Innere Ruhe und Stille

Schweigen ist gut für das Gehirn

In einem Artikel der Huffington Post von 2016 schreibt Carolyn Gregoire: „In unserer lauten Welt voller Ablenkungen, könnte es Ihrem Gehirn und Ihrem Körper gut tun, kleine Auszeiten einzulegen, in denen alles still ist.“ Als wissenschaftliche Grundlage für Ihre Aussage listet Sie vier Gründe auf.

  • Stille lindert Stress und Anspannung.
  • Stille füllt unsere geistigen Ressourcen auf.
  • Schweigen wir, dann haben wir Zugriff auf das Ruhezustands-Netzwerk (Default network) unseres Gehirns.
  • Still zu sein, kann die Gehirnzellen regenerieren.

HeartMath hat seit seiner Gründung zahlreiche Techniken und Technologien entwickelt, um den Zugang zu innerer Ruhe zu erleichtern und so den Weg zu unserer Weisheit und unserem inneren Kompass zu ebnen. Mit der Herzintelligenz bewegen wir uns wesentlich sicherer durch den Alltag, weil die Intuition unseres Herzens bessere Entscheidungen möglich macht.

Lässt unser Geist endlich los, dann kehrt innere Ruhe ein

Von diesem Aufgangspunkt können wir uns darauf besinnen, worauf es im Leben wirklich ankommt, und unsere alltäglichen Erfahrungen verbessern. Je früher wir den Wert der inneren Ruhe zu schätzen lernen, desto seltener finden wir uns auf den stressigeren Pfaden des Lebens wider und desto öfter treffen wir Entscheidungen, die unseren persönlichen Frieden und unsere Zufriedenheit fördern. Wie oft hören wir uns selbst und andere sagen: „Hätte ich gewusst, was passieren würde, dann wäre ich mit der Situation anders umgegangen.“ Innere Ruhe ist der Ausgangspunkt, um unsere Umsicht und unser Urteilsvermögen zu verbessern. Sie gibt unserem Herzen den Raum, zu Wort kommen, ohne von unserem Geist übertönt zu werden. Um „ruhig und besonnen zu sein“, müssen wir zunächst still genug werden, um wirklich zuzuhören.

Es ist daher sehr hilfreich, Zeiten für innere Ruhe einzuplanen, um unserem Herzen, unserem Geist und unseren Emotionen eine Auszeit von ihrem ständigen Konkurrenzkampf zu gönnen und den sich einstellenden Frieden zu genießen. Gleichzeitig sollten wir uns aber auch bewusst sein, dass innere Ruhe Übung erfordert. Denn unser Geist versucht immer wieder , sich in den Vordergrund drängen, sollte die Tür auch nur einen Spalt offen gelassen werden.

Denken Sie nur an all die Zeit, die meditierende und spirituelle Menschen im Laufe der Geschichte verschwendet hätten, würde die innere Ruhe keine wertvollen Resultate erzielen. Schon mit etwas Übung bekommen Sie durch die innere Ruhe mehr Klarheit für Ihr Leben geben. Und mit der Zeit geht das anfänglich anstrengende Tun Ihnen nach und nach in Fleisch und Blut über. Wir sind davon überzeugt, dass Sie die nachfolgende Technik zur Nutzung der Intelligenz Ihres Herzens bereichert und einen ersten wichtigen Schritt in ein weniger stressiges und dafür glücklicheres Leben bedeutet.

Die Technik Inner Ease

Mit diesen Schritten fördern Sie Ihre innere Ruhe und Gelassenheit zu.

  1. Seien Sie achtsam. Wenn Sie merken, dass Sie Ihr inneres Gleichgewicht verloren haben und Anzeichen für Stress (wie z.B. Gefühle wie Frustration, Ungeduld, Anspannung, Überforderung, Wut, Voreingenommenheit, starre Denkmuster, etc.) erkennen, dann machen Sie sich zunächst bewusst, was Sie gerade empfinden.
  2. Nehmen Sie sich jetzt eine kurze Auszeit. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Herzgegend. Stellen Sie sich vor, wie Ihr Atem durch Ihr Herz oder Ihren Brustkorb ein- und ausströmt. Atmen Sie dabei etwas langsamer und tiefer als gewöhnlich.
  3. Atmen Sie mit jedem Atemzug ein Gefühl von innere Ruhe (Inner Ease) ein. Stellen Sie sich vor, dass es sich immer mehr in Ihrem Körper ausbreitet. Sie werden spüren, wie Ihr geistiges und emotionales Gleichgewicht nach und nach wiederhergestellt wird und sich Ihr Herz der Selbstfürsorge zuwendet.
  4. Verankern Sie dieses Gefühl von “Inner-Ease”, indem Sie es bewusst abspeichern, damit Sie bei Ihren Projekten, täglichen Handlungen und insbesondere auch in schwierigen Situationen Zugriff darauf haben.

