Auf den Spuren der Wissenschaft zur Globalen Kohärenz

Interview mit Mae-Wan Ho, PhD

Das Interview wurde von David Riley geführt, Chefredakteur von „Alternative Therapien in Gesundheit und Medizin“ kurz (ATHM), zusammen mit Rollin McCraty,PhD, Forschungsdirektor am Institut für HeartMath, Boulder Creek, Kalifornien und Suzanne Snyder, Managerin und Herausgeberin von ATHM. Das Original ist hier nachzulesen.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Georg Folie für die Übersetzung!


Mae-Wan Ho, ist vor allem für ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Physik der Organismen und nachhaltigen Systeme bekannt; Sie ist auch eine Kritikerin der gentechnischen Biotechnologie und des Neo-Darwinismus. Sie ist Regisseurin und Mitbegründerin des Instituts für Wissenschaft in der Gesellschaft (www.isis.org.uk) und Chefredakteurin und Art Direktorin des vierteljährlich erscheinenden Trendmagazins: Wissenschaft in der Gesellschaft.
Sie ist Autorin oder Mitautorin von mehr als 170 wissenschaftlichen Publikationen, mehr als 500 populärwissenschaftlichen Artikeln und mehr als einem Dutzend Büchern, einschließlich: The Rainbow and the Worm: The Physics of Organisms (3. Ausgabe, 2008); Genetic engineering: dream or nightmare? Food Futures Now (2008); und Green Energies, 100% erneuerbare Energien bis 2050(2009).


ATHM (Frau Snyder):
Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihren Hintergrund und Ihre Ausbildung?

Dr. Ho:
Ich wurde in Hongkong geboren. Ich begann mit einer chinesischen Schule und wechselte dann in eine italienische Klosterschule, im Grunde eine englisch
Schule für Mädchen, geführt von italienischen Nonnen. Ich wurde westlichen Ideen erst spät im Leben, wahrscheinlich als ich 10 oder 11 Jahre alt war,
ausgesetzt. Ich hatte Glück, da ich in der Schule ziemlich gut war, ließen mich die Nonnen tun was ich wollte. Ich musste Ihnen nicht zuhören, wenn ich nicht wollte. So entkam ich der schlimmsten reduktionistischen westlichen Bildung, da all diese Ideen, die nicht passten, einfach von mir abperlten.
Ich denke, das erklärt, warum ich in jedem Bereich, in den ich gehe, immer wieder im Widerspruch zu der konventionellen Theorie stehe.

ATHM (Frau Snyder):
Wie lange haben Sie die Klosterschule besucht?

Dr. Ho:
Ich war dort bis ich an die Universität ging. Ich lernte Biologie und dann Biochemie als Doktorand an der Hongkong University. Und wieder hatte ich während des ganzen Studiums nichts Nützliches gelernt. Vielleicht übertreibe ich jetzt ein wenig.
Ich brachte mir die Dinge selbst bei, von denen ich gerne etwas erfahren wollte. Nachdem ich die Universität beendet hatte, promovierte ich und wurde habilitiert, dann begann ich das Feld zu wechseln, da ich die Art von Forschung nicht mochte, die ich machte. Ich mochte die Ideen nicht. Ich habe mich gegen den Neodarwinismus und den reduktionistischen Weg aufgelehnt, Dinge in Stücken zu betrachten.
Ich war in die Biochemie gegangen, da mich einiges, was ich von einem meiner Professoren gehört hatte, begeisterte. Er zitierte Albert St Györgyi – den Vater der Biochemie – der sagte, dass das Leben zwischen zwei Energieniveaus eines Elektrons stattfindet. Ich dachte, das ist pure Poesie. Und das brachte mich dazu wissen zu wollen: „Was ist Leben?“ Das war die Hauptfrage, die ich beantworten wollte.
Also ging ich in die Biochemie und dachte, ich würde dort die Antwort finden. Aber es war sehr langweilig, da es in der Biochemie nur darum ging, alles zu zerkleinern, alles zermahlen, trennen und zu reinigen und das ist immer noch so, wirklich! Nichts davon hat dir wirklich gesagt, was das Leben ist.
Die Biologie studierte Tote, ausgestopfte Exemplare. Dort war Nichts, was die Fragen beantwortet: „Was ist die biologische Organisation? Was hält Organismen am Leben? Was ist Leben?“
Ich verabscheute besonders den Neodarwinismus, weil es die am meisten Geist betäubende, hirnlose Theorie ist, die Alles erklären können will und alles, allein durch „selektiven Vorteil“. Alles drehte sich um Wettbewerb und selektiven Vorteil. Es war so Geist tötend.
Ich habe viel Zeit damit verbracht, den Neo-Darwinismus zu kritisieren, bis ich dessen überdrüssig wurde. Was der Neodarwinismus auslässt, ist die ganze Chemie, Physik und Mathematik, sie brauchen keine Physiologie oder Entwicklungsbiologie, wenn alles in Bezug auf den selektiven Vorteil erklärt werden kann und es ein Gen für jede einzelne Eigenschaft, real oder imaginär, gibt.
Schließlich traf ich einige bemerkenswerte Leute und lernte viel von Ihnen und änderte schließlich mein Forschungsgebiet völlig. Ich bin
nicht wirklich eine Biophysikerin; Ich schrieb ein Buch mit dem Titel „Die Physik von Organismen“, was etwas völlig anders war, als das was Menschen in der Biophysik tun. So kam ich zum Studium der Quantenkohärenz und verschiedener anderer Dinge.

ATHM (Frau Snyder):
Haben Sie während oder nach der Ausbildung das Forschungsfeld gewechselt?

Dr. Ho:
Es war nach der Ausbildung. Es war fast ein kompletter Bruch mit meiner vorherigen Ausbildung. Im ersten Jahr der Universität mussten wir alles machen. Wir mussten alle möglichen Arten von Chemie, einschließlich Thermodynamik lernen. Thermodynamik war die erste Stunde am Morgen. Es war eine riesige Klasse. Ich kam immer zu spät. Der Dozent sprach sehr schnell, sehr leise, schrieb Sachen mit der einen Hand an die Tafel und rieb sie mit der anderen ab. Also habe ich gar nichts verstanden.
Ich musste die Thermodynamik neu erlernen, aber das kam später.
Die erste Person, die mich zu beeinflussen begann, war Fritz Popp. Ein Quantenphysiker, der Lichtemissionen von lebenden Organismen untersucht. Als ich ihn zum ersten Mal traf, verstand ich kein einziges Wort von dem was er sagte, aber er erwähnte etwas Namens „Quantenkohärenz“. Ich hatte das Gefühl, dass dies etwas sehr Wichtiges war, und ich entschied mich, so viel wie möglich darüber herauszufinden.

ATHM (Frau Snyder):
Von Wem sind Sie sonst noch beeinflusst worden?

