kostenersparnis in Organisationen

Polizei, Armee und Gefängniswärter

Chronische Schmerzen

Depression & Stress

Schule, Studium und kognitive Fähigkeiten

 Emotionen & Herzratenvariabilität (HRV)

Sport

Musik

Intuition

Weitere Studien finden Sie auf der Internetpräsenz des Institute of HeartMath, in der Rubrik „Research“.

HeartMath offizieller Partner der niederländischen Polizei

Der berufliche Alltag von Polizist(inn)en bringt eine hohe Stressbelastung mit sich. Zu anstrengendem Schicht-, Wochenend-, und Bereitschaftsdienst kommt noch eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit hinzu, potenziell traumatische Situationen zu erleben. Denn Polizist(inn)en erleben viele Situationen, die als schockierend empfunden werden (z.B. Leichenfunde, Erste Hilfe bei Schwerverletzten) oder von Aggressionen und Gewalt geprägt sind. Von Polizist(inn)en wird erwartet, dass sie da auftreten, wo andere lieber einen Schritt zurückgehen. Die psychischen Folgen, die daraus resultieren können, sind vielfältig.

Statt Statistiken anzuführen, die allzu oft einen Blick auf Einzelschicksale verhindern, kommen hier zwei Betroffene zu Wort. Die folgenden Zitate entstammen dem Buch „Die erste Leiche vergisst man nicht. Polizisten erzählen“ von Volker Uhl.

„Ich hatte einer jungen Mutter die Nachricht zu überbringen, dass ihr siebenjähriger Sohn überfahren worden sei. Er war tot. Zum ersten Male war ich Überbringer einer Todesnachricht.[…] Ich konnte – ob ich wollte oder nicht – ihr Entsetzen, ihren Schmerz, ihr hoffnungsloses Aufschreien in meinem Kopf vorweg erleben. Ich musste hin – und ich konnte ihr letztendlich doch nicht helfen, konnte ihr den tiefen schwarzen Schacht, in den sie fallen würde, nicht ersparen. Ich müsste nur aufpassen, dass ich selbst nicht nachstürze.“

„Und dann ist noch etwas passiert, das mich sehr berührt und auch getroffen hat und Bilder im Kopf aufleuchten lässt, die ich lange nicht mehr sah. Einer meiner Kollegen vom Kriminaldauerdienst hat sich letzte Woche das Leben genommen und sich, wie es für einen Polizisten leider so typisch ist, mit seiner Dienstpistole in den Kopf geschossen, genauer gesagt, seine Waffe in den Mund genommen und abgedrückt.“ 

Herzkohärenz für die Polizei

Um Polizist(inn)en in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, geht die niederländische Polizei neue Wege. Da die schwierigen Situationen, in die Polizist(inn)en immer wieder geraten, kaum zu verhindern oder zu ändern sind, müssen sie besser in die Lage versetzt werden, damit umzugehen. Aus diesem Grund wurde in den Niederlanden in 2012 das Programm „Mentale Kracht“ (Mentale Kraft) ins Leben gerufen. Ein wichtiges Element dieses Programms ist „Herzkohärenz“, das HeartMath Benelux beisteuert. Bis Ende 2016 wurden 34.000 Polizist(inn)en trainiert; weitere werden folgen. Die Ergebnisse aus den Herzkohärenz-Trainings sind sehr positiv, weshalb HeartMath Benelux zum offiziellen Partner der Niederländischen Polizeiakademie berufen wurde.

 

Aber warum sind sie Ergebnisse so positiv?