Die innere Ruhe dauerhaft zu bewahren und Gelassenheit in Ihre täglichen Interaktionen und Handlungen zu integrieren, ist – wie bereits geschrieben – Übungssache.

Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten von Inner Ease

  • Beginnen Sie Ihren Tag mit der Inner Ease Übung und nehmen Sie sich vor, auch nach der Übungszeit Ihre innere Ruhe beizubehalten. Auf diese Weise können Sie die Vorteile der Übung in Ihren Alltag und Ihre Interaktionen integrieren.
  • Im Alltag verhindert Inner Ease, dass Ungeduld und Ablenkungen Ihre innere Stimme übertönen, die Sie so dringend benötigen, weil sie vorteilhaftere Entscheidungen fördert und Ihnen mehr Klarheit schenkt.
  • Aus einer inneren Ruhe heraus zu agieren ist eine Fähigkeit Ihrer Herzintelligenz. Sie hilft Ihnen dabei, besser mit ihrer persönlichen Energie umzugehen. Denn mit der eigenen Energie gut hauszuhalten ist im heutigen emotionalen Klima zu einer der wichtigsten Prioritäten geworden.
  • Inner Ease verhindert, dass Sie Entscheidungen treffen, die Ihnen unnötig Energie rauben.

Eine letzte Anmerkung zur Stille

In einer geschäftigen Welt, die sich stetig verändert, ist äußere Ruhe leider nicht immer möglich. Trotzdem können Sie die negative Wirkung der ständigen Reizüberflutung einschränken, indem Sie im Alltag Ihre innere Ruhe pflegen. Nehmen Sie sich zwei oder drei Mal täglich Zeit, um die Inner Ease-Technik anzuwenden, damit es Ihnen zunehmend leichter fällt, gut durch Ihren geschäftigen Alltag zu navigieren.

 

Dies ist ein Auszug aus einem Artikel von Sara ChildrePräsidentin des HeartMath Institute, und Doc Childre, Gründer von HeartMath.

 

Photo by Sander Wehkamp on Unsplash

 

Zeit für Selbstfürsorge

Wahre Selbstfürsorge ist wichtig, um für das richtige Gleichgewicht im Leben zu sorgen und sich wohl zu fühlen. Immer mehr Menschen erkennen, dass das kein Luxus, sondern vielmehr eine Notwendigkeit ist. Modernes Marketing nutzt dieses Umdenken und regt dazu an, gesunde Lebensmittel zu sich zu nehmen, sich ein neues Produkt zur Schönheitspflege zu gönnen, sich über ein verlängertes Wochenende bei einem Kurzurlaub zu entspannen oder bewirbt ähnliche angenehme Aktivitäten.

Echte Selbstfürsorge erfordert jedoch noch etwas anderes.

Ganz weit oben auf Ihrer To-Do-Liste für wahre Selbstfürsorge sollte stehen: „Lernen, das emotionale Gleichgewicht und die innere Ausgeglichenheit zu erhalten, trotz den stetigen Veränderungen und den Ungewissheiten, die die heutige Zeit mit sich bringt!“

Es geht um unsere Energie und wie wir damit umgehen. Fürsorglich oder eher nicht. Häufig übersehen wir leider, dass es uns viel geistige und emotionale Energie kostet, wenn wir Ärger, Frust, Sorgen, Angst und anderen unangenehmen Emotionen zu viel Raum geben. Doch wie geht es Ihnen ohne Energie? Ist Ihre Energie nicht viel zu kostbar, um sie unnötig zu verschwenden? Indem wir lernen, unser emotionales Erleben besser zu regulieren und somit die eigene Energie effizient zu verwalten, verbessern wir nicht nur unsere Lebensqualität. Wir steigern dadurch auch unsere Resilienz und Selbstsicherheit bei der Bewältigung unserer alltäglichen Herausforderungen.