Dr. Ho:
Eine andere Person, deren Arbeit mich beeinflusst hat, war Herbert Fröhlich. Fröhlich war ein Festkörperphysiker. Er war sehr interessiert an der Frage, warum Organismen unter anderem so empfindlich auf elektromagnetische Felder und Mikrowellen von sehr geringer Intensität reagieren. Er hatte eine Theorie der kohärenten Anregungen, die mit der Theorie der Quantenkohärenz in Verbindung stand, da er den Organismus fast wie einen Festkörper betrachtete.
Seine Idee war, dass die lebende Zelle nicht wie eine Tüte Wasser mit gelösten Enzymen in verdünnten Lösungen ist. Wenn man es sich genau ansieht, ist die ganze Zelle mit Molekülen und Organellen voll gestopft, und es ähnelt mehr einem festen Zustand. In einem solchen System, wenn Sie es mit Energie aufpumpen, wie mit einem Laser, könnten Sie in kohärente Zustände geraten. Das war leichter zu verstehen. Mit Hilfe meines Mannes, Peter Saunders, der Mathematiker ist, begann ich zu verstehen, worüber Fröhlich sprach. Dann ging ich zu Fritz Popp und arbeitete mit ihm, dabei habe ich viel über wirklich tiefe Quantentheorie gelernt. Er war ein sehr guter Lehrer und am Ende lernte ich Dinge von ihm, die er vielleicht nicht unterrichten wollte. Ich stehe wirklich in seiner Schuld. Die Zusammenarbeit mit ihm war sehr erhellend.
Nachdem ich von ihm die Quantentheorie gelernt hatte, begann ich zurückzugehen und all meine Thermodynamik neu zu erlernen. Ich hatte noch einen wundervollen Lehrer namens Kenneth Denbigh. Er war bekannt für eine Reihe von ausgezeichneten Lehrbüchern zur Nichtgleichgewichtsthermodynamik.
Das Wichtigste für mich war ein kleines Buch namens „The Thermodynamics of Steady State“ Ich hatte das Glück, in ständiger Verbindung mit ihm zu stehen, er war damals im Ruhestand. Er war ein sehr großzügiger Lehrer, so habe ich seine Arbeit, mit seinem Segen, fortgeführt. Er blieb bis zuletzt mein Freund.
Eine andere Person, die mich beeinflusste war Erwin Schrödinger, der das Buch: „Was ist Leben?“ schrieb. Natürlich bin ich nicht alt genug, um mit Ihm direkt interagiert zu haben.
Das sind einige der Einflüsse, die mich dazu brachten, mein Buch zu schreiben, „Der Regenbogen und der Wurm: Die Physik der Organismen“, welches zuerst 1993 veröffentlicht wurde. Dabei wurde das erste Mal Quantenkohärenz ernsthaft angewandt, um lebendige Organisation zu erklären.
Die abschließende Theorie wurde in der zweiten Ausgabe veröffentlicht, im Jahr 1998. Die erste Ausgabe war mehr oder weniger eine Abwandlung von Schrödingers: „Was ist Leben?“ Das Bemerkenswerte an Schrödingers Buch ist, dass er es geschrieben hat, bevor es die Festkörperphysik gab, bevor der erste Transistor erfunden wurde. Die meisten Leute kennen das Buch, weil es die DNA als das genetische Material voraussagte. Aber das war nur die eine Hälfte aus dem Buch, die andere Hälfte handelte von der Kohärenz, das war der Pfad, dem ich folgte. Etwa um 1996 hatte ich plötzlich einen Einblick in eine Theorie des Organismus, – der Thermodynamik lebender Organismen. Das wurde in der 1998er Ausgabe des Buches näher ausgeleuchtet. Der Umfang des Buches wurde erweitert und in einer dritten Ausgabe im Jahr 2008 aktualisiert.
Als das Buch erstmals 1993 veröffentlicht wurde, sagte ich, dass die Quantenkohärenz für die biologische Organisation verantwortlich sei, aber niemand hat es wirklich geglaubt, obwohl ich aus meiner Sicht, eine Kombination aus guten theoretischen Argumenten, zusammen mit experimentellen Beweisen erbrachte. Nicht einmal meine besten Freunde haben es geglaubt.
Jetzt, im Jahr 2010, ist eines der Dinge, das Biologen am meisten bewegt, die Quantenkohärenz bei der Photosynthese. Photosynthese ist der Prozess, bei dem grüne Pflanzen und andere Organismen Licht ernten. Sie erhalten Energie von der Sonne zum Wachsen und für all die anderen Dinge, welche lebendig sein ausmachen. Mit sehr hoch entwickelten Instrumenten haben Wissenschaftler entdeckt, dass die sehr schnellen Reaktionen Quantenkohärenz beinhalten. Sie sind erstaunt, dass Quantenkohärenz überhaupt existieren kann und auch noch für hunderte von Femtosekunden bestehen bleibt. Eine Femtosekunde ist 10-15 Sekunden. Und dies geschieht über eine Entfernung von Nanometern (10-12 m). Wissenschaftler sind begeistert darüber, was traurig ist, da der gesamte Organismus quantenkohärent ist.

ATHM (Dr. McCraty):
Quantenmechanik ist wichtig für die Erklärung der Biochemie der Moleküle. Wie Sie schon sagten, viele Wissenschaftler behandeln die Moleküle wie ein klassisches Billard-Modell. Aber wie diese nicht lebenden Chemikalien auf magische Weise zu einem lebenden System werden, ist immer noch ein Mysterium. Sie sagen, dass Kohärenz die definierende Eigenschaft eines lebendigen Systems ist?

Dr. Ho:
Wir haben in meinem Labor eine bildgebende Technik entdeckt, mittels welcher alle Organismen wie ein Flüssigkristall-Display aussehen. Wir legen diese kleinen Organismen unter ein Mikroskop, unter ein Polarisationslichtmikroskop, dass Geowissenschaftler verwenden, um Bergkristalle zu betrachten. Das Mikroskop hat zwei senkrechte Polarisatoren, also ist das Bild völlig dunkel, da kein Licht durchkommt, es sei denn, man hat diese Bergkristalle welche „doppelbrechend“ sind. Diese haben eine bestimmte Art von kristalliner Ordnung, welche die Lichtrichtung ändern, so dass sie nun hell und bunt erscheinen. Diese Kristalle haben eine besondere atomare Ordnung. Flüssigkristalle machen dasselbe; sie sind auch doppelbrechend. Sie haben spezielle molekulare Ausrichtungen und können auch hell und bunt erscheinen, aber man benötigt spezielle Einstellungen, um das herauszuarbeiten, da die Doppelbrechung schwächer als in Bergkristallen ausgeprägt ist, das Prinzip ist aber dasselbe.
In einem lebenden Organismus ist jedoch nichts Statisches, und das hat uns am Anfang Kopfzerbrechen bereitet: Wie können lebende Organismen aussehen wie Flüssigkristalle? Sie bewegen sich die ganze Zeit, es kann also keine statische molekulare Ordnung geben, um diese brillanten Farben zu erzeugen. Deshalb habe ich mein Buch „The Rainbow and the Worm: The Physics of Organisms“ getauft. Der „Wurm“ war nicht wirklich ein Wurm; es war eine Drosophila Larve, eine kleine Fruchtfliegenlarve, die aus einem Ei schlüpft.
Als wir diese erstaunliche Entdeckung machten, was eine der stärksten ästhetischen Erfahrungen war, die ich in meinem Leben machte, war ich eigentlich auf der Suche nach etwas Anderem. Ich war auf der Suche nach einer Molekülordnung im Ei, welche subtiler ist, wie ein Vormuster des Körperplans, das im Laufe der Entwicklung erscheint. Das war es, was wir suchten. Und wir haben es gefunden, aber es war nicht annähernd so aufregend wie der sich bewegende Organismus, der wie ein sich bewegender Flüssigkristall aussah.
Die Erklärung ist, dass sich alle Moleküle kohärent bewegen und die molekularen Bewegungen langsamer sind als die Schwingungen des Lichts. In jedem Augenblick sieht das Licht diese molekulare Ordnung und gibt deshalb diesen Flüssigkristalleffekt wieder. Das ist wirklich der beste Beweis dafür, dass molekulare Kohärenz im gesamten Organismus existiert.
Das mit den lebenden Organismen assoziierte Wasser – etwa 70 Gew.% und 99% nach Anzahl der Moleküle – ist in dieser Hinsicht wichtig, weil das Wasser für eine Menge der flüssigen Kristallinität verantwortlich ist und auch für die Flexibilität der Proteine und andere Makromoleküle, damit sie sich kohärent bewegen können.
Der quantenkohärente Organismus ist nicht nur eine theoretische Übung. Wenn Sie nur die konventionelle Quantentheorie an Organismen anwenden, funktioniert es nicht. Die konventionelle Quantenmechanik musste erweitert werden, und das habe ich in meinem Buch getan. Die Analogie, welche ich verwende, ist eine Art Multimode-Laser, der aufgeladen wird, sodass er in vielen verschiedenen Frequenzen kohärent ist, einer ganzen Bandbreite von Frequenzen. Die Bandbreite der Frequenzen in einem Organismus ist einfach fantastisch.
In meinem Buch sage ich, dass es so ist wie 70 Verdoppelungen einer Oktave. Ich benutze die Analogie des Quantenjazz, um diese Quantenkohärenz auszudrücken, die einmalig für Organismen ist. Es erstreckt sich über weite Bereiche von Raum- und Zeitskalen, vom kleinsten Atom oder subatomaren Teilchen, zum gesamten Organismus und darüber hinaus. Organismen kommunizieren mit anderen Organismen; Sie sind auf natürliche Rhythmen abgestimmt, also haben sie tages- Rhythmen, jährliche Rhythmen und so weiter. Auf der anderen Seite haben sie extrem schnelle Reaktionen, die in Femtosekunden oder zehntel Femptosecunden stattfinden, bis hin zu jährlichen Rhythmen.
Wenn Sie sich vorstellen können, dass all diese Rhythmen koordiniert sind. Es gibt Hinweise, dass sie tatsächlich über all diese Skalen koordiniert sind. Natürlich können Sie niemals ein nicht lebendiges Beispiel dafür finden. Sie finden Teile davon in Festkörpersystemen, welche kohärent in einigen Frequenzen werden können. Sie finden Teile davon in, sagen wir, einer eingestellten Radiofrequenz. Wenn ein Radio abgestimmt ist, können Sie das Signal empfangen auf das es abgestimmt ist. Der Organismus ist auf alle Frequenzen gleichzeitig abgestimmt.
Wenn Sie auf den Herzschlag schauen, ist dieser tatsächlich eine Reflexion von allen Frequenzen im Körper, wodurch es oberflächlich sehr unregelmäßig erscheint. Aber wenn Sie den Herzschlag mit den richtigen mathematischen Werkzeugen analysieren, können Sie genau die Art von Multimode Quantenkohärenz Eigenschaft, die das Leben ausmachen extrahieren.
Das ist faszinierend.

