Das kleine Gehirn im Herzen

Dr. J. Andrew Armour hat bereits 1991 den Begriff Herzgehirn eingeführt. Dieses „Herzgehirn“ besitzt, wie auch das eigentliche Gehirn, ein komplexes Netzwerk von Neuronen, Neurotransmittern, Proteinen und Helferzellen. Das Herzgehirn kann unabhängig vom Kopfgehirn agieren und verfügt über ausgeprägte sensorische Fähigkeiten.

Dr. Armour hat dem HeartMath Institute freundlicherweise einige Bilder zur Verfügung gestellt, die mit einem hoch auflösenden Mikroskop aufgenommen wurden.


Die erste Aufnahme zeigt die enge Verbindungen zwischen den intrinsischen Ganglien im menschlichen Herz. DIe hellblauen feinen Strukturen im linken Bild sind multiple Axone, die die einzelnen Ganglien miteinander verbinden. Das rechte Bild ist eine vergrößerte Aufnahme eines Ganglions. Der Ausschnitt entspricht dem Rechteck im linken Bild.


Dieses Bild eines stark vergrößerten intrinsischen Herzganglions wurde mit einem Konfokalmikroskop aufgenommen, das in der Lage ist, eine Schicht nach der anderen zu fotografieren und daraus eine 3D-Aufnahme zu erstellen. Ganglien bestehen aus Gruppen von Nervenzellen (Soma) und befinden sich außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. Jede einzelne der kleineren kreisförmigen Strukturen ist der Zellkörper eines individuellen Neurons.


Hier sehen Sie einen Querschnitt durch ein intrinsisches Herzganglion. Im Zentrum befinden sich massenhaft Dendriten ( Zellfortsätze von Nervenzellen), die die einzelnen Neuronen miteinander Verbinden. Dieses Dendritenfeld ist eine ideale Struktur für unabhängige Informationsverarbeitung.


Die intrinsischen Herzganglien sind über das Herz verteilt. Insbesondere findet man diese an den Anschlüssen der großen Gefäße.


Afferente Neuronen senden Informationen zu anderen Neuronen. Diese sensorischen afferenten Neuronen erkennen lokale mechanische oder biochemische Veränderungen im Gewebe des Herzens. Diese Informationen werden an das restliche intrinsische Nervensystem des Herzens weitergeleitet, und von da aus häufig zum Kopfgehirn.

 

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