 

Weitere Ideen für mehr Selbstfürsorge

 

Aufhören, sich mit anderen zu vergleichen

Messen wir unseren Erfolg oder unsere Zufriedenheit am Leben anderer, dann verschwenden wir emotionale Energie – egal, ob wir es in den sozialen Medien, am Arbeitsplatz oder bei sonstigen sozialen Zusammenkünften tun. Vergleichen wir uns mit anderen, dann wird häufig vergessen, dass ohnehin nur ein kleiner Ausschnitt ihres Lebens für uns sichtbar ist. Schließlich nehmen wir lediglich das wahr, was der Außenwelt präsentiert wird. Was für uns dabei unsichtbar bleibt, sind die inneren Konflikte, Sorgen, Ängste oder Unsicherheiten anderer. Die Energie, die wir aufwenden, um uns mit anderen zu vergleichen und uns selbst zu kritisieren, kann daher effektiver genutzt werden. Z.B. um unser eigenes Potenzial auszuschöpfen. Sich mit anderen zu vergleichen, mag zunächst verlockend sein, doch mit der Intention eines aufrichtigen Herzens können wir eine solche Energieverschwendung vermeiden.

Um in einer derartigen Situation das Konzept der Selbstfürsorge anzuwenden, müssen wir zunächst darauf achten, wann wir uns in Gedanken mit anderen vergleichen und uns selbst kritisieren. Anschließend können wir uns mit aufrichtigem Herzen darin üben, diese niederen Gefühle hinter uns zu lassen und sie durch Selbstrespekt für unser wahres Ich zu ersetzen.

 

Anderen vergeben und sich auf sein eigenes Leben konzentrieren

Emotionale Lasten abzulegen, indem wir anderen vergeben und uns auf unser eigenes Leben zu konzentrieren, ist für unser Wohlbefinden essentiell. Dabei ist wichtig, sich zu erinnern, dass von Vergebung alle Seiten profitieren können, sodass es sich um eine der vorteilhaftesten Handlungen zur Selbstfürsorge handelt. Anhaltende Streitigkeiten, Ressentiments und sich von anderen abzugrenzen sorgen dafür, dass stetig Energie verbraucht wird und unterdrückt – ohne, dass wir es bemerken – unser Glücksempfinden, was wiederum unsere Gesundheit beeinträchtigt. Eine weise Person sagte einst, das Festhalten an Ressentiments würde im Grunde bedeuten, jemanden in seinem Geist wohnen zu lassen – und das vollkommen ohne Miete zu zahlen. Natürlich sind einige Probleme schwerer hinter sich zu lassen, als andere. Sei daher geduldig und nähere Dich nach und nach einer Vergebung von ganzem Herzen an. Erprobe Deine Vergebung – bevor Du Dich mit größeren Herausforderungen befasst – zunächst an kleineren Problemen. Mit dieser Einübung in einer besonderen Form der Herzintelligenz werden die geistige und emotionale Zufriedenheit ebenso verbessert wie die Gesundheit. Vielleicht stellen Sie sogar fest, dass Dir einige der am schwersten zu bewältigenden Probleme den höchsten Return on Investment im Leben bieten.

 

Selbstmitgefühl

Wie oft weisen wir unsere Kinder darauf hin, anderen ihr Mitgefühl auszudrücken. Eher selten helfen wir ihnen allerdings dabei, Mitgefühl mit sich selbst zu haben. Mitgefühl mit sich selbst wird in unserer Gesellschaft häufig als egozentrisch oder sogar als selbstgefällig und narzisstische angesehen und gilt als etwas, das vermieden werden sollte. Doch wo steht geschrieben, dass Ermutigung und Mitgefühl nur für andere bestimmt sind?

Uns selbst Mitgefühl zu verwehren, wenn wir unsere oder die Erwartungen anderer nicht erfüllen konnten, raubt uns die heilende Kraft dieses tröstenden Gefühls. Mehr Mitgefühl für uns selbst zu haben, indem wir Verständnis für uns zeigen und uns nach einem Wutausbruch, einem verpatzten Bewerbungsgespräch, nachdem wir mehr als geplant gegessen oder einen beliebigen Fehler gemacht haben, selbst vergeben, ist tatsächlich vollkommen in Ordnung. Es ist ein Akt unserer Herzintelligenz, der uns hilft, unser Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen und uns schneller zu erholen.