ATHM (Dr. McCraty):
Es scheint, dass es keinen Konsens zur Definition eines lebenden Systems gibt. Glauben Sie, dass Kohärenz in eine genaue Definition lebendiger Systeme einbezogen werden muss?

Dr. Ho:
Ja, ich würde Organismen definieren als „Selbstorganisierende Quantenkohärente Systeme“.
Das Problem beinhaltet somit auch die Definition von Quantenkohärenz, speziell jener von Organismen.
Im Moment gibt es Teile einer Definition, die passen. Die Phasenkorrelation ist wichtig für die Quantenkohärenz im Allgemeinen. Zum Beispiel in der
Herzschlagdaten-Zeitreihe: wenn Sie die Daten umsortieren, so dass Datenpunkte in zufälliger Ordnung zu liegen kommen, geht die Kohärenz verloren, da die Phasenkorrelation verloren geht.
In meinem Buch erwähne ich die Faktorisierbarkeit, die ein bisschen technisch ist. Ein Organismus ist voll von Aktivitäten über alle Zeit und Raum Skalen. In einem vollständig kohärenten System sind die Aktivitäten alle korreliert, jedoch erscheint jede dieser Aktivitäten, als ob sie
unabhängig von allen anderen ist. Das ist wirklich kontra intuitiv. Sie sind so perfekt korreliert, dass die Kreuzkorrelationen nur den Multiplikation der Selbstkorrelationen entsprechen. Es ist also analog zur klassischen Situation, in der die gemeinsamen Wahrscheinlichkeiten von zwei unabhängigen Ereignissen nur die Multiplikation zweier unabhängiger Wahrscheinlichkeiten entspricht.
Dieses Kriterium der Quantenkohärenz kommt von der Arbeit des Quantenphysikers Roy Glauber, der den Nobelpreis in Quantenoptik 2005 gewann. Glaubers Arbeit gehört zu den wunderbaren Dingen, die mich Fritz Popp lehrte. Ich benutze gern das Bild des Quantenjazz, um es zu vermitteln. Stellen Sie sich eine riesige Jazzband vor, die Musik macht, von sehr kleinen Instrumenten bis zu sehr großen, sehr schnell bis sehr langsam spielenden, mit einer musikalischen Bandbreite über 70 Oktaven. Sie improvisieren von Moment zu Moment, spontan und frei und doch im Einklang mit dem Ganzen. Das ist die ultimative Quantenkohärenz. Man kann verschiedene Grade (Ordnungen) der Quantenkohärenz haben. Ein vollständiger quantenkohärenter Zustand wäre die Quantenkohärenz von N-ter Ordnung, wobei N eine sehr große Zahl ist. Dieser Zustand wird nur sehr selten erreicht, vielleicht ein- oder zweimal im Leben, für einige von uns oder vielleicht auch nie. Sie bekommen eine Ahnung davon, wenn Sie eine ästhetische Erfahrung machen, eine ganz besondere ästhetische Erfahrung, wie eine, die ich hatte als ich zum ersten Mal auf den Regenbogenwurm traf. Manche Leute würden es eine mystische Erfahrung nennen. Ich bin weder eine Mystikerin noch eine religiöse Person, aber ich liebe Kunst. Ich widme mich der Kunst genauso wie der Wissenschaft. Das ist es, was das Leben für mich so erfüllend macht.
Sie können niedrigere Kohärenzgrade haben als das, was ich gerade Beschrieben habe – die Alltagskohärenz -, die das Leben am Laufen hält.
Wenn Sie ein vollständig quantenkohärentes System haben, werden Sie niemals altern und Sie werden niemals sterben. Aber wir altern und wir sterben. Das ist Inkohärenz in unterschiedlichem Maße. In meinem Buch schlage ich vor, Zeit als Ansammlung von Inkohärenz zu betrachten.
Wenn Sie Inkohärenz anhäufen, altern Sie. Ich denke eine glückliche kohärente Person altert langsamer als jemand voller Angst und Streben. Es ist faszinierend darüber nachzudenken. Ich sage nicht, dass Quantentheorie alles und jedes bis in alle Ewigkeit erklärt. Aber es gibt uns einen Einblick, wie wir über diese Dinge nachdenken können. Konventionelle Quantentheorie ist nicht genug. Quantenkohärenz hat praktische Konsequenzen. Bitte erforsche sie. Bitte mach etwas damit, denn es wird unser ganzes Bild verändern wie wir Gesundheit und Krankheit betrachten. Das ist es, was fehlt.
Ich habe keinen Zweifel, dass zumindest einige der esoterischen Dinge die Menschen den Quanteneffekten zuschreiben, real sind, etwa Telepathie, Fernheilung usw. Aber wir können nicht die Grenzen vom sehr Konventionellen, über die Quantenkohärenz von Organismen, zur vollständigen Quantenkohärenz des Universums verschieben. Ich glaube, das Universum ist quantenkohärent. Quantenkohärenz ist überall. Und wenn wir wissen, wie wir uns darauf einschwingen können, können wir es sehen, wenn wir es ignorieren. Wenn wir sehr reduktionistisch und mechanisch in unserem Denken und Tun sind, werden wir es nicht erkennen.

ATHM (Dr. McCraty):
Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Aus einem sehr einfachen Grund, wenn wir Kohärenz in den Rhythmen der biologischen Systeme oder im Mensch messen, gibt es da energetische Teile, die Dinge, die wir nicht messen oder anfassen können – Dinge wie unsere Gedanken und Emotionen zum Beispiel. Ich betrachte diese als energetische Systeme, nicht auf eine esoterische Art und Weise. Das sind die Dinge, die wir nicht messen können. Aber wenn wir emotional inkohärenter werden, wütender und irritiert zum Beispiel, spiegelt sich dies sofort in einer Inkohärenz der Rhythmen im Körpersystem wieder. Ich denke, das passt sehr gut zu dem, was Sie gesagt haben: Akkumulierende Inkohärenz altert das System.

Dr. Ho:
Stimmt, das Herz ist sehr wichtig, es koordiniert die gesamten Aktivitäten, aber noch wichtiger, es kommuniziert mit allem.

ATHM (Dr. McCraty):
Richtig und es wird von Allem beeinflusst.

Dr. Ho:
Es ist wie eine Symphonie. Ich bin im Herzen ein Taoist. Und Quantenkohärenz und Taoismus sind eins, da kohärentes Handeln müheloses Handeln ist. Sobald ich diese Physik von Organismen gefunden hatte, wollte ich es nie mehr loslassen, weil ich merkte, dass ich meinen Weg zurück finden musste, um mein komplettes Selbst zurück zu gewinnen.
Westliche Bildung neigt dazu, zu teilen. Es teilt dich auf in den Beobachter und das Beobachtete, den Kontroller und den Kontrollierten und Gott weiß was noch. Das Leben ist nicht so. Das Leben ist spontan und frei, und alles funktioniert durch Interkommunikation. Es ist eine perfekte soziale Anarchie, weil jeder Spieler so viel Kontrolle hat, wie er oder sie feinfühlig und empfänglich ist. Das ist das Ideal einer glücklichen Person, einer gesunden Person.