In ihrer Studien-Arbeit „Eine schlagende Empfehlung“ ging Evelyn Cimbaluk, Studentin der Angewandten Pychologie an der Hanze University of Applied Sciences, Groningen, dieser Frage nach. Hier zwei kurze Auszüge:

„Die praktische Beschäftigung mit der ‚Herzkohärenz‘ mit Hilfe des Biofeedbackgerätes wird von allen Teilnehmern als angenehm und lehrreich empfunden. Vor allen Dingen die Tatsache, dass der Teilnehmer direkt das positive Ergebnis der Anwendung der Herzkohärenztechniken sieht. Dies macht es verständlich und gut. Es wird ebenso als gut empfunden, dass erst mit dem Biofeedbackgerät ohne Anweisungen geübt wird, bevor der Trainer die Herzkohärenztechniken beibringt. Auf dieses Weise können die Teilnehmer direkt auf dem Bildschirm sehen, welche Effekte die Herzkohärenztechniken haben. Die Herzkohärenztechniken werden von allen Teilnehmern verstanden und sie haben das Gefühl, die Techniken korrekt ausführen zu können.“

„Die gelernten Herzkohärenztechniken werden von allen Teilnehmern, die die Techniken in der Praxis anwenden, als sehr sinnvoll erfahren, weil sie praktisch anwendbar sind und das Anwenden der Techniken direkt wirkt. Sie vermitteln ruhiger, weniger angespannt zu sein, klarer nachdenken zu können, sich seines Körpers / Atmung bewusster zu sein und bessere Leistungen bringen zu können.“

 

Und so äußern sich trainierte Polizisten

„Super, dass du sofort das Resultat siehst. Informationen kann man auch im Internet bekommen, dieses war aber sehr gut und lehrreich.“

„Besser geht es doch nicht, oder? Du übst und siehst das Ergebnis.“

„Ich fand es auch besonders, dass alles funktionierte, wie es erklärt wurde, dass du deinen Herzschlag selbst beruhigen und dieses gleich sehen kannst.“

„Es ist auch wertvoll, die anderen Teile zu kennen, aber dieses war echt praktisch und kann direkt eingesetzt werden, das will ich gerne anwenden.“

„Wenn es in der Zukunft wieder Stresssituationen gibt, werde ich dieses sicher anwenden, denn du fühlst das Ergebnis.“

 

HeartMath Benelux trainiert wöchentlich 300 – 400 Polizist(inn)en. Mittlerweile haben auch über 30 Trainer der Polizei das HeartMath Gruppentrainerprogramm absolviert, um die Integration von HeartMath bei der niederländischen Polizei zu unterstützen. Denn sämtliche befragten Polizist(inn)en äußerten den Wunsch, die Herzkohärenz weiter zu vertiefen.

 

Weiterlesen:

Resilienz mit Herz

Für viele von Ihnen ist es nicht neu, für manche vielleicht schon: Unser Herz ist kein Metronom. Im Gegenteil: Die Herzfrequenz ist Schwankungen unterworfen, auch wenn wir uns überhaupt nicht bewegen und nur ganz ruhig sitzen oder liegen. Diese Schwankungen sind im Millisekundenbereich und haben nichts mit Herzrhythmusstörungen zu tun. Aber keine Angst: sie sind tatsächlich Ausdruck von Gesundheit. Wir nennen diese Veränderlichkeit Herzfrequenzvariabilität (HFV) oder, in Anlehnung an die angelsächsische Schreibweise, Herzratenvariabilität (HRV).

Herzfrequenzvariabilität – ein physiologisches Maß für die Fähigkeit zur Selbstregulation

Je länger das Phänomen der Herzfrequenzvariabilität intensiv erforscht wird, desto klarer wird, dass diese ein wichtiger Indikator für die Regulationsfähigkeit des Menschen ist. Diverse Studien konnten klar zeigen, dass Menschen mit höherer Herzfrequenzvariabilität Ablenkungen leichter ignorieren, Bedürfnisbefriedigung besser aufschieben und mit belastenden Situationen erfolgreicher umgehen können. Sie geben selbst bei schwierigen Aufgaben nicht so schnell auf, auch wenn sie zunächst Rückschläge erleben oder kritische Kommentare ernten. Außerdem verfügen Menschen mit einer ausgeprägten Herzfrequenzvariabilität über eine deutlich höhere Willenskraft. Deshalb sieht der renommierte Gesundheitspsychologe Prof. Dr. Julian F. Thayer von der Ohio State University in Columbus (USA) in der HFV ein physiologisches Maß für die Fähigkeit zur Selbstregulation. Insofern ist auch verständlich, dass Angst, Zorn, Depression und Einsamkeit mit einer geringen Herzfrequenzvariabilität einhergehen, da in diesen Fällen die Selbstregulation an ihre Grenzen gestoßen ist. Eine niedrige HFV wird jedoch auch mit Gesundheitsprobleme in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Fettleibigkeit, Arthritis und verschiedenen Krebserkrankungen.