Selbstmitgefühl ist aktive und bewusste Selbstfürsorge

Es hilft uns, vitalisierende Energie zu schöpfen, die als Tonikum für unsere Zellen und unseren gesamten Körper fungiert. Selbstmitgefühl öffnet unsere Herzen außerdem für intuitive Lösungen und Unterstützung und bietet uns damit die besten Methoden, um unseren Alltag zu bewältigen.

Selbstmitgefühl praktizieren

Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie für einige Minuten ungestört sind. Stellen Sie sich anschließend vor, wie Sie sich selbst gegenüber Mitgefühl empfinden und auch ausstrahlen. So, als würden Sie es einem lieben Freund/einer lieben Freundin gegenüber tun. Seien Sie sich selbst gegenüber der beste Freund/die beste Freundin. Vielleicht können Sie sich sogar vorstellen, wie Sie sich selbst in den Arm nehmen. Tun Sie dies für eine Weile. Fangen Sie mit wenigen Minuten an. Und wenn es sich gut anfühlt, dann können Sie die Dauer der Übung langsam steigern. Achten Sie dabei vor allem darauf, dass Ihr Selbstmitgefühl direkt von Ihrem Herzen ausgeht. Wie ein Lichtstrahl, der Ihren gesamten Körper mit Mitgefühl anfüllt.

Es mag sein, dass es sich am Anfang komisch und ungewohnt anfühlt. Das ist völlig normal. Denn die meisten Dinge, die wir zum ersten Mal tun, lösen in uns auch ein Gefühl von Unsicherheit aus. Bleiben Sie dennoch dabei. Es lohnt sich! Und um es noch einmal zu wiederholen: Selbstmitgefühl ist vollkommen legitime Selbstfürsorge und hält viele wunderbare Überraschungen für Sie bereit.

Drei Tipps für mehr Herzkohärenz

Schon fünf Minuten bewusstes Fühlen einer angenehmen Emotion wie Wertschätzung wirken sich positiv auf unser Immunsystem aus. Denn positive Emotionen verstärken die Kohärenz in unserem Herzrhythmus. Dies hat das HeartMath Institute in einer Studie ermittelt, die bereits 1995 im Journal of Advancement in Medicine veröffentlicht wurde.

Und mit diesen drei einfachen Tipps können Sie mehr Wertschätzung in Ihr Leben bringen:

1. Sammeln Sie die Kraft positiver Gefühle.

Wählen Sie ein paar Fotos, die in ihnen ein Gefühl von Wertschätzung erzeugen. Platzieren Sie diese Fotos an Orten, an denen Sie sie über den Tag verteilt immer wieder sehen: in ihrem Auto, auf ihrem Schreibtisch, am Spiegel im Badezimmer, am Kühlschrank.

Wenn Sie dann auf eines der Fotos schauen, dann halten sie einen Moment inne und verbinden Sie sich ganz bewusst mit dem Gefühl der Wertschätzung.

2. Erinnerungshilfen

Damit Sie sich das bewusste Fühlen von Wertschätzung richtig angewöhnen, ist es wichtig, sich regelmäßig darin zu üben. Kleben Sie dazu bspw. ein Post-it an Ihren Bildschirm, in Ihren Kalender oder an ein anderes Gebrauchsobjekt, das Sie regelmäßig nutzen. Sie können sich auch regelmäßige Erinnerungen in den Kalender Ihres Smartphones einplanen oder gar über den App Store einen Achtsamkeits-Timer (z.B. Glocke der Achtsamkeit [Android] oder Klangschalentimer [iOS]) herunterladen. Je häufiger Sie für einen kurzen Moment innehalten und ganz bewusst Wertschätzung empfinden, desto besser wird Ihre Herzkohärenz. Und allmählich wird Wertschätzung zu einer festen Größe in Ihrem Leben.