ATHM (Dr. McCraty):
In einem Artikel, den ich für diese Ausgabe geschrieben habe, habe ich versucht, unsere Vorstellungen von Kohärenz auf die soziale Ebene zu erweitern, worüber wir gerade erst anfangen zu reden. Die meisten Leute waren schon einmal auf einem Konzert, bei dem etwas Magisches passiert ist, oder einem Sportereignis, bei dem ein Team in eine bestimmte Art von Flow gerät, in der die Spieler agieren, als wären sie eins, und dies hebt das Niveau Aller.

Dr. Ho:
Und wenn Sie eine Gruppe von Leuten haben, die zusammen musizieren und in einen kohärenten Zustand gelangen, ist es so wundervoll.
Es ist einfach das Schönste. Sie können es im Publikum fühlen.
Ich bin kein Musiker, aber ich kann fühlen, wie glücklich die Musiker sind wenn sie in diesem Zustand sind.

ATHM (Dr. Riley):
Ist Nachhaltigkeit ein Merkmal der Kohärenz?

Dr. Ho:
Ja. Wenn Sie die Thermodynamik eines nachhaltigen Systems betrachten, basiert es tatsächlich auf diesem Null-Entropie-Ideal. Da alle Aktivitäten in dem quantenkohärenten System miteinander verknüpft sind, sind sie korreliert, die Entropie ist Null; Das System hat effektiv nur einen einzigen Freiheitsgrad.

ATHM (Dr. Riley):
Zunehmende Entropie ist charakteristisch für Inkohärenz.

Dr. Ho:
Ja. Wenn Sie ein ideales nachhaltiges System haben, ist es eine Kreislaufwirtschaft. Um es thermodynamisch auszudrücken, wenn Sie eine geschlossen Kreis haben, dann akkumulieren sie weder, noch erzeugen sie Entropie. Natürlich ist der Organismus ein offenes System, und was sie finden ist, dass wenn es keine Entropie im Inneren anhäuft, die Entropie nach außen verlagert wird, aber sogar diese verlagerte Entropie – der Abfall- ist minimal. Das ist das Ideal der Nachhaltigkeit, und dies ist auch durch das natürliche Ökosysteme angenähert, welches für tausende von Jahren funktioniert. Wenn wir es neu erschaffen wollen, dann müssen wir lernen es wie die Natur zu machen, Kreislaufwirtschaft der Natur, deshalb ist Recycling sinnvoll.

ATHM (Dr. Riley):
Somit sind unsere aktuellen Finanzkrisen eine Widerspiegelung sozialer Inkohärenz?

Dr. Ho:
Es ist interessant: Die Leute sagen: „Energie ist wie Geld.“
Das ist in der Tat der größte Trugschluss. Ein kohärentes System, ein nachhaltiges System, arbeitet durch guten Willen und durch fairen Austausch. Es lebt vom fairen Handel – man muss einen realistischen Ausgleich für die Ressourcen erbringen. Sie müssen die Ressourcen vollständig kompensieren. Wenn du zu wenig bezahlst, müssen die Leute viel härter arbeiten und die natürlichen Ressourcen werden über Gebühr ausgebeutet und deshalb verarmt die Umwelt. Und da wir von unserer Umwelt abhängig sind, sind wir jetzt auch ärmer als vorher.
Wenn Sie zu viel Geld generieren, was passiert dann? Das ist wie mehr Entropie, da dadurch künstlich die Kaufkraft einiger Leute aufgebläht wird und diese neigen dazu, viel zu viel zu konsumieren. Da fairer Austausch sich wie Energie verhält, wir uns aber unfairen Austausch auf dem Finanzmarkt gönnen, ist das mehr wie Entropie, bloße Entropie. Deshalb neigt es dazu, das natürliche Ökosystem zu verwüsten und macht uns dadurch alle effektiv ärmer.
Wenn man sich das konventionelle System anschaut, da es auf unendlichem Wachstum basiert, schließt es den Zyklus nicht. Es ist wie ein Hurrikan. Es schluckt alles auf seinem Weg und hinterlässt Zerstörung, und deshalb ist es ein Auf und Abzyklus, die dem System innewohnt. Es gibt mehr
Informationen dazu auf der Website des Instituts für Wissenschaft in der Gesellschaft.

ATHM (Frau Snyder):
An was arbeiten Sie gerade?

Dr. Ho:
Ich arbeite an viel zu vielen Dingen, unter anderem versuche ich ernsthaft zu malen. Wir veröffentlichen eine Zeitschrift am Institut für Wissenschaft in der Gesellschaft, in der wir sowohl unabhängige Kunst als auch unabhängige Wissenschaft fördern. Wir engagieren uns in zahlreichen Kampagnen, um Politiker davon zu überzeugen, nachhaltig zu sein, nicht genetisch veränderte Lebensmittel zu erzeugen und solche Dinge. Vielleicht sollten Sie mich fragen, an was ich gerade nicht arbeite!

ATHM (Frau Snyder):
In einem ihrer Bücher sagen Sie: „Wissenschaft ist das Streben nach dem intimsten Verständnis der Natur. Es ist keine Industrie, um bestehende Theorien zu validieren und Schüler in die richtigen Ideologien zu indoktrinieren.“ Bezogen auf diese Aussage, denken Sie die Wissenschaft bewegt sich in die richtige Richtung?

Dr. Ho:
Ein Teil davon bewegt sich in die richtige Richtung, weshalb ich so begierig darauf bin, die Literatur zu betrachten, um zu sehen, ob es Forscher gibt die sich zum Beispiel der Quantenkohärenz nähern. Es gibt viel Forschung über das Wasser, und ich erwähnte einige Forschungen in der Photosynthese. Sie entdecken, langsam, die Quantenkohärenz in lebenden Systemen. In der Physik bewegt sich die Quantenoptik ebenfalls in eine sehr interessante Richtung.
Quantencomputer und Hochtemperatur-Superleitfähigkeit – diese Dinge drohen die Biologie zu verändern. Biologie ist noch das mechanischste. Medizin ist das Schlimmste. Medizin ist weit zurück. Ein Thema das mir sehr am Herzen liegt sind all diese Medikamente, die nicht gut für uns sind. Ich verwende ziemlich viel Zeit damit, meinen Mann vor seinen Ärzten zu beschützen und sie davon abzuhalten, ihm mehr Medikamente für seine Beschwerden zu geben. Diese Drogen verursachen mehr Nebenwirkungen als alles andere, da die Medizin immer noch auf den gleichen mechanistischen Idee basiert.
Molekulargenetik hat es noch schlimmer gemacht. Aber diecGenetik drängt in diese organische, nicht-mechanistische Richtung. Ich habe ein Buch mit dem Namen „ Living with the Fluid Genome“ vor einiger Zeit geschrieben. Es handelte davon, weshalb Gentechnik so schlecht ist, weil es nicht realisiert, dass Quantenkohärenz, diese Ganzheit im lebenden Organismus, an sich eine natürliche Gentechnik ist, von der Sie nur eine Ahnung davon im flüssigem Genom bekommen können. Das Genom reagiert auf die Umgebung. Einige Reaktionen können dazu führen, dass die Gene sich selbst verändern. Und nun deckt ironischerweise diese mechanistische Stoßrichtung in der Molekulargenetik viel mehr über das flüssige Genom auf.

ATHM (Dr. Riley):
Würden Sie sagen, dass einige der Ideen, die aus dem Bereich der Genomik kommen, das Prinzip der Kohärenz bestätigen?

Dr. Ho:
Ja, und sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Die „Vererbung von erworbenen Eigenschaften“ war unter anderem eine Hypothese von Jean-Baptiste Lamarck, ein französische Naturforscher. Ein Lamarckian oder ein Neo-Lamarckian genannt zu werden war eine echte Beleidigung. Ich war ein NeoLamarckian in den 1980er Jahren. Nun, wenn Sie die Molekülmechanismen betrachten, gibt es kein klareres Beispiel für den Lamarckismus bei der Arbeit. Es ist wirklich die Vererbung von erworbenen Eigenschaften. Erfahrung verändert Gene, und diese Einflüsse können an die nächste Generation weitergegeben werden. Das alles kommt aus der molekulargenetischen Forschung, Genomik. Wir nennen es jetzt Epigenomik.

ATHM (Dr. Riley):
Ich würde gerne zu etwas zurückkehren, was Sie vorher gesagt haben. Sie haben über den Reduktionismus in der Biologie gesprochen. Für mich ist die Medizin viel schlimmer. Würden Sie mir zustimmen, dass die Dinge, von einem systembiologischen Ansatz aus zu betrachten, in die richtige Richtung zielen würde, anstatt nur aus dem Reduktionismus der Medizin?