Selbstregulation – einer der wichtigsten Aspekte von Resilienz

Resilienz ist die Fähigkeit, sich auf Stress, Herausforderungen oder Widrigkeiten vorzubereiten, darauf angemessen zu reagieren und sich davon wieder zu erholen. Häufig wird im Zusammenhang mit Resilienz auch von Widerstandskraft gesprochen. Resilienten Menschen gelingt es also gut, das eigene Verhalten zu steuern und dadurch flexibel und angemessen auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Sie verfügen über eine hohe Selbstregulationsfähigkeit.

Höhere HFV = höhere Resilienz

Wenn also Selbstregulation ein wichtiger Aspekt von Resilienz ist, und die Fähigkeit zur Selbstregulation ganz eng mit der Herzfrequenzvariabilität verknüpft ist, dann haben wir mit dem Training der Herzfrequenzvariabilität  einen effektiven Hebel, um unsere Resilienz nachhaltig zu steigern. Mit dem von HeartMath entwickelten Herzkohärenztraining können wir unsere HFV ganz einfach trainieren und dadurch steigern.

Herzfokussiertes Atmen – ein kraftvolles und effektives Werkzeug zur Selbstregulation

Richten Sie dazu Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Herzgegend. Stellen Sie sich vor, wie Ihr Atem durch Ihr Herz oder Ihren Brustkorb ein- und ausströmt. Atmen Sie dabei etwas langsamer und tiefer als gewöhnlich.

Vorschlag:  5 Sek. einatmen, 5 Sek. ausatmen (oder in einem anderen angenehmen Rhythmus).

„When the going gets tough, the tough get going“, so lautet ein Englisches Sprichwort. Etwas abgewandelt könnte dieses Sprichwort lauten: „When the going gets tough, the tough start breathing.“

Und was bringt es?

Herzfrequenzvariabilität in Ruhe. Vor und nach 4 Monaten Anwendung von HeartMath Techniken.

HRV_Verbesserung

 

Je größer die Bandbreite, in der die Herzfrequenz variiert, desto größer die HFV. Die blauen Kurven stellen eine wesentlich höhere HFV dar als die roten Kurven. Die Anwendung der HeartMath Techniken hat sich also direkt positiv auf die Herzfrequenzvariabilität ausgewirkt. In dieser Studie steigerten die 77 Abiturienten der Studiengruppe jedoch nicht nur ihre HFV; sie reduzierten auch ihre Prüfungsangst im Vergleich zu den 59 Abiturienten in der Kontrollgruppe nachhaltig, konnten besser mit schwierigen Situationen umgehen und verbesserten ihre Prüfungsleistung:

„Notwithstanding the above limitations, which should be addressed in future research, the data from this study present a pattern of consistent results showing that: (1) students who received the intervention program appear to have learned how to better self-regulate their emotions and intentionally shift into the psychophysiological coherence state under stressful conditions; and (2) the students most in need of help in managing their stress—the high test anxiety/low test-performing subgroup—appear to have internalized the benefits of the program’s emotion self-regulation tools, to the extent that they exhibited an emotional profile of significantly reduced negative affect and test anxiety, and a shift to healthier, more coherent baseline pattern of physiological activity. Finally, there is suggestive evidence from the matched-pairs analysis that reduced test anxiety and increased psychophysiological coherence appear to be directly associated with improved test performance.“

 

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