Überlegen Sie sich in diesen kurzen Momenten, was Sie heute erlebt haben, das sie wertschätzen können. Oder Sie wertschätzen sich selbst dafür, dass Sie sich an Ihren Plan halten. Durch die regelmäßige Übung verbessern Sie auch Ihr Bewusstsein dafür, was alles Gutes in Ihrem Leben passiert.

3. Führen Sie ein Dankbarkeits-Tagebuch

Nehmen Sie sich am Ende des Tages etwas Zeit, um einige Dinge aufzuschreiben, für die sie dankbar sind. Es können so einfache Dinge sein wie bspw. die Freundlichkeit eines Menschen, der Ihnen heute die Tür aufgehalten hat etc.

Wenn Sie regelmäßig in Ihr Dankbarkeitstagebuch schreiben, hilft Ihnen das, Ihr Leben mehr aus einer Perspektive von Dankbarkeit zu sehen. Nachdem Sie Ihre kleine Liste angefertigt haben, nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um sich ganz bewusst mit einem Gefühl von Wertschätzung oder Dankbarkeit für diese Punkte auf Ihrer Liste zu verbinden. Je regelmäßiger Sie diese Übung machen, desto mehr werden sie davon profitieren.

Zum Weiterlesen:

Emotionale Zustände sind messbar

Wir investieren viel Zeit, Energie und Gedanken, um uns fit zu halten. Wir gehen ins Fitnesscenter und achten darauf, was wir essen. Wir messen sogar unsere Anstrengungen mit kleinen Geräten wie Schrittzählern oder ähnlichem. Wie wäre es, wenn wir uns mit dem gleichen Engagement um unsere innere Fitness kümmern würden?

Was meinen wir mit innerer Fitness?

Die meisten von uns haben gelernt, dass unser Körper verschiedene Dinge braucht, um fit zu bleiben: gutes Essen, ausreichend Ruhe und Erholung und regelmäßige Bewegung. All das ist wichtig. Ja! Aber wie steht es mit den negativen Gedanken und Emotionen, mit denen wir unseren Geist und unseren Körper füttern? Diese zu regulieren ist mindestens genauso wichtig für einen gesunden Lebensstil.

Die Wissenschaft hat klar nachgewiesen, dass negative Gedanken und Emotionen Stresshormone im Körper produzieren, die uns meist viel Energie rauben, unsere Leistungsfähigkeit einschränken und klarem Denken im Weg stehen. Unsere gewohnten Stressmuster und regelmäßig erlebte negative Emotionen sind wie eine Art Junk Food – sie rauben uns Gesundheit und Vitalität. Viel zu selten machen wir uns Gedanken darüber, was wir tun können, um auch in diesem Bereich Fortschritte zu erzielen. Außerdem gehen Wissenschaftler davon aus, dass bis zu 70% unserer persönlichen Energie von unseren Emotionen beeinflusst wird. Unangenehme Emotionen sind wie Energievampire, die uns auslaugen; angenehme Emotionen hingegen sind Energiespender und wirken erneuend und belebend.

Den IST-Zustand bestimmen – per Biofeedback

Wenn wir etwas verändern möchten, dann ist es gut, zunächst den IST-Zustand festzustellen. Wollen wir abnehmen, dann stellen wir uns zunächst auf die Waage, um unser aktuelles Gewicht zu kennen und später auch zu sehen, ob und wie viele Kilos wir verloren haben.

Mit dem emWave oder dem Inner Balance Trainer von HeartMath können wir unseren emotionalen IST-Zustand bestimmen. Wenn wir uns ruhig hinsetzen und dabei unsere Herzratenvariabilität messen, sehen wir auf einen Blick, wie es um unsere innere Ruhe bestellt ist. Denn das Muster der Herzratenvariabilität ist ein Spiegel unseres momentanen emotionalen Erlebens. Aber das ist nur ein Teilaspekt. Inner Balance und emWave sind wie Navigationssysteme auf dem Weg zu innerer Ruhe, Gelassenheit und Lebensfreude. Denn sie zeigen uns, wie gut es uns gelingt, unser emotionales Erleben zu regulieren. Sei es durch Achtsamkeitsübungen, HeartMath-Techniken oder andere Methoden. Ziel dabei ist es, einen Zustand von Herzkohärenz zu erreichen.