Dr. Ho:
Es hängt davon ab, was Sie unter Systembiologie verstehen. Es scheint mir, dass für manche Menschen „Systembiologie“ bedeutet, alles in einen Computer zu werfen und hoffen, dass es Sinn macht. Einige nützliche Informationen kamen aus der Analyse des Genoms, aber sie sind weit davon entfernt, einen Sinn zu ergeben, und eine menge Informationen sind auf der Suche nach einer Systemtheorie.
Das gegenwärtige medizinische Denken besteht darin, Krankheiten durch Moleküle zu definieren. Sie haben einzelne Molekülkrankheiten; Sie haben Einzelmolekül-Interventionen. In der Tat gibt es viele Fehldiagnosen, eine Menge ignorieren das System als Ganzes. Es gab so einen Hype der Gentherapie und ehrlich gesagt, haben sie mehr Kummer als Nutzen verursacht.
Sie können ein Molekül nicht einfach in ein System schieben, da die Moleküle in einem ganzen Netzwerk agieren und diese müssen sich mit dem Ganzen ändern. Sie müssen Quantenjazz mit dem ganzen Organismus machen, mit all den anderen Molekülen und mit dem ganzen System, an jedem einzelnen Ort im Körper. Zum Beispiel in Ihrem Körper, Sie haben Billionen, Dutzende Billionen von Zellen. Und jede einzelne Zelle im Körper ist in jedem Moment anders. Wie können Sie da behaupten, dass sie Krankheiten heilen, indem Sie sich auf ein einzelnes Molekül konzentrieren, dass mittels eines viralen Trägers, in jeder Zelle und für immer überexprimiert wird?
Schädliche Nebenwirkungen werden mit diesen sogenannten Biologika, biologischen Medikamenten, die sie auf den Markt drängen, schlimmer, weshalb ich sagte, dass ich viel Zeit damit verbracht habe, mein Mann von seinen Ärzten zu schützen.

ATHM (Dr. Riley):
Können Sie uns ein Beispiel für diese Biologischen Medikamente geben, von denen Sie sprechen?

Dr. Ho:
Es gibt eine ganze Reihe von ihnen. Und die schlimmsten sind die Antikörper. Ein Beispiel dafür war die Londoner Drogenversuch-Katastrophe im Jahr 2006. Es beteiligten sich sechs junge gesunde Freiwillige in London, England, welche nach der Injektion mit einer Testdroge, welche Autoimmun-erkrankungen und Leukämie bekämpfen sollte, schwer krank wurden. Wir haben den Vorfall gründlich in unserer Zeitschrift „Wissenschaft in der Gesellschaft“ beleuchtet. Alle sechs erlitten multiples Organversagen und wurden auf die Intensivstation gebracht. Die Regulierungsbehörde für Medikamente und Gesundheitswesen, die die Genehmigung für den Versuch gab, zog sofort die Genehmigung zurück, und eine internationale Warnung wurde ausgegeben, um zu verhindern, dass das Medikament im Ausland getestet wird. Das Medikament, TGN1412, war ein monoklonaler Antikörper. Sie können nähere Details dazu unter folgendem Link erfahren: http://www.i-sis.org.uk/LDTC.php.
Der Name einer Droge gibt ihnen keinen direkten Bezug zu dem, was sie wirklich ist, also müssen sie sich die Droge ansehen, und dann müssen sie folgendes herausfinden: „Ist es ein Protein? Ist es ein monoklonaler Antikörper? Oder ist es etwas anderes? “ Ein weiteres Beispiel sind die jüngsten Schweinegrippe-Impfstoffe: Praktisch alle sind potenziell gefährlich, gefährlicher als die Schweinegrippe selbst.

ATHM (Dr. McCraty):
Wie beschreiben oder definieren Sie Kohärenz für einen Laien in einer Weise, die nicht die Kreuzkohärenz einbezieht, aber die Kohärenz im Kontext der globalen Kohärenz umfasst? Ob es nun auf der Ebene des einzelnen Menschen oder der menschlichen Interaktion mit einem äußeren System oder sogar innerhalb des Kosmos ist?

Dr. Ho:
Ich würde es mit Quanten-Jazz beschreiben, was jeder verstehen kann. Was Sie in Kreuzkorrelationen entdecken, ist eine Art der Kohärenz, aber es ist nicht die perfekte Quantenkohärenz. Wir haben keine Theorie dazu, zumindest keine vollständige formale Theorie von Quantenkohärenz des Organismus. Wir haben gute Theorien der Quantenkohärenz von Lasern oder von festen Systemen oder von nicht lebenden Systemen. Wir haben sehr gute Theorien darüber, aber wir haben keine formale Theorie des Organismus, die man in eine Gleichung schreiben könnte. Vielleicht werden wir es nie haben. Ich weiß es nicht. Aber da sind wir.

ATHM (Dr. McCraty):
Als Sie von der Arbeit in der Photosynthese sprachen, erwähnten Sie, dass die Wissenschaftler alle aufgeregt darüber sind, dass Kohärenz über einige Femtosekunden besteht, aber ihre Messungen an den Larven, zeigten globale Kohärenz über Minuten.

Dr. Ho:
Ich bin mir sicher, wenn wir Sie unter ein Polarisationsmikroskop stellen würden, dann wären auch Sie wie Flüssigkristallin.

ATHM (Dr. McCraty):
Nun, genau hier ist ein Beispiel für Kohärenz. Es besteht über Minuten bis Stunden.

Dr. Ho:
Lange Kohärenzzeiten bedeuten nichts. Übrigens, Fritz Popp ist immer noch in der Lichtemissionsbiophotonen-Forschung beteiligt. Ein paar von meinen Freunde in Catania, mit denen ich auch arbeite, darunter Franco Musumeci, ich traf Sie alle in Fritz Popps Labor. Wir haben viele Beweise für die Kohärenz über großer Reichweite gefunden, wie in meinem Buch beschrieben, aber es neigt dazu, verworfen zu werden, weil die Leute es nicht verstehen und weil man keine Gleichung aufschreiben kann. Aber ich habe keine Zweifel, dass das Leben quantenkohärent ist. Organismen sind Quantenjazz-Spieler, welche das Leben ins Sein tanzen.

 

 

 

 

 

 

A walk in the park …

Gehen Sie doch öfter mal in einem Park oder im Wald spazieren! Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

Ja, Bewegung ist wichtig. Aber ist es auch wichtig, wo wir uns bewegen?

Japanische Wissenschaftler wollten das etwas genauer wissen und ließen 17 männliche Studenten während 15 Minuten in einem Park und zum Vergleich in der Stadt spazieren gehen. Während des Spaziergangs wurden verschiedene Parameter gemessen, im Anschluss an den Spaziergang füllten die Studenten drei verschiedene Fragebögen aus.

Im Vergleich zur Stadt war die Herzfrequenz beim Spazieren im Park signifikant niedriger (-4%). Die Aktivität des Parasympathikus, der inneren Bremse, stieg im Park deutlich (+17%). Stress und Anspannung werden also nicht nur durch Bewegung alleine abgebaut, sondern auch durch die Umgebung, in der wir uns bewegen. Die Teilnehmer haben dies auch subjektiv deutlich wahrgenommen: Nach dem Spaziergang im Park fühlten sie sich wohler, entspannter und lebendiger, Ängste und andere unangenehme Emotionen wurden weniger.

 

Auch wenn die meisten von uns in Städten leben und aufwachsen, haben sich unsere physiologischen Funktionen in der Evolution in einer natürlichen Umgebung entwickelt. Deshalb käme es nicht von ungefähr, so die Wissenschaftler, dass Menschen dazu tendierten, natürliche Umgebungen zu suchen. Diese wirken sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Intuitiv, und auch nachgewiesenermaßen.

 

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Photo by Annie Spratt on Unsplash

Die Herzratenvariabilität – ein Maß für die körperliche und mentale Regulationsfähigkeit

Der menschliche Körper ist ein komplexes Zusammenspiel von Gehirn, Organen, Geweben, Zellen und Stoffwechsel und muss sich dauernd an neue Umstände anpassen. Mit Schwitzen und Fieber hilft er sich bspw. bei der Regelung der Temperatur. Die Regulation der Körpertemperatur dient dazu, den Organismus im Winter zu wärmen oder im Sommer zu kühlen. Auch wenn unwillkommene Erreger wie Grippeviren vorhanden sind, wird die Körpertemperatur sofort erhöht: Fieber regt nämlich die weißen Blutkörperchen an, damit diese die Bakterien oder Viren besser fressen können. Fieber ist also ein Vorgang der gezielten inneren Anpassung. Dies ist ein Beispiel für eine vorübergehende Störung. Bleibt eine Störung aber dauerhaft bestehen oder kommen weitere Störungen hinzu, ist die Regulationsfähigkeit des Körpers gefährdet. Dabei können Störungen sowohl auf rein körperlicher Ebene stattfinden wie auch auf der psychischen Ebene.

Eine therapeutische Intervention kann immer nur dann wirken, wenn der menschliche Körper zur Regulation fähig ist. Die Regulationsfähigkeit des Organismus ist gebunden an ein regulierendes und regulierbares Grundsystem. Damit also eine Intervention auch Veränderungen bewirken kann und regulierend in den Organismus eingreifen kann, ist sie an die Fähigkeit des Systems gebunden, „mitmachen“ zu können.

 

HRV ist die Messgröße für die Regulationsfähigkeit des Organismus

Aber woher wissen Sie, ob ein(e) Patient*in in der Lage ist zu regulieren und Ihre Intervention zu „verarbeiten“? Seit einigen Jahren haben Wissenschaftler gezeigt, dass die Herzratenvariabilität (HRV) ein geeignetes Messinstrument ist, um verschiedenste Aspekte von Selbstregulation zu messen, wie z.B.:

  • Körperliche Gesundheit (Kim et al., 2015; Huikuri et al., 1999; Grieco, Colberg, Somma, Thompson, & Vinik, 2014)
  • Mentale Gesundheit (Cicchetti et al., 2014; Bradley et al., 2010; Scott & Weems, 2014; Bosch, Riese, Ormel, Verhulst, & Oldehinkel, 2009); s. auch hier
  • Selbstkontrolle (Geisler & Kubiak, 2009)
  • Aggressivität (Gower & Crick, 2011)
  • Sucht und riskantes Verhalten (Quintana, Guastella, MGregor, Hickie, & Kemp, 2013; Kniffin et al., 2014; Buckman, White, & Bates, 2010)
  • Fähigkeit zu sozialer Interaktion (Shahrestani, Stewart, Quintana, Hickie, & Guastella, 2014; Movius & Allen, 2005)
  • Emotionsregulation/-kontrolle (Hastings et al., 2008; Pu, Schmeichel, & Demaree, 2010; Guy, Souders, Bradstreet, DeLussey, & Herrington, 2014; Davis, Quiñones-Camacho, & Buss, 2016)
  • Exekutive und/oder kognitive Funktionen (Thayer, Hansen, Saus-Rose, & Johnsen, 2009; Marcovitch et al., 2010)

Außerdem sind HRV-Messungen auch eine ideale Therapiekontrolle für Interventionen jeglicher Art.

HeartMath hat mit dem emWave Pro Plus ein sehr kostengünstiges System entwickelt, mit dem Sie nicht nur die HRV Ihrer Patien*innen messen können. Im emWave Pro Plus sind auch die HRV-Biofeedback-Funktionen des emWave Pro enthalten, um die Variabilität des Herzens zu trainieren und damit direkt die Regulationsfähigkeit des Organismus zu verbessern.

 

 

 

Photo by Raka Rachgo on Unsplash

 

 

Das kleine Gehirn im Herzen

Dr. J. Andrew Armour hat bereits 1991 den Begriff Herzgehirn eingeführt. Dieses „Herzgehirn“ besitzt, wie auch das eigentliche Gehirn, ein komplexes Netzwerk von Neuronen, Neurotransmittern, Proteinen und Helferzellen. Das Herzgehirn kann unabhängig vom Kopfgehirn agieren und verfügt über ausgeprägte sensorische Fähigkeiten.

Dr. Armour hat dem HeartMath Institute freundlicherweise einige Bilder zur Verfügung gestellt, die mit einem hoch auflösenden Mikroskop aufgenommen wurden.


Die erste Aufnahme zeigt die enge Verbindungen zwischen den intrinsischen Ganglien im menschlichen Herz. DIe hellblauen feinen Strukturen im linken Bild sind multiple Axone, die die einzelnen Ganglien miteinander verbinden. Das rechte Bild ist eine vergrößerte Aufnahme eines Ganglions. Der Ausschnitt entspricht dem Rechteck im linken Bild.


Dieses Bild eines stark vergrößerten intrinsischen Herzganglions wurde mit einem Konfokalmikroskop aufgenommen, das in der Lage ist, eine Schicht nach der anderen zu fotografieren und daraus eine 3D-Aufnahme zu erstellen. Ganglien bestehen aus Gruppen von Nervenzellen (Soma) und befinden sich außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. Jede einzelne der kleineren kreisförmigen Strukturen ist der Zellkörper eines individuellen Neurons.


Hier sehen Sie einen Querschnitt durch ein intrinsisches Herzganglion. Im Zentrum befinden sich massenhaft Dendriten ( Zellfortsätze von Nervenzellen), die die einzelnen Neuronen miteinander Verbinden. Dieses Dendritenfeld ist eine ideale Struktur für unabhängige Informationsverarbeitung.


Die intrinsischen Herzganglien sind über das Herz verteilt. Insbesondere findet man diese an den Anschlüssen der großen Gefäße.


Afferente Neuronen senden Informationen zu anderen Neuronen. Diese sensorischen afferenten Neuronen erkennen lokale mechanische oder biochemische Veränderungen im Gewebe des Herzens. Diese Informationen werden an das restliche intrinsische Nervensystem des Herzens weitergeleitet, und von da aus häufig zum Kopfgehirn.

 

Mehr Erfolg im Sport – mit Biofeedback

Treffsicherheit ist bei Ballsportarten das A und O. Und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, ist auch bei vielen anderen Sportarten eine wichtige Grundvoraussetzung. Welche Möglichkeiten gibt es also – neben dem Einüben der eigentlichen Technik wie schießen oder werfen etc. – um die Performance zu steigern? Wissenschaftler aus Indien sind einen besonderen Weg gegangen, um die Konzentrationsfähigkeit und die Motorik von Sportlern zu verbessern. Weiterlesen →

Produktivität – mal anders betrachtet

Sie sind Profi in Ihrem Job und wissen genau, was Sie zu tun haben. Und doch geht immer wieder das Thema um „Wie kann ich (noch) produktiver sein?“. Ist das denn überhaupt möglich, oder verlangt da jemand von Ihnen, zu einer Maschine zu werden? Produktiver sein heißt aber auch – für einen selbst – Ziele direkter zu erreichen, überflüssige Belastungen zu vermeiden und negative Emotionen nicht aufkommen zu lassen – sondern positive Gefühle zu erzeugen.

Produktivität braucht positive Emotionen

Gefühle und Emotionen sind ja Kernthemen von HeartMath. Deswegen ist es umso erfreulicher, dass Wissenschaftler uns ein weiteres Argument dafür liefern, weshalb es so wichtig ist, Emotionsregulation als Kernkompetenz zu entwickeln. Steffanie Wilk von der Ohio State University hat herausgefunden, dass die Stimmung von Mitarbeitern zu Arbeitsbeginn in aller Regel ausschlaggebend dafür war, wie sich diese den ganzen Tag über fühlten. Und diese Stimmung hatte einen eindeutigen Einfluss auf ihre Leistungsfähigkeit, also wie viel die Mitarbeiter arbeiteten und wie gut sie ihre Arbeit erledigten.

Ob sie nun zu Hause arbeiten oder in einem Büro oder eine Fabrikgebäude, ob sie selbstständig sind oder angestellt – Ihre Gefühlslage am Morgen wird sich ziemlich sicher darauf auswirken, wie gut es ihnen gelingt, ihr Tagespensum zu schaffen, sowohl in Hinsicht auf Qualität wie auch auf die Arbeitsmenge. Wäre es also nicht ein gutes Investment in ihre Produktivität, wenn sie sich morgens etwas Zeit nehmen, um ihre Stimmung positiv zu beeinflussen? Wir empfehlen Ihnen dazu die Technik Quick Coherence.