Und dann: Herzkohärenz einüben

Das HeartMath Institute erforscht seit über 20 Jahren diesen Zustand der Herzkohärenz und definiert ihn wie folgt: „Ein optimierter Zustand, in dem Herz, Geist und Emotionen geordnet und im Gleichklang sind. Auf Körperebene agieren Immun-, Hormon- und Nervensystem in einem Zustand energetischer Koordination.“ Kohärenz führt zu innerer Ruhe, ist aber keine Methode der Entspannung. Sie ist eine Verhaltensweise, die sich in allen Situationen des Alltagslebens anwenden lässt. Insbesondere auch in schwierigen oder belastenden Situationen. Gerade aus diesem Grund lernen immer mehr Spezialeinheiten von Polizei und Militär aber auch bspw. französische Kampfpiloten HeartMath-Techniken. Um auch unter Druck und in stressvollen Situationen ruhig und aufmerksam zu bleiben und richtige Entscheidungen zu fällen. Niederländische Polizisten sind total begeistert von HeartMath, weil die Übungen einfach und dabei effektiv sind und sie mit dem Biofeedback sofort sehen, ob sie die Übung korrekt ausführen.

Auch wenn wir keiner Elite-Einheit angehören, erleben viele von uns stressreiche und belastende Situationen im Berufs- und Privatleben. Auch wir wollen in diesen Situationen innere Ruhe bewahren und richtig handeln und entscheiden. Dabei hilft uns die Herzkohärenz, weil sie sofort verfügbar und quasi überall und jederzeit anwendbar ist. Und wenn eine Situation uns dann doch stark gefordert hat, ist es gut, direkt im Anschluss eine HeartMath-Technik anzuwenden. Denn diese hilft uns, unnötigen weiteren Energieverlust zu vermeiden. Dies verdeutlicht die folgende Grafik: Ein Polizist wurde in einem Training in eine Szene häuslicher Gewalt geschickt, die von zwei Schauspielern sehr echt gespielt wurde. Die Grafik zeigt die Herzratenvariabilität – also die Variation des Herzrhythmus im Zeitverlauf – des Polizisten, die während des Trainings aufgezeichnet wurde. Wenn Sie die Kurve näher betrachten, was fällt Ihnen auf? Was sehen Sie während der drei Phasen: 1. Vorbereitung (11:29 – 11:42), 2. Szenario selbst (11:42 – 11:48), 3. „Nachglühen“ (11:48 – 11:58)?

 

Szenario_Haeusliche_Gewalt

 

 

Zu Beginn der dargestellten Aufzeichnung, also gegen 11:30, hat der Polizist eine ziemlich regelmäßig auf- und abschwingende Herzratenvariabilitätskurve. Seine durchschnittliche Herzfrequenz liegt bei ca. 80 Schlägen/Minute. Als das Szenario startet, so gegen 11:42, steigt die Herzfrequenz steil an und geht in der Spitze bis 190 Schläge pro Minute. Außerdem werden die Ausschläge heftiger und sehr unregelmäßig. Um 11:48 ist der äußere Spuk vorbei, das Szenario ist beendet. Der Herzschlag beruhigt sich, aber nur bedingt. Die durchschnittliche Herzfrequenz bleibt bei 100 Schlägen/Minute, das Muster ist noch sehr bewegt. Erst nachdem der Polizist eine HeartMath-Technik anwendet, kommt Ruhe in den Körper. Die Herzfrequenz geht auf das Ausgangsniveau zurück, und auch das Muster wird regelmäßiger. Nach dieser stressreichen Phase gelang es dem Polizisten sehr schnell, wieder in einen Zustand der inneren Ruhe umzuschalten. Quasi augenblicklich. Aus anderen Untersuchungen weiß man, dass das erhöhte Niveau der Herzfrequenz bis zu einer Stunde erhalten bleibt. Sie können sich vorstellen, wie viel Energie dann unnötig verbraucht wird. Und nicht nur das. Es werden weiterhin Stresshormone ausgeschüttet, die sich auf Dauer nachteilig auf unsere Gesundheit und unsere Wohlbefinden auswirken.