Quick Coherence (Schnelle Kohärenz)

Schritt 1: Herzatmung. Richten Sie dazu Ihre Aufmerksamkeit auf die Mitte Ihres Brustkorbs. Stellen Sie sich vor, dass Sie durch Ihre Herzregion ein- und ausatmen. Dies fördert die Kohärenz. Atmen Sie etwas langsamer und tiefer als sonst, 5 Sekunden ein und aus, oder in einem anderen angenehmen Rhythmus.

Schritt 2: Herzgefühl. Rufen Sie ganz bewusst ein angenehmes Gefühl auf, z.B. Ihre Wertschätzung für jemanden oder etwas Wichtiges in Ihrem Leben. Oder fragen Sie sich: „Worauf freue ich mich heute?“ und spüren Sie diese (Vor)Freude ganz bewusst.

Die Ergebnisse dieser Studie haben auch für Führungskräfte eine hohe Relevanz.

Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sollte sich damit beschäftigen, wie sie die Grundstimmung in ihrem Team positiv beeinflussen.

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Schlafen Sie genug? Sicher?

Wenn ich in Seminaren das Thema „Schlaf“ anspreche, bekomme ich immer wieder folgenden Teilnehmer-Beitrag, im vollen Brustton der Überzeugung: „Mir reichen sechs Stunden Schlaf pro Nacht“. Sicher gibt es Menschen, denen sechs Stunden Schlaf genügen, um sich wohl zu fühlen und beste Leistungen zu erbringen. Eine Studie, die bereits im Jahr 2003 in der Zeitschrift Sleep erschien, sollte uns jedoch nachdenklich machen und uns motivieren, über unseren Schlaf nachzudenken.

48 Teilnehmer an dieser Studie wurden in ein Schlaf-Labor eingeladen. Während zwei Wochen wurde für unterschiedliche Teilnehmer-Gruppen der nächtliche Schlaf auf vier, sechs oder acht Stunden begrenzt. Und eine Gruppe musste sogar während drei aufeinanderfolgenden Tagen und Nächten ganz auf Schlaf verzichten. Während der Zeit im Schlaflabor wurden die Teilnehmer alle zwei Stunden während ihrer Wachphase auf ihre mentale Leistungsfähigkeit und Ihre Reaktionszeit getestet. Außerdem mussten Sie Fragen hinsichtlich ihrer Stimmung und verschiedener körperlicher Symptome beantworten, insbesondere auch, wie schläfrig sie sich fühlten.

Sechs Stunden Schlaf sind auf Dauer nicht genug

Die Teilnehmer, die jede Nacht acht Stunden schliefen, zeigten im Durchschnitt die besten Leistungen. Bei denen, die nur vier Stunden schlafen durften, wurden die Ergebnisse von Tag zu Tag schlechter. Die Gruppe mit sechs Stunden Schlaf konnte bis zum zehnten Tag ihr Leistungsniveau halten. Am Ende der Testphase ließen ihre Leistungen jedoch rasant nach und sanken auf das schwache Niveau der Gruppe, die überhaupt nicht schlafen durfte. Wer also zwei Wochen lang nur sechs Stunden pro Nacht schläft, dessen Leistungen sind nicht besser, als wenn er zwei Nächte durchgemacht hätte. Doch damit nicht genug. Die Sechs-Stunden-Schlaf-Gruppe beurteilte ihre Müdigkeit auch dann nur als sehr moderat, als ihre mentale Leistungsfähigkeit bereits stark nachließ. Das erinnert mich an die Geschichte vom „Frosch im Kochtopf“. Demnach täte ein Frosch, den man in kochendes Wasser wirft, alles, um dem Inferno zu entkommen. Setzte man ihn aber in lauwarmes Wasser und erhöhte langsam die Temperatur, dann kochte er bei lebendigem Leibe, ohne dass er Anstrengungen machte zu fliehen. Vielleicht ist dies nur eine „Geschichte“. Sie dient m.E. jedoch sehr gut als Bild dafür, was bei etwas zu wenig Schlaf passiert: wir merken nicht wirklich, dass wir Schlafmangel anhäufen und unsere Leistungsfähigkeit darunter leidet. Es ist ein schleichender Prozess.

Wissen Sie, wie viel Sie schlafen?

Wenn wir verschiedenen Studien glauben, dann überschätzen wir unsere Schlafdauer. Dies zeigen bspw. eine Untersuchung der University of Chicago sowie eine Studie, die in der Zeitschrift Epidemology veröffentlicht wurde. Im Rahmen der CARDIA Sleep Study, die in 2008 in Epidemology erschien, fanden die Forscher heraus, dass im Durchschnitt das nächtliche Schlafpensum 0,8 Stunden höher eingeschätzt wurde als es tatsächlich war. Demnach scheinen wir nicht wirklich zu wissen, ob wir genug schlafen, insbesondere dann nicht, wenn wir mäßigen Schlafmangel haben. Hier gilt es, an unserer Selbst-Achtsamkeit zu arbeiten.

Müdigkeit wird allzu häufig nicht wahrgenommen

Ich mache in Seminaren auch regelmäßig die Erfahrung, dass Teilnehmer nach einer zwei- bis dreiminütigen Herzkohärenz-Übung berichten, dass sie davon müde werden. Da diese Übung nicht wirklich anstrengend und ermüdend ist, muss es einen anderen Grund für diese Wahrnehmung geben. Dieser liegt wohl in der Reaktion unseres autonomen Nervensystems, also des Teils unseres Nervensystems, der nahezu alle Körperfunktionen ohne unser bewusstes Zutun reguliert. Das autonome Nervensystem besteht aus zwei Ästen, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Während ersterer grob gesagt für Aktivität zuständig ist und auch bei Stress die Kampf- oder Fluchtreaktion steuert, hat der Parasymphatikus die Aufgabe, für Erholung zu sorgen und Energie zu Verfügung zu stellen. Häufig werden die beiden deshalb auch mit „Gaspedal“ und „Bremse“ im menschlichen Organismus verglichen. Und da der Sympathikus durch die Kampf- oder Fluchtreaktion unser Überleben sichern soll, hat er stets Vorrang. Wenn wir also über einen längeren Zeitraum gestresst sind, unter Druck stehen oder sonstigen Belastungen ausgeliefert sind, dann führt das zu einer erhöhten Erregung des Sympathikus bei gleichzeitig reduzierter Aktivität des Parasympathikus. Das Spannungsverhältnis ist zugunsten des Sympathikus verschoben.

Herzkohärenzübungen haben einen regulierenden Effekt auf das autonome Nervensystem. Ein überaktiver Sympathikus wird runterreguliert, der Parasympathikus aktiviert. Die Regulationsfähigkeit des autonomen Nervensystems wird somit verbessert. Und durch die erhöhte Regulationsfähigkeit sind wir wieder besser in der Lage, unsere wahren Bedürfnisse zu spüren. Oder anders ausgedrückt: wenn der im Stress inaktive Parasympathikus wieder agieren darf, dann macht er uns schnell deutlich, dass wir zu wenig schlafen. Die Müdigkeit nach der Herzkohärenzübung ist also nicht durch diese entstanden, sie macht es uns nur bewusst.

Ich brauche…

Übrigens: sind Ihnen in Phasen starker Beanspruchung kompensatorische Handlungen bei Ihnen aufgefallen? David Servan-Schreiber berichtet in seinem Buch „Die neue Medizin der Emotionen“ von Assistenzärzten in einem Krankenhaus, in dem er in den USA gearbeitet hatte. Diese Assistenzärzte standen unter Stress, weil ihre Arbeitstage schier endlos waren. Sie waren erschöpft vom Nachtdienst, der jeden vierten Tag fällig war, und kompensierten das durch viel zu viel Essen. Wenn also ihr Körper ihnen signalisierte, „ich brauche eine Pause und ein wenig Schlaf“, dann hörten sie nur, „ich brauche“, und reagierten auf diesen Wunsch mit dem einzigen, das sofort verfügbar ist: dem Fastfood, das in jedem amerikanischen Krankenhaus rund um die Uhr zu kriegen ist.