 

Es geht insgesamt also nicht darum, stressreiche Situationen zu vermeiden. Vielmehr geht es darum, sich auf Stress, Herausforderungen oder Widrigkeiten vorzubereiten, darauf angemessen zu reagieren und sich davon wieder zu erholen. Genau da ist es, was „Resilienz“ ausmacht. Und die gute Nachricht ist: Sie können lernen, Ihre Resilienzfähigkeit zu verbessern und Energieverluste zu stoppen.

Für Menschen, die sich mit Meditation oder verschiedenen Entspannungstechniken schwertun, ist Biofeedback-gestütztes Herzkohärenztraining eine prima Alternative, da sie sofort eine Rückmeldung bekommen, ob und wie ihre Übungen wirken. Das gibt Zuversicht und wirkt wie ein Turbo auf die Übungsmotivation. Außerdem stellen wir immer wieder fest, dass Menschen dank Biofeedback wieder ein Gefühl und eine Achtsamkeit für ihr körperliches Befinden entwickeln.

 

 

Auch finnische Spezialeinheiten trainieren ihre Resilienz mit HeartMath-Techniken und Biofeedback

Polizeibeamte in Spezialeinheiten müssen in der Lage sein, in schwierigen und bisweilen gar lebensbedrohlichen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und auch unter enormem Druck richtige Entscheidungen zu fällen. Die Grundvoraussetzung hierfür ist Resilienz, also die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke. Im Rahmen einer Studie, die von einer kanadischen und einer finnischen Universität  gemeinsam durchgeführt wurde, durchliefen finnische Spezialkräfte an der Polizeifachhochschule in Tampere ein Resilienztraining. Ein wichtiger Teil dieses Trainings bestand aus HeartMath-Techniken und der Nutzung der Biofeedback-Systeme von HeartMath.

Bei der Befragung der niederländischen Polizeibeamten kam eindeutig heraus, dass die Verbindung von einfachen und überall anwendbaren Techniken und Training mit Biofeedback äußerst nützlich ist. Dies wurde auch von den finnischen Spezialkräften bestätigt:

„Results from the brief surveys related to the SWAT team officers’ satisfaction in participating in the training were as follows: Most of the participants (61.11%) were very or highly satisfied with the stress reduction techniques. In terms of the technology used over the training sessions, most participants (72.23%) reported that the devices used were very helpful or highly helpful for them to facilitate their stress reduction processes. Similarly, the majority of the participants (72.22%) agreed or strongly agreed that the technology used over the training is capable of helping individuals manage stress in their daily lives. In terms of knowledge dissemination, participants reported that they were confident (72.22%) or highly confident that they would recommend the techniques of the resilience training program to their peers. Similarly, most of the participants stated that it is important (83.33%) or vitally important to provide this resilience training to their peers.“

Hier können Sie die Studienergebnisse im Detail nachlesen.

HeartMath offizieller Partner der niederländischen Polizei

Der berufliche Alltag von Polizist(inn)en bringt eine hohe Stressbelastung mit sich. Zu anstrengendem Schicht-, Wochenend-, und Bereitschaftsdienst kommt noch eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit hinzu, potenziell traumatische Situationen zu erleben. Denn Polizist(inn)en erleben viele Situationen, die als schockierend empfunden werden (z.B. Leichenfunde, Erste Hilfe bei Schwerverletzten) oder von Aggressionen und Gewalt geprägt sind. Von Polizist(inn)en wird erwartet, dass sie da auftreten, wo andere lieber einen Schritt zurückgehen. Die psychischen Folgen, die daraus resultieren können, sind vielfältig.

Statt Statistiken anzuführen, die allzu oft einen Blick auf Einzelschicksale verhindern, kommen hier zwei Betroffene zu Wort. Die folgenden Zitate entstammen dem Buch „Die erste Leiche vergisst man nicht. Polizisten erzählen“ von Volker Uhl.