 

Auch finnische Spezialeinheiten trainieren ihre Resilienz mit HeartMath-Techniken und Biofeedback

Polizeibeamte in Spezialeinheiten müssen in der Lage sein, in schwierigen und bisweilen gar lebensbedrohlichen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und auch unter enormem Druck richtige Entscheidungen zu fällen. Die Grundvoraussetzung hierfür ist Resilienz, also die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke. Im Rahmen einer Studie, die von einer kanadischen und einer finnischen Universität  gemeinsam durchgeführt wurde, durchliefen finnische Spezialkräfte an der Polizeifachhochschule in Tampere ein Resilienztraining. Ein wichtiger Teil dieses Trainings bestand aus HeartMath-Techniken und der Nutzung der Biofeedback-Systeme von HeartMath.

Bei der Befragung der niederländischen Polizeibeamten kam eindeutig heraus, dass die Verbindung von einfachen und überall anwendbaren Techniken und Training mit Biofeedback äußerst nützlich ist. Dies wurde auch von den finnischen Spezialkräften bestätigt:

„Results from the brief surveys related to the SWAT team officers’ satisfaction in participating in the training were as follows: Most of the participants (61.11%) were very or highly satisfied with the stress reduction techniques. In terms of the technology used over the training sessions, most participants (72.23%) reported that the devices used were very helpful or highly helpful for them to facilitate their stress reduction processes. Similarly, the majority of the participants (72.22%) agreed or strongly agreed that the technology used over the training is capable of helping individuals manage stress in their daily lives. In terms of knowledge dissemination, participants reported that they were confident (72.22%) or highly confident that they would recommend the techniques of the resilience training program to their peers. Similarly, most of the participants stated that it is important (83.33%) or vitally important to provide this resilience training to their peers.“

Hier können Sie die Studienergebnisse im Detail nachlesen.

Ihr Herz – die „Willenskraft-Reserve“ Ihres Körpers

Für viele von Ihnen ist es nicht neu, für manche vielleicht schon: Unser Herz ist kein Metronom. Im Gegenteil: Die Herzfrequenz ist Schwankungen unterworfen, auch wenn wir uns überhaupt nicht bewegen und nur ganz ruhig sitzen oder liegen. Diese Schwankungen sind im Millisekundenbereich und haben nichts mit Herzrhythmusstörungen zu tun. Aber keine Angst: sie sind tatsächlich Ausdruck von Gesundheit. Wir nennen diese Veränderlichkeit Herzfrequenzvariabilität (HFV) oder, in Anlehnung an die angelsächsische Schreibweise, Herzratenvariabilität (HRV).

HRV_Muster

Herzratenvariabilität – ein physiologisches Maß für die Fähigkeit zur Selbstregulation

Je länger das Phänomen der Herzratenvariabilität (HRV) intensiv erforscht wird, desto klarer wird, dass diese ein wichtiger Indikator für die Regulationsfähigkeit des Menschen ist. Diverse Studien konnten klar zeigen, dass Menschen mit höherer HRV Ablenkungen leichter ignorieren, Bedürfnisbefriedigung besser aufschieben und mit belastenden Situationen erfolgreicher umgehen können. Sie geben selbst bei schwierigen Aufgaben nicht so schnell auf, auch wenn sie zunächst Rückschläge erleben oder kritische Kommentare ernten. Außerdem verfügen Menschen mit einer ausgeprägten HRV über eine deutlich höhere Willenskraft. Deshalb sieht der renommierte Gesundheitspsychologe Prof. Dr. Julian F. Thayer von der Ohio State University in Columbus (USA) in der HRV ein physiologisches Maß für die Fähigkeit zur Selbstregulation. Insofern ist auch verständlich, dass Angst, Zorn, Depression und Einsamkeit mit einer geringen HRV einhergehen, da in diesen Fällen die Selbstregulation an ihre Grenzen gestoßen ist. Eine niedrige HrV wird jedoch auch mit Gesundheitsprobleme in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Fettleibigkeit, Arthritis und verschiedenen Krebserkrankungen.

Selbstregulation – einer der wichtigsten Aspekte von Resilienz

Resilienz ist die Fähigkeit, sich auf Stress, Herausforderungen oder Widrigkeiten vorzubereiten, darauf angemessen zu reagieren und sich davon wieder zu erholen. Häufig wird im Zusammenhang mit Resilienz auch von Widerstandskraft gesprochen. Resilienten Menschen gelingt es also gut, das eigene Verhalten zu steuern und dadurch flexibel und angemessen auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Sie verfügen über eine hohe Selbstregulationsfähigkeit.

Höhere HRV = höhere Resilienz

Wenn also Selbstregulation ein wichtiger Aspekt von Resilienz ist, und die Fähigkeit zur Selbstregulation ganz eng mit der Herzratenvariabilität verknüpft ist, dann haben wir mit dem Training der Herzratenvariabilität  einen effektiven Hebel, um unsere Resilienz nachhaltig zu steigern. Mit dem von HeartMath entwickelten Herzkohärenztraining können wir unsere HRV ganz einfach trainieren und dadurch steigern.

Herzfokussiertes Atmen – ein kraftvolles und effektives Werkzeug zur Selbstregulation

Richten Sie dazu Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Herzgegend. Stellen Sie sich vor, wie Ihr Atem durch Ihr Herz oder Ihren Brustkorb ein- und ausströmt. Atmen Sie dabei etwas langsamer und tiefer als gewöhnlich.

Vorschlag:  5 Sek. einatmen, 5 Sek. ausatmen (oder in einem anderen angenehmen Rhythmus).

Wenn Sie Herzfokussiertes Atmen praktizieren, verändert Sich das Muster in Ihrem Herzschlag, von inkohärent zu kohärent. Das sieht dann so aus:

inkohaerent_kohaerent

IBT_HandUnd Sie können die Veränderungen in Ihrem Herzschlagmuster sogar auf Ihrem iPhone sehen – mit dem Inner Balance Trainer von HeartMath.

 

„When the going gets tough, the tough get going“, so lautet ein Englisches Sprichwort. Etwas abgewandelt könnte dieses Sprichwort lauten: „When the going gets tough, the tough start breathing.“

Und was bringt es?

Herzratenvariabilität in Ruhe. Vor und nach 4 Monaten Anwendung von HeartMath Techniken.

HRV_Verbesserung

 

Je größer die Bandbreite, in der die Herzfrequenz variiert, desto größer die HRV. Die blauen Kurven stellen eine wesentlich höhere HRV dar als die roten Kurven. Die Anwendung der HeartMath Techniken hat sich also direkt positiv auf die Herzratenvariabilität ausgewirkt. In dieser Studie steigerten die 77 Abiturienten der Studiengruppe jedoch nicht nur ihre HRV; sie reduzierten auch ihre Prüfungsangst im Vergleich zu den 59 Abiturienten in der Kontrollgruppe nachhaltig, konnten besser mit schwierigen Situationen umgehen und verbesserten ihre Prüfungsleistung:

„Notwithstanding the above limitations, which should be addressed in future research, the data from this study present a pattern of consistent results showing that: (1) students who received the intervention program appear to have learned how to better self-regulate their emotions and intentionally shift into the psychophysiological coherence state under stressful conditions; and (2) the students most in need of help in managing their stress—the high test anxiety/low test-performing subgroup—appear to have internalized the benefits of the program’s emotion self-regulation tools, to the extent that they exhibited an emotional profile of significantly reduced negative affect and test anxiety, and a shift to healthier, more coherent baseline pattern of physiological activity. Finally, there is suggestive evidence from the matched-pairs analysis that reduced test anxiety and increased psychophysiological coherence appear to be directly associated with improved test performance.“

 

Zum Weiterlesen

Studien, Studien, Studien – eine Übersicht

Studienübersicht zu HeartMath, Herzkohärenz und Herzintelligenz

Es gibt immer mehr Studien über die Wirkung von HeartMath auf das körperliche und emotionale Wohlbefinden, auf die Gesundheit sowie auf die Leistungsfähigkeit und die persönliche Resilienz. Und regelmäßig kommen neue Studien dazu, viele davon stammen von unabhängigen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Eine breite Auswahl haben wir für Sie in der Folge zusammengestellt.

Diabetes

Herz-Kreislauf-Erkrankungen & Krebs

Bluthochdruck

Stress in Organisationen

Kostenersparnis in Organisationen

Polizei, Armee und Gefängniswärter

Chronische Schmerzen

Depression & Stress

Schule, Studium und kognitive Fähigkeiten

 Emotionen & Herzratenvariabilität (HRV)

Sport

Musik

Intuition

Weitere Studien finden Sie auf der Internetpräsenz des Institute of HeartMath, in der Rubrik „Research“.