„Ich hatte einer jungen Mutter die Nachricht zu überbringen, dass ihr siebenjähriger Sohn überfahren worden sei. Er war tot. Zum ersten Male war ich Überbringer einer Todesnachricht.[…] Ich konnte – ob ich wollte oder nicht – ihr Entsetzen, ihren Schmerz, ihr hoffnungsloses Aufschreien in meinem Kopf vorweg erleben. Ich musste hin – und ich konnte ihr letztendlich doch nicht helfen, konnte ihr den tiefen schwarzen Schacht, in den sie fallen würde, nicht ersparen. Ich müsste nur aufpassen, dass ich selbst nicht nachstürze.“

„Und dann ist noch etwas passiert, das mich sehr berührt und auch getroffen hat und Bilder im Kopf aufleuchten lässt, die ich lange nicht mehr sah. Einer meiner Kollegen vom Kriminaldauerdienst hat sich letzte Woche das Leben genommen und sich, wie es für einen Polizisten leider so typisch ist, mit seiner Dienstpistole in den Kopf geschossen, genauer gesagt, seine Waffe in den Mund genommen und abgedrückt.“ 

Herzkohärenz für die Polizei

Um Polizist(inn)en in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, geht die niederländische Polizei neue Wege. Da die schwierigen Situationen, in die Polizist(inn)en immer wieder geraten, kaum zu verhindern oder zu ändern sind, müssen sie besser in die Lage versetzt werden, damit umzugehen. Aus diesem Grund wurde in den Niederlanden in 2012 das Programm „Mentale Kracht“ (Mentale Kraft) ins Leben gerufen. Ein wichtiges Element dieses Programms ist „Herzkohärenz“, das HeartMath Benelux beisteuert. Bis Ende 2016 wurden 34.000 Polizist(inn)en trainiert; weitere werden folgen. Die Ergebnisse aus den Herzkohärenz-Trainings sind sehr positiv, weshalb HeartMath Benelux zum offiziellen Partner der Niederländischen Polizeiakademie berufen wurde.

 

Aber warum sind sie Ergebnisse so positiv?

In ihrer Studien-Arbeit „Eine schlagende Empfehlung“ ging Evelyn Cimbaluk, Studentin der Angewandten Pychologie an der Hanze University of Applied Sciences, Groningen, dieser Frage nach. Hier zwei kurze Auszüge:

„Die praktische Beschäftigung mit der ‚Herzkohärenz‘ mit Hilfe des Biofeedbackgerätes wird von allen Teilnehmern als angenehm und lehrreich empfunden. Vor allen Dingen die Tatsache, dass der Teilnehmer direkt das positive Ergebnis der Anwendung der Herzkohärenztechniken sieht. Dies macht es verständlich und gut. Es wird ebenso als gut empfunden, dass erst mit dem Biofeedbackgerät ohne Anweisungen geübt wird, bevor der Trainer die Herzkohärenztechniken beibringt. Auf dieses Weise können die Teilnehmer direkt auf dem Bildschirm sehen, welche Effekte die Herzkohärenztechniken haben. Die Herzkohärenztechniken werden von allen Teilnehmern verstanden und sie haben das Gefühl, die Techniken korrekt ausführen zu können.“

„Die gelernten Herzkohärenztechniken werden von allen Teilnehmern, die die Techniken in der Praxis anwenden, als sehr sinnvoll erfahren, weil sie praktisch anwendbar sind und das Anwenden der Techniken direkt wirkt. Sie vermitteln ruhiger, weniger angespannt zu sein, klarer nachdenken zu können, sich seines Körpers / Atmung bewusster zu sein und bessere Leistungen bringen zu können.“

 

Und so äußern sich trainierte Polizisten

„Super, dass du sofort das Resultat siehst. Informationen kann man auch im Internet bekommen, dieses war aber sehr gut und lehrreich.“

„Besser geht es doch nicht, oder? Du übst und siehst das Ergebnis.“

„Ich fand es auch besonders, dass alles funktionierte, wie es erklärt wurde, dass du deinen Herzschlag selbst beruhigen und dieses gleich sehen kannst.“

„Es ist auch wertvoll, die anderen Teile zu kennen, aber dieses war echt praktisch und kann direkt eingesetzt werden, das will ich gerne anwenden.“

„Wenn es in der Zukunft wieder Stresssituationen gibt, werde ich dieses sicher anwenden, denn du fühlst das Ergebnis.“

 

HeartMath Benelux trainiert wöchentlich 300 – 400 Polizist(inn)en. Mittlerweile haben auch über 30 Trainer der Polizei das HeartMath Gruppentrainerprogramm absolviert, um die Integration von HeartMath bei der niederländischen Polizei zu unterstützen. Denn sämtliche befragten Polizist(inn)en äußerten den Wunsch, die Herzkohärenz weiter zu vertiefen.

